Es muss nicht immer Premium sein
--> Drei Runden Vulkaneifel: Im Ueßbachtal, 2 Bäche-Pfad und um Strohn


  • Weg: (1) Vom Parkplatz an der Ueßbachhütte hinunter zur Strotzbüscher Mühle, von dort durch das Ueßbachtal zur Entersburg und über die Schutzhütte "Drei Eichen" zurück zur Mühle und dem Parkplatz bzw. (2) Vulkaneifel-Pfad 2 Bäche-Pfad bei Hasborn als Partnerweg des Eifelsteigs und (3) von Strohn zum Dürren Maar, am Holzmaar vorbei durch das Sammetbachtal und die Strohner Schweiz sowie am Steinbruch Wartgesberg zurück --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 20,5 km, ca 14,4 km und 16,8 km
  • Dauer: 7 h, 5 h und 5 h
  • Schwierigkeit: mittel - anstrengend
  • Bewertung: Jede Tour hat ihre Höhepunkte und schönen Streckenabschnitte - mal mehr, mal weniger -, aber auch unschöne Teilbereiche - mal mehr, mal weniger.
  • Informationen und Karten: Es ist viel am Wegenetz der Eifel geändert worden, so dass bei der Begehung die neuen Wanderwege in den Wanderkarten des Eifelvereins noch nicht verzeichnet, die alten, eingezeichneten Markierungen aber oft schon aus den Wäldern verschwunden waren. Gut ist es deshalb, wenn man sich einen Track für sein GPS-Gerät oder das Mobiltelefon herunterladen und nutzen kann. Dies ist bei allen drei Tour möglich: Für die Runde durch das Ueßbachtal, die sehr schön unter Wanderbare Vulkaneifel beschrieben und bebildert ist, findet man auf eben dieser Seite einen Link zu outdooractive.com, für den 2 Bäche-Pfad auf der Website des Eifelsteigs und Natur Aktiv Erleben gibt im Untertitel sogar an, dass es sich bei den Touren der Website um GPS Qualitätstouren handelt - was auch immer Qualitätstouren bedeuten mag.

Innerhalb von 8 Tagen habe ich im Dreieck Gillenfeld, Hasborn und Bad Bertrich in der Vulkaneifel drei Rundwege erkundet und dabei unterschiedliche Eindrücke gesammelt:

  1. Die erste Wanderung von der Strotzbüsche Mühle durch das Ueßbachtal zur Entersburg entdeckte ich mehr oder weniger zufällig – ich weiß gar nicht mehr, wonach ich ursprünglich gesucht hatte – auf der Website "Wanderbare Vulkaneifel". Die Beschreibung, die Bebilderung, aber besonders der Verlauf der Tour am Ueßbach entlang haben mich so neugierig gemacht, dass ich mir die entsprechende Seite im Browser gemerkt habe. Zeit und herrliches Wetter sorgten dann dafür, dass ich mich daran erinnerte. Leider machte ich den Fehler und druckte mir nur die Wegskizze aus und steckte dazu die 10 Jahre alte Wanderkarte ein, anstatt mir den GPS-Track herunter zu laden und auf mein Gerät zu übertragen. Auf Grund des Alters der Karte und der darauf abgebildeten Wege, die inzwischen nicht mehr gepflegt und markiert werden, kam es dazu, dass ich den ein oder anderen Kilometer mehr ging, als eigentlich vorgesehen.
    Plus-Punkte: Rund 2/3 der Strecke waren - meist nah am Ufer des Ueßbachs in einem weiten Waldgebiet - wirklich sehr reizvoll und wunderschön, einsam – nur einen einzigen Wanderer habe ich unterwegs gesehen und (leider) vier Mountainbiker nahe dem Ende – und auf vielen schmalen Pfaden verlaufend. Schöne Aussicht von der Entersburg.
    Minus-Punkte: Wenig Abwechselung, wenn man den Wechsel der Eindrücke berücksichtig, mal Waldweg, mal offene Landschaften mit Aussicht wünscht. Mit Strotzbüscher Quelle und Strotzbüscher Mühle zu Beginn und Entertsburg und Antoniusruh in der Mitte gibt es auf die Strecke nur wenige Anlaufpunkte.
  2. Auf den 2 Bäche-Pfad hatte mich vor einigen Jahren der sogenannte Pate des Weges aufmerksam gemacht, in dem er mir eine Mail schrieb, in der er den Wunsch äußerte, mir einen vorgefertigten Text zu schicken, den ich auf meiner Website veröffentlichen sollte. Nachdem ich ihm geantwortet hatte, dass ich die Inhalte und damit auch die Bewertung eines Weges ausschließlich selbstbestimmt erstellen würde, habe ich nie mehr von ihm gehört, mir den Weg aber immer mal wieder vorgenommen.
    Der 2 Bäche-Pfad ist einer der Vulkaneifel-Pfade, die zwar alle aus marketingtechnischen Gründen den Pfad im Namen tragen, aber selten wirklich auf solch schmalen Wegen verlaufen, und somit auch Partnerweg des Eifelsteigs.
    Plus-Punkte: Mit mal Berg, mal Tal, mal Wald, mal Weitsicht ist die Runde landschaftlich abwechslungsreich. Im ersten Drittel gibt es zudem mit dem Hasborner Sauerbrunnen, aufgestellten Liedtexttafeln, kalten Getränken aus einer Bachkühlbox und einem vielerorts schon gesehenen Wetterstein nette Anlaufpunkte, wobei der Brunnen nicht wirklich zum Trinken einlädt und kalte Getränke nach gerade einmal 4 km Wegstrecke zu früh sind, um dafür eine Pause einzulegen - entsprechend scheinen die Flaschen auch keine Abnehmer zu finden und sind mit einer Modderschicht überzogen. Highlight in meinen Augen ist im letzten Drittel das Schluchtental des namenlosen Baches hinunter zum Sammetbachtal.
    Minus-Punkte: Noch nie habe ich einen Weg gesehen, der so dermaßen übermarkiert ist, wie der 2 Bäche-Pfad! Normalerweise werden Wege inzwischen mit kleinen Täfelchen, ca 8 x 12 cm groß, versehen, die neben dem Namen des Weges das Logo der Weggruppe tragen und dazu im unteren Teil einen kleinen Richtungspfeil aufweisen, die Vulkaneifel-Pfade haben darüber hinaus einen gelben Grund. Auf dieser Strecke gibt es diese Täfelchen auch, immer wieder sind diese dann aber nochmals auf einem als Pfeil gesägten Brettchen genagelt, die Spitze gelb bemalt, hinten das Täfelchen mit besagtem Richtungspfeil. Dazu kommen an Bäume in ca. 20 x 30 cm gepinselte Logos in sonnengelb mit einem grün/blauen Kreis in der Mitte. Außerdem scheint wirklich jede sich bietende Gelegenheit genutzt worden zu sein, eine Markierung anzubringen, auch dort, wo es eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Zwei Beispiele: Es gibt noch nahe Hasborn einen Abzeig, an dem drei(!) der üblichen Täfelchen mit Logo, Namen des Vulkaneifelpfads und Richtungspfeil auf gelbem Grund angebracht sind (rechts an einem Pfosten des Weidezauns, links am Weg an einem eigens dafür errichteten Pfosten und über anderen Wegmarkierungen an einem Baum). Dazu gibt es auf dem Boden eine ca. 45 x 45 cm große Platte aus Beton, die leuchtend gelb mit dem Logo und Pfeilen bemalt ist und zwei Baumstämme, die ebenfalls mit dem Logo übergroß, hässlich und die Natur verschandelnd angestrichen worden sind. Ein Stück weiter gibt es von der L52 abgehend einen Pfad den Hang hinauf zu einer Bank und von dort auch wieder hinunter. Einen anderen, abgehenden Weg gibt es nicht. Dennoch sind allein im Bereich der Bank an dieser selbst ein Täfelchen angebracht und in nur 10 Meter Entfernung ein weiteres, dazwischen zusätzlich ein großes, gelbes Logo an einen Baum gemalt. Insgesamt dürften auf den 250 Metern Wegstrecke ca. ein Dutzend Wegzeichen angebracht worden sein. Eine Woche später wandere ich ein Stück auf den Vulkaneifel-Pfad Vulcano-Pfad, der im Vergleich zum hier beschriebenen Weg wunderbar unauffällig mit wenigen, aber ausreichend Täfelchen ausgezeichnet ist.
    Ein zweiter großer Makel dieses Weges betrifft die Frage, warum man wandern geht? Manche tun dies sicher gerne ich der Gruppe des Gemeinschafterlebnisses wegen. Viele wollen sicher aber auch die Ruhe und die Natur genießen, dem Gesang der Vögel und dem Murmeln der Bäche lauschen. Ganz sicher wollen sie aber nicht den Geräuschen von Straßenverkehr zuhören. Mit dem 2 Bäche-Pfad gelangt man nach 1,5 km an eine Landstraße, die den Wanderer mal mehr, mal weniger bis zum Alfbachtal begleitet. Von der oben bereits beschriebenen Bank hat man sicher einen schönen Blick zwischen den Bäumen hindurch, aber der gesamte Pfad verläuft parallel mit der darunterliegenden Landstraße, was den Aufenthalt dort nicht wirklich reizvoll macht. Oder hilft der Straßenlärm bei den oben erwähnten Liedtexten, um den richtigen Ton zu treffen?
    Als letztes soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch der 2 Bäche-Pfad seinem Namen oft nicht gerecht wird, denn viele befestigte und ashpaltierte Wege sind zu laufen, die Orte Ober- und Niederscheidweiler sind zu durchqueren. An der K31, die der Weg vom Alfbach in der Nähe der Hontheimer Mühle bis zu einem Abzweig folgt, muss ich für rund 500 Metern auf der Straße laufen, auf der glücklicherweise während dieser Zeit kein Auto entlang kommt.
  3. Den dritten Weg fand ich auf der Website von Natur Aktiv Erleben, die ein weitumfassendes Angebot bietet. Gesucht hatte ich etwas in der Vulkaneifel und fand den Weg Nr. 66. Die Strecken, die NAE vorschlägt, sind jedoch einerseits meist sehr sportlich, weil sie häufig eine Länge von um die 20 km und länger aufweisen, und andererseits ohne GPS-Gerät nur schwer nachwanderbar sind. Zudem kann man manchmal auch den Eindruck gewinnen, dass man bewusst versucht, markierten Wanderwegen aus dem Weg zu gehen. In der Kombination damit, dass es die in den Beschreibungen angegebenen Wegmarkierungen nicht mehr gibt und neue Wanderwege markiert worden sind, kann der Streckenverlauf dann sehr unorthodox erscheinen. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass vom Weg abgegangen und ein Harken durch die Landschaft geschlagen wird, um dann wieder auf den Weg zu stoßen, von dem man zuvor abgebogen ist.
    Plus-Punkte: Der Weg ist sowohl abwechslungs- als auch aussichtsreich, weite Panoramablicke wechseln mit schönen Waldpassagen, die Maare, das Sammetbachtal in seiner gesamten Länge, die Strohner Schweiz und der anschließende Gang über den Grat des Wartgenbergs mit Blicken in den Steinbruch (am Besten, wenn nicht gearbeitet wird, denn sonst ist es dort ziemlich laut) zur einen und in die Landschaft zur anderen Seite sind Highlights. Da der Weg "nur" für NAE eher ungewöhnliche 16,8 km misst, ist er mit knapp 5 Stunden Zeitbedarf ohne Pausen eine sehr schöne Tageswanderung.
    Minus-Punkte: Wie eingangs schon geschrieben, scheint man bei NAE darum bemüht zu sein, nicht auf markierten Wegen zu laufen, so dass man manchmal das Gefühl hat, unnötige Schleifen und Meter zu gehen. Da es darüber hinaus in der Natur der Sache liegt, dass mit zunehmender Zahl an Wanderrouten nicht alle regelmäßig gewandert und auf Gültigkeit der gemachten Angaben kontrolliert werden können, finden sich auf dieser Strecke die in der Beschreibungen gemachten Angaben zu Wegmarkierungen nicht mehr immer vor Ort. Neu markierte Wege werden dagegen nur kurz genutzt, so dass man sich gerade im ersten Drittel nicht selten fragt, warum der Weg 66 nicht einer Markierung folgt. Stattdessen werden Wege durch die Felder gesucht, die entweder gut befestigt, im schlimmsten Falle sogar asphaltiert sind, oder schon zugewachsen, weil sie nicht mehr freigeschnitten werden. Es ist also zwingend notwendig, ein GPS-Gerät oder ein Handy mit entsprechender Funktion zur Orientierung mitzunehmen, auf das man Zuhause den passenden GPS-Track geladen hat.

Fazit: Natürlich hat jeder Wanderer eigene Vorlieben. Mir gefallen stille Bachtäler und einsame, schmale Wege am besten, andere mögen sich unterwegs gerne mit ihren Mitwanderern unterhalten und bevorzugen gut markierte Wege, um durch das Gespräch abgelenkt nicht einen Abzweig zu verpassen. Alle hier beschriebenen Wegführungen verlaufen auch an Bachläufen entlang. Auffällig ist, dass ausgerechnet der 2 Bäche-Pfad nicht mehr Bachweg aufzuweisen hat, als der NAE-Weg 66 und in dieser Beziehung natürlich erst recht keine Chance gegen den Ueßbachtalweg hat, dessen Verlauf doppelt so lang am Bach entlang verläuft. Damit ist klar, dass der Ueßbachtalweg in Zusammenhang mit der wenig bzw. nicht vorhandenen Markierung trotz der oben genannten Nachteile mein Favorit ist. Gefolgt vom NAE-Weg 66, der nur mit GPS-Track zu finden ist, aber das wird ja schon im Titel der Website deutlich. Dafür bietet der NAE-Weg viel Abwechslung und schöne Anlaufpunkt. Das der 2 Bäche-Pfad auf dem letzten Platz landet, ist der Übermarkierung, die an vielen Stellen als landschaftsverschandelnd bezeichnet werden muss, und den langen Abschnitten in der Nähe von Straßen geschuldet.



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