Von Kaub nach Mainz --> Der Rheingau-Riesling-Pfad
Ein Spezial des Gastautoren Teddy Technik


  • Weg: Die Wanderung beginnt im Rheingraben am Bahnhof von Kaub und führt den Rhein aufwärts. Hinter Assmannshausen gelangt man dann in den eigentlichen Rheingau und wandert oberhalb der Weinberge Richtung Wiesbaden. Von Wiesbaden-Schierstein aus geht man direkt am Rhein entlang --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 76 km
  • Dauer: Je nach Einteilung und Fitness. Im Hochsommer sind 5-6 Tage zu empfehlen. Meine Einteilung lautet folgendermaßen
    1. Anreise. Kaub - Lorch --> 8 km
    2. Lorch - Aulhausen - Niederwald-Denkmal --> 15 km
    3. Aulhausen - Mittelheim --> 15 km
    4. Mittelheim - Kiedrich --> 13 km
    5. Kiedrich - Schierstein --> 18 km
    6. Schierstein - Kastel --> 7 km. Abreise

    Alle Kilometer-Angaben wurden nachgemessen, bleiben aber trotzdem nur ungefähre Anhaltspunkte.

  • Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer. Die Weinberge können sehr steil sein.
  • Bewertung: Der Rhein ist leider nur aus der Ferne schön! Wenn man die Touristenzentren meidet, findet man aber auch idyllische Flecken.
  • Informationen und Karten: Eine Wanderkarte ist prinzipiell nicht nötig, da der Weg durchgehend gut mit diesem Wanderzeichen gekennzeichnet ist. Zur Vorbereitung der Tour und um Alternativ-Strecken heraus zu finden, sollte man sich jedoch die topografischen Freizeitkarten 1 : 50 000 „Taunus westlicher Teil“ (ISBN 3-89446-307-4) und „Taunus mittlerer Teil“ (ISBN 3-89446-308-2) besorgen.

Beschreibung: Auf der Suche nach einer interessanten Wandertour bin ich im Wanderbares Deutschland fündig geworden. Leider wurde aber schnell klar, dass ich dem Etappenplan so nicht folgen konnte, da die Herbergen entweder schon ausgebucht, oder viel zu teuer waren. Außerdem war auf der Karte zu erkennen, dass die Strecke von Mainz-Kastel bis Wicker ausschließlich über die Uferpromenade von Rhein und Main führen würde, was ich nicht sehr attraktiv fand. Also habe ich diese letzten 15 km kurzerhand weggelassen und stattdessen einen Abschlusstag in Mainz eingelegt.

Hinweis: Um diese Seite übersichtlicher zu gestalten habe ich mich zu einer Untergliederung in Tagesabschnitte entschieden. Am Ende eines jeden Tages findet man einen Verweis zum Anfang der Beschreibung.

1. Tag: Anreise mit der Bahn. Von Koblenz aus geht es mit der Regionalbahn den Rhein entlang. Dummerweise auf der gleichen Seite, wie die Loreley, die ich deshalb nicht zu sehen bekomme. Mit einiger Verspätung komme ich am frühen Nachmittag in Kaub an. Links neben dem Bahnhof erblicke ich die erste Weinhandlung mit „Straußwirtschaft“ (kein Bier-, sondern ein Weingarten). Das erste Wanderzeichen steht mir gegenüber, zeigt aber nach rechts. Noch bin ich voller Tatendrang, schultere meinen Rucksack und lasse Bahnhof und Wirtschaft hinter mir.
Nach wenigen hundert Metern endet die asphaltierte Straße und das Zeichen führt einen schräg links auf einen Feldweg. Jetzt wird es zum ersten Mal richtig steil! Man durchquert die - an dieser Stelle nur einen schmalen Streifen bildende - Weinberge und erreicht oberhalb den Waldrand. An diesem Wald entlang wandert man nun, immer etwa auf der gleichen Höhe, Richtung Lorch. Jeder Vorsprung bietet einen grandiosen Blick auf das Tal und den Rhein!
Leider verlaufen im Tal auf beiden Seiten des Rheins sowohl eine Straße, als auch eine Bahnlinie. Dazu kommt, dass die Frachtschiffe starke Dieselmotoren haben und, besonders rheinaufwärts, ebenfalls deutlich zu hören sind. Dieser Lärm schallt durch das enge Tal herauf und trübt den Eindruck ein wenig.
Kurz vor Lorch, oberhalb des Ortsteils Lorchhausen, verläßt man den Wald wieder und kommt zurück in die Weinberge. Hier wandert man noch ca. 1,5 km in den oberen Lagen, bevor man auf Lorch hinab blickt. Dummerweise biegen nun schwarze Gewitterwolken um den Berg, es wird augenblicklich dunkel und schüttet wie aus Eimern. Den letzten Kilometer, der in Serpentinen den Berg hinab führt, lege ich im Laufschritt zurück. Völlig durchnässt komme ich in meiner Pension an.
Das schlechte Wetter zum Auftakt deprimiert mich derartig, dass ich abends nur einen kleinen Ausflug durch das Dorf unternehme und nach dem Abendessen früh schlafen gehe.

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2. Tag: Lorch nennt sich zwar Stadt, ist - mit 2300 Einwohnern im Hauptort - aber eher ein Dorf. Die paar schmalen Gässchen mit alten Fachwerkhäusern, sowie die Kirche hat man im "Touristenschritt" in spätestens 10 Minuten erkundet. Außerdem ist heute Montag und sowohl das Museum, als auch die Kirche sind geschlossen. Also verlasse ich die Stadt nach kurzer Zeit.
Von Lorch aus ist der Riesling-Pfad in zwei Alternativ-Routen aufgeteilt. Eine untere Strecke führt nur wenige Meter von der Bahnlinie entfernt Richtung Assmannshausen. Der obere Weg führt zunächst wieder bergauf durch die Weinberge und dann am Wald entlang. Ich beschließe, den oberen Weg zu nehmen, lasse die Kirche im Rücken und wandere durch ein kleines Wohngebiet bergauf, bevor die ersten Rebstöcke auftauchen. Am Waldrand angekommen geht es auf einem schönen Weg mit herrlichen Panorama der Sonne entgegen. Das Wetter bessert sich zusehens und damit auch meine Laune.
Nach etwa sechs Kilometern kommt die andere Strecke den Berg hinauf und stößt wieder auf meinen Weg. Wie ich so den Weg hinunter blicke, bin ich froh das schon hinter mir zu haben. Leider habe ich mich zu früh gefreut, den schon nach kurzer Zeit führt der Weg in ein schmales Bachtal hinab und auf der anderen Seite wieder rauf. Danach ist der Weg jedoch wieder eben, führt nun etwas vom Rhein weg und mitten durch den Wald.
Nach etwa drei Kilometern teilt sich der Weg erneut. Die eine Strecke geht ins Tal hinab nach Assmannshausen und von dort zum Niederwald-Denkmal. Der andere Weg führt über Aulhausen. Ich nehme letztere Route, da ich in Aulhausen mein Quartier gebucht habe. Nachdem ich am frühen Nachmittag meine Rucksack abgegeben habe, mache ich mich auf den Weg zum Denkmal. Die 3 km führen über eine Bergkuppe und durch den Wald. Je näher man dem Denkmal kommt, desto mehr muss man aufpassen, den richtigen Weg zu nehmen, da hier unzählige Rundwege ausgeschildert sind.
Über das Denkmal, bzw. dessen Aussage, kann man durchaus geteilter Meinung sein. Der imperialistische Gestus der "Germania" ist mir zuwieder und die Blickrichtung gegen den "Erzfeind" Frankreich mehr als überholt. (Wer sich genauer darüber informieren möchte, klicke den Link weiter oben.) Man muss jedoch anerkennen, dass dieser Ort geradezu für ein Denkmal geschaffen und die Aussicht grandios ist!
Die Restaurant-Preise bewegen sich allerdings auch in schwindelnden Höhen. Für eine Tasse Kaffe mit einem Stück Kuchen lege ich glatt acht Euro hin. Dafür schenke ich mir die Adlerwarte - sowas habe ich andernorts schon gesehen - und bezahle nochmal sechs Euro für eine Seilbahn-Fahrt nach Rüdesheim.
FÜRCHTERLICH!!! Mehr fällt mir zu dieser Stadt nicht ein. Wir erinnern uns: Es ist Montag Nachmittag. Die Stadt quillt über vor (japanischen) Touristen, die busseweise durch geschleust werden. Alle sehenswerten Gebäude sind sowas von restauriert, dass man sich vorkommt, wie in Disneyland. Die weltberühmte Drosselgasse hat der Charme einer Fußgängerzone und die Preise toppen die vom Denkmal fast um das doppelte. Bei meiner Reiseplanung hatte ich vorgehabt, hier Station zu machen und mich gewundert, dass es dort scheinbar keine billigen Unterkünfte gibt. Jetzt verstehe ich! Bereits nach ca. einer Stunde habe ich genug und nehme den zweiten Teil meines Seilbahn-Tickets in Anspruch. Ich bin richtig erleichtert, als ich in den Wald hinter dem Denkmal eintauche und mir kein Mensch mehr begegnet.
Im Anschluss an den Rückweg nach Aulhausen beziehe ich mein Zimmer. Der Raum ist riesig, hat bestimmt 25 qm und Dusche/WC/Fernseher. Das ganze für 20 Euro. Die Pension Willich kann ich nur empfehlen! Vor allem weil sie zeigt, dass es auch anders geht, als in Rüdesheim.
Den Abend verbringe ich in einer Straußwirtschaft ein Paar Meter die Straße rauf. Dort gibt es leckere Snacks, die auch einem Vegetarier munden, und einen süffigen Rheingauer Riesling zu moderaten Preisen. Ziemlich "angedudelt" finde ich mein Bett.

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3. Tag: Nachdem ich gestern ja schon am Niederwald-Denkmal war, beschließe ich, den Riesling-Pfad für einige Kilometer zu verlassen und bis zum ehemaligen Kloster Nothgottes dem rechtsrheinischen Rheinhöhenweg (Kennzeichen ist ein "R") zu folgen. Dazu muss man jedoch erst einmal einen knappen Kilometer auf dem unbefestigten Straßenrand einer Kreisstraße (K 624) in östlicher Richtung zurück legen, bevor der Weg wieder durch Wiesen und Wälder führt. Das Kloster ist heute eine Bildungsstätte und man erhascht nur einen kleinen Blick durch die geöffnete Einfahrt. Macht aber nichts, denn das nächste Kloster wartet schon!
Direkt hinter dem Kloster treffe ich wieder auf "meine" Markierung und nun geht es etwa 2 km mitten durch den Wald nach Marienthal. Nachdem man eine kleine Siedlung durchquert hat, steigt man ins Tal hinab und dort liegt dann die bekannte Wallfahrtstätte Kloster Marienthal. Ich komme zu einer ungünstigen Zeit an: Der Gottesdienst ist gerade zuende und die Gaststätte hat noch nicht geöffnet. Was sollen die Gläubigen eigentlich in der dazwischen liegenden Stunde machen? So schaue ich mir noch die vielen Kapellen auf dem daneben liegenden Hügel an und wandere weiter nach Johannisberg. Leider verpasse ich durch die Besichtigung aber den richtigen Abzweig und folge einer Beschilderung durch den Wald nach Johanisberg, die mich in der Schloßheide heraus kommen lässt. Ein paar hundert Meter die Straße hinab finde ich wieder die richtige Markierung. Die Mühlen am Elsterbach bekomme deshalb aber nicht zu sehen.
Johannisberg wirbt damit die Spätlese "erfunden" zu haben. Laut Legende traf im Jahre 1775 der Kurier, der die Erlaubnis zum Beginn der Lese überbrachte, zu spät ein und die Trauben waren scheinbar schon verdorben. Trotzdem wurden sie geerntet und ergaben einen Wein von damals unbekannter Qualität. Wenn man ordentlich probiert, glaubt man vielleicht daran...
Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist aber zweifellos das Schloß Johannisberg. Geradezu der Inbegriff eines barocken Schlosses! Hierher wanderte schon Goethe Anfang des 19. Jahrhunderts und verfasste einige Texte. Weitere berühmte Menschen, wie Bismarck, Th. Jefferson und J. F. Cooper, schrieben begeisterte Berichte an ihre Freunde. Auszugsweise lässt sich das an dem o. a. Link nachlesen.
An dieser Stelle startet auch der sogenannte "Quer-Flöten-Weg", der im Wesentlichen mit dem Riesling-Weg zwischen Johannisberg und Hallgarten identisch ist. Ich wandere also durch die Weinberge abwärts, überquere kurz darauf eine Straße und komme in das Schwemmbach-Tal. Auf der gegenüber liegenden Seite geht es über eine Hügelkuppe und man erblickt Schloß Vollrads, Weingut und bis 1997 Sitz derer von Greiffenclau. Baulich eine etwas merkwürdige Stilmischung, die schon Goethe "wunderlich" fand. Neben einem trutzigen Wehrturm steht ein barockes Herrenhaus.
Etwa einen Kilometer nach dem Schloß verlasse ich mal wieder meine Route und nehme den "Mittelheimer-Flöten-Weg", da ich mein nächstes Quartier in Oestrich-Winkel, Stadtteil Mittelheim, nehmen will. Es geht nun ziemlich geradeaus, sanft den Berg hinab.
Es ist brütend heiß! Der Wetterbericht vom Vortag hatte 36° C im Schatten versprochen. Nur gibt es den im Weinberg halt nicht. Auf den letzten 2 km hätte ich mir fast einen Sonnenstich geholt. Völlig erschöpft mache ich Abends nur einen kleinen Rundgang, besichtige die Basilika, und bleibe dann auf der Sonnenterasse des Hotels hängen.

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4. Tag: Da der Wetterbericht auch für diesen Tag wieder tropische Temperaturen versprochen hat, stehe ich früh auf und bin bereits kurz nach 7:00 Uhr wieder unterwegs. Zunächst geht es etwa einen halben Kilometer die Straße entlang zum Ortsteil Oestrich. Dort finde ich einen Laden, der um diese Zeit schon geöffnet hat, versorge mich mit Proviant und biege in die Weinberge ab. Für etwa 3 km folge ich nun einem Wanderzeichen, das einen schwarzen Punkt zeigt. Der Weg führt entlang der rechten Seite des Pfingstbaches. In diesem Tal hat es früher mehrere Mühlen gegeben. Davon sind aber nur noch die Namen und Hofstellen erhalten geblieben.
An der Kühns-Mühle finde ich das Weinglas-Zeichen wieder und wandere nun nach rechts. Kurze Zeit später habe ich den Aufstieg hinter mir und komme wieder in einen Wald. Auf angenehmen Waldwegen geht es nun zum Susberg. Dazu ist noch einmal eine kurze, heftige Steigung zu überwinden. Dann hat man einen schönen Blick auf Hallberg und größere Abschnitte des Rheingaus.
Kurz nach dem Abstieg erreicht man jedoch wieder eine Straße. Zunächst noch ein asphaltierter Wirtschaftsweg, wird er später zu einer breiten Zufahrtstraße zur Siedlung "Am Rebhang". Von Weinbergen kann jenseits der 300 Höhenmetern übrigens nicht mehr die Rede sein. Nachdem man auch das letzte Wochenendhaus am Waldrand hinter sich gelassen hat, biegt man am "Unkenbaum", einem Naturdenkmal, rechts ab und wandert durch den Wald Richtung Kloster Eberbach.
Das Kloster ist heute ein Gaststätten und Hotelbetrieb mit gehobenem Anspruch (und Preisen). In einigen Gebäuden laufen noch Restaurierungsmaßnahmen. Wegen dem schönen Wetter und der Mittagshitze beschließe ich, einen längeren Aufenthalt im Biergarten der Klosterschänke einzulegen. Mir ist nicht der Sinn nach einer warmen Mahlzeit, aber das "Erdbeer-Sorbet auf Sekt" ist wirklich lecker!
Nachmittags lege ich dann die restlichen 4 km nach Kiedrich zurück. Dazu muss man zuerst den Eichberg erklimmen, was direkt hinter dem Kloster eine ziemlich steile Angelegenheit ist. Im Nahbereich des Klosters verläuft der Weg paralell zu einen Waldlehrpfad, der jedoch nicht wirklich interessant ist. Das Problem dieser Schautafeln im Wald ist halt, dass dort für alle etwas geboten werden muss.
Wegen meinem frühen Aufbruch, komme ich viel zu früh in Kiedrich an und habe reichlich Zeit, mir das nette Weindorf anzusehen. Besonders die St. Valentinuskirche aus dem 14. Jahrhundert ist sehenswert und eine Führung zu empfehlen. Die alten Gebäude konzentrieren sich wieder rund um die Kirche und den Marktplatz. Schön ist auch das Renaissance-Rathaus.
Den Abend verbringe ich in einer Straußwirtschaft in der Schulstraße. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen finstere Wolken auf und es beginnt heftig zu stürmen. Laub und kleine Zweige werden von den Bäumen gerissen, die Bedienung beginnt hektisch einzuräumen, es regnet aber nicht einen Tropfen. Später erfahre ich, dass es im Taunus wohl Hagelschauer gegeben hat.

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5. Tag: Frühmorgens wandere ich zur Kirche zurück, weil ich dort am Vortag schon gesehen hatte, dass der Weg dort weiter geht. Man kommt an einem Weingut vorbei und gelangt an einen Bach, den man überquert und abwärts folgt. An dieser Stelle ist der Weg zum einzigen Mal wirklich schlecht ausgeschildert! Denn die Zeichen führen einen nun ca 3 km Richtung Eltville, dort 500 m durch eine Siedlung und wieder ca 1,5 km zurück, bevor man kurz vor einem Staatsweingut wieder auf die, in der Karte eingezeichnete, Strecke kommt. Was ist hier passiert? Wollte ein Weinbauer keine Wanderer in seinem Berg? Es ist jedenfalls schon sehr ärgerlich, 5 km über asphaltierte Straßen laufen zu müssen, um letztlich vielleicht 1 km "Raumgewinn" Richtung Osten zu erzielen. Wanderer, die den Ärger nicht fürchten, sollten nach dem überqueren des Baches nicht den Zeichen nach rechts folgen, sondern geradeaus den Hang hinauf zum Waldrand gehen. Nach Überquerung des Grafenbergs biegt man am "Neuen Forsthaus" nach rechts ab und folgt dem Sülzbach abwärts, bis man ebenfalls am Weingut ankommt. Das scheint, zumindest auf der Karte, der bessere Weg zu sein.
Auf der Strecke zum Weingut und der dahinter liegenden "Bubenhäuser Höhe" sind - mal wieder - etliche Höhenmeter zu überwinden. Deshalb lege ich, oben angekommen, erstmal eine Pause ein und genieße den Ausblick. Auf der anderen Seite geht es zuerst ziemlich langsam bergab, bis man in Rauenthal ankommt. Durch ein Wohngebiet und ein kleines Wäldchen geht es dann steil in das Tal der Walluf (oder heißt er "Walluf-Bach"?) und nach Martinsthal hinab. Dieses langezogene Straßendorf durchquert man entlang der B 260, bevor man am Ortsausgang wieder auf angenehmere Wege kommt. Auf einem scheinbar namenlosen Berg mit Blick auf Wiesbaden lege ich eine Mittagspause ein.
Nachmittags geht es dann hinab nach Frauenstein. Die 500 Meter Umweg in das Dorfzentrum lohnen sich, meiner Meinung nach, nicht. Da habe ich schon schöneres gesehen, aber vielleicht bin ich ja einfach übersättigt, was Weindörfer angeht. Am Ortsausgang nehme ich dann auch nicht den Umweg durch die Weinberge, den der Riesling-Pfad hier noch einmal macht, sondern folge einem regionalen Wanderweg. Dieser führt, durch eine ausgedehnte Obstplantage, langsam abwärts Richtung Schierstein. Es liegen schon viele Kirschen auf dem Boden. Ich beschließe Mundraub zu begehen...
Meine Pension liegt direkt am Hafen. Deshalb mache ich abends noch einen Hafen-Rundgang. Gerne wäre ich auf einem Schiffs-Restaurant eingekehrt, dazu hatte ich aber nicht die richtige Kleidung im Rucksack. Ein Terrassen-Cafe erfüllt aber den gleichen Effekt und ist billiger.

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6. Tag: Heute sind zum Abschluss noch einmal 7 km angesagt. Im Großen und Ganzen durch einen Park direkt am Rhein. Dazwischen liegt aber auch ein Industriegebiet, das man auf ungefähr 2 km durchqueren muss. Das Schloß in Biebrich lohnt einen Blick, ansonsten ist diese Strecke aber eher für einen Sonntagsausflug zu Fuß oder mit dem Rad geeignet und nicht für eine Fernwanderung. Meine Entscheidung, die letzten Kilometer bis Wicker weg zu lassen, scheint richtig gewesen zu sein. Am Museum in Kastel, das leider nur Sonntags geöffnet hat, beende ich meine Wanderung und nehme schnöde den Bus bis zum Mainzer Bahnhof. In Mainz lege ich noch eine Übernachtung ein, um die Stadt zu besichtigen.

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