Drei Maare und ein Stück Lieserpfad
--> 11. Etappe des Eifelsteigs von Daun nach Manderscheid


  • Weg: Vom Parkplatz an der L 46 am Kurpark kurz vor Gemünden zum Gemündener Maar. Von dort am Weinfelder und am Schalkenmehrener Maar vorbei nach Schalkenmehren. Durch den Ort hinauf zum Kraterrand und weiter zum Sanatorium Altburg. Von dort hinab zur Lieser. Ab der Üdersdorfer Mühle mit dem Lieserpfad nach Manderscheid. Mit dem Bus zurück nach Daun --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 20,5 km
  • Dauer: 5,5 h
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Steigungen besonders zu Beginn.
  • Bewertung: Der Weg vereinigt den schönen Lieserpfad mit den Dauner Maaren - Eifeler Besonderheiten, die jeder Wanderer einmal gesehen haben muss.
  • Informationen und Karten: Wer diesen Weg gehen möchte, kann sich nun wirklich nicht verlaufen und eine Wanderkarte (Nr. 20 Daun 1 : 25 000) ist eigentlich nicht nötig. Eifelsteig und Lieserpfad sind sehr gut ausgewiesen, andere große Wege dienen ebenfalls der Orientierung.
    Der Eifelsteig hat eine übersichtliche Website mit Informationen zum Weg, auch zu dieser 11. Etappe.
    Für die Rückfahrt nimmt man den Bus der Linie 300, der Verbindung Daun - Manderscheid – Wittlich. Für weitere Informationen kann man das Internetangebot im Bereich Touristik der Städte Daun und Manderscheid nutzen.
    Geschichten zu den Wanderungen auf dem Eifelsteig und dem Entstehen des Wanderführer Eifelsteig befindet sich unter Der Eifelsteig.

An die erste Wanderung auf dem Lieserpfad erinnere ich mich wirklich gern. Klar, dass ich irgendwann noch einmal dorthin zurückkehren würde. Inzwischen hat sich zum Lieserpfad aber auch noch ein weiterer Wanderweg gesellt, nämlich der Eifelsteig. Letzterer schlängelt sich durch die Eifel und versucht natürlich, so viele Spezialitäten dieser Landschaft einzusammeln, wie irgend möglich. Ab Daun hat der Eifelsteig dann das Problem, dass zur Eifel nun mal die Maare gehören, also will er auch dort hin. Andererseits bedeutet dies, den spätestens durch den neuen Wanderpapst Manuel Andrack bundesweit als der "schönste Wanderweg der Welt" bekannt gewordenen Pfad zu verlassen. Dem Eifelsteig gelingt diese Verbindung aber sehr gut.

Da ich mit dem Auto nach Daun gekommen bin, schenke ich mir die ersten Kilometer im Stadtgebiet und parke auf dem Parkplatz am Kurpark kurz vor Gemünden. Von dort folge ich ein kurzes Stück der Straße, passiere den Abzweig nach Schalkenmehren und gehe die Auffahrt zum Gemündener Maar hinauf. Inzwischen bin ich auf eine Vielzahl von Wandermarkierungen gestoßen, unter ihnen auch die für den Eifelsteig und den Lieserpfad.

Am See des Gemündener Maares angekommen bin ich wieder genauso von der Idylle begeistert wie schon beim ersten Mal. Ziemlich genau acht Jahre ist das nun her.

Hinter dem Café muss ich mich dann entscheiden, geradeaus den Lieserpfad weiter zu wandern, oder links den Berg hinauf den Eifelsteig zu nehmen. Wehmütig in Erinnerungen schaue ich einen Moment den Lieserpfad entlang. Aber ich erinnere mich auch, dass gerade dieses erste Stück des Weges mir damals nicht viel zu sagen hatte und so fällt es mir nun leicht, auf dem Eifelsteig zu bleiben.

Es geht am Innenrand des Kraters immer weiter in die Höhe. Wenn die Bäume den Blick freigeben, hat man immer schönere Aussichten, zunächst auf den See in der Tiefe, mit jedem zusätzlichen Höhenmeter aber auch auf Daun und die umliegende Landschaft.

Nach einer guten halben Stunde ragt dann am oberen Rand des Kessels ein Turm vor mir auf. Als ich ihn ereicht habe befinde ich mich auf einer nach Süden baumlosen Hochebene. Den Turm kann man besteigen, es ist der sogenannte Dronke-Turm. Dieses 11 m hohe Bauwerk ist dem Gründungsvater des Eifelvereins Dr. Adolf Dronke (1837 – 1898) gewidmet und wurde 1902 errichtet. Von seiner Plattform bietet der Turm einen wunderbaren Rundblick über die Landschaft der Vulkaneifel.

Auf der 561 Meter hoch gelegenen Ebene haben sich an diesem schönen Herbsttag recht viele Menschen eingefunden, um die Aussicht zu genießen. Oder liegt es einfach nur daran, dass wenige Meter weiter schon das nächste Maar, das Weinfelder Maar oder Totenmaar zu sehen ist? Während sich an den beiden Nachbarmaaren jeweils ein namensgebenden Ort angesiedelt hat, gibt es den Ort Weinfeld heute nicht mehr. Er soll im 16. Jahrhundert verlassen worden sein, weil die Pest die meisten Bewohner getötet hatte. Nur eine Kapelle befindet sich noch am Rand des Sees. Ihr Ursprung soll auf das 14. Jahrhundert zurückgehen. Auf dem angeschlossenen Friedhof finden auch heute noch die Bewohner der umliegenden Dörfer ihre letzte Ruhe.

Nach der Halb-Umrundung des Totenmaares führt der Weg über den Kraterrand und die Landstraße hinweg in den Trichter des Schalkenmehrener Maars. Durch offene Wiesen mit Obstbäumen führt der Weg an einem Schwimmbad vorbei in den Ort. Wem es noch nicht zu früh am Tag ist, der kann sich in Schalkenmehren in verschiedenen Cafés und Restaurants niederlassen. Auch einen Bootsverleih gibt es am oben bereits erwähnten Schwimmbad. Außerdem fallen der kleine Lebensmittelladen und die Touristikinformation auf. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen machen das Dorf zu einem netten, kleinen Urlaubsort.

Nach den letzten Häusern von Schalkenmehren erkennt man auf dem Berg zwischen den Bäumen die helle Kuppel des Observatoriums Hohe List. Führungen finden dort von März bis Oktober jeweils Mittwochs um 14 Uhr nach vorheriger Anmeldung statt.

Bevor der Eifelsteig aber den Rand des Kraters erreicht hat, sollte man sich noch einmal umschauen und einen Blick zurück werfen. Denn wenn auf der anderen Seite der Weg unterhalb des Observatoriums wieder bergab führt, war dies die letzte Aussicht auf eines der Dauner Maare und die Vulkaneifel.

An der Fachklinik Altburg muss die Landstraße 68 erneut überquert werden. Direkt neben dem offenen Tor der Einfahrt führt der Weg in den Buchenwald. Mit ihm geht es wieder ins Tal hinab. Ein Angelweiher bietet einen schönen Platz, um eine Pause einzulegen, Tische und Bänke laden zu einem Picknick ein und sogar Toiletten sind vorhanden.

Der Weg führt nun tendenziell ins Tal. Zwar geht es auch immer mal wieder kurz bergan, aber bald liegt Trittscheid unterhalb des Weges und kurz darauf geht es steil bergab.

An der Straße angelangt erkenne ich die Stelle sofort wieder: Hier hatte ich vor acht Jahren das erste Mal überlegt, wo der Weg weitergehen würde. Der Eifelsteig führt mich nun aber nicht über die Straße wie es der Lieserpfad damals getan hatte – auch das Holzlager ist noch unten an der Lieser und wird einmal von der einen, dann von der anderen Seite besprüht -, nein, ich muss zurück auf dem Weg, der früher einmal zum Lieserpfad gehörte, bis die Brücke zur Üdersdorfer Mühle erreicht wird. Hier erst trifft der Eifelsteig auf den Lieserpfad und gemeinsam überqueren sie den Fluss.

An das Schild, das den Wanderer zur Einkehr einlud, kann ich mich auch noch gut erinnern. Dass heute beide großen Wege direkt über den Hof der bewirtschafteten Mühle führen, finde ich dann aber schon ein wenig merkwürdig. Da scheint jemand gute Verbindungen gehabt zu haben.

Von der Mühle geht es auf der Zufahrt zur Straße, die überquert wird. Die nassen und in der Sonne glänzenden schwarzen Baumstämme liegen jetzt auf der anderen Seite der Lieser. Vor acht Jahren war ich noch direkt am Holzlager entlanggewandert. 2 – 3 Kilometer bleibe ich jetzt auf der "falschen" Seite. Da hatte ich mich auf das Wiedersehen mit dem Lieserpfad gefreut, doch dessen Verlauf ist nun auf diesem Stück ein anderer geworden. Doch ich tröste mich damit, dass der Weg auch auf dieser Seite des Tales schön durch den Wiesengrund verläuft.

Bald muss ich über eine schmale Brücke und bin von da an wieder auf dem "richtigen" Lieserpfad von damals – zumindest denke ich das, denn wirklich wiedererkennen kann ich die Wege nicht mehr und Stellen, an die ich mich erinnern kann, finde ich nicht wieder.

Aber der Weg ist jetzt abwechslungsreich, geht einmal ein Stück bergauf, einmal wieder herunter, führt einmal über einen breiten Waldweg, dann aber auch auf einem schmalen Pfad, der ein Nebeneinandergehen nicht erlaubt. Die Lieser ist dabei meist in Sicht- und auch in Hörweite.

Die nächste Brücke über die Lieser ist dann schon ein wenig größer. An der Schutzhütte steht am Ufer eine dieser Sitzgelegenheiten, die an eine dem Körper angepasste, wellenförmige Sitzbank erinnern, wie sie in Touristik-Prospekten zum Thema Wandern jetzt oft zu sehen sind und lädt ein, einen Moment dem Spiel des Wassers zu lauschen.

Eine halbe Stunde später ist die weite Rasenfläche der Hahnerfläch erreicht, auf der ich damals gerastet habe. Anschließend folgt ein schmaler Pfad, der hoch über der Lieser dem Hang folgt. An exponierten Stellen gibt es Schutzhüten oder Bänke, die einen schönen Blick in das dicht bewaldete Tal erlauben und auch hier sollte man sich einen Augenblick nehmen, um die Aussicht zu genießen. Dann erscheint der mächtige Turm der Oberburg zwischen den Bäumen und es ist jetzt nicht mehr weit bis zum Ziel.

Die Stadt Manderscheid ist ein netter kleiner heilklimatischer Kur- und Kneippkurort. Von hier fährt regelmäßig ein Bus zurück nach Daun. Vorher sollte man aber in jedem Fall den Blick auf die beiden Manderscheider Burgen vom Parkplatz an der sich ins Tal windenden Straße genießen.



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