Wanderung im Sprudelland
--> Von Gerolstein über Birresborn nach Mürlenbach


  • Weg: Vom Bahnhof in Gerolstein zum Heiligenstein und weiter zur Dietzenley. Von dort hinab nach Michelbach und Birresborn. Dann an den Eishöhlen vorbei nach Mürlenbach --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 20 km
  • Dauer: ca. 5 h
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, mit zwei längeren Steigungen.
  • Bewertung: Schöne Wanderung, die immer wieder Ausblicke ins weite Land zu bieten hat und Besichtigungen zur Abwechslung bereit hält.
  • Informationen und Karten: Diese Wanderung folgte im Jahr 2010 im gesamten Verlauf dem Hauptwanderweg 4 des Eifelvereins, der damals den Namen Josef-Schramm-Weg getragen hat und wie alle Hauptwanderwege gut markiert gewesen ist. Seit 2017 trägt der Weg nun den neuen Namen Felsenweg und führt über andere Wege als hier beschrieben. Deshalb folgt man nun dem Eifelsteig bis zur Dietzenley, von dort dem Mosel-Rhein-Weg und erst zum Schluß dem HWW (4), wenn man dem hier gemachten Vorschlag folgen möchte. Als Begleitung ist die Wanderkarte 1 : 25 000 Nr. 19 Gerolstein geeignet.
    Informationen zum neuen Weg sind natürlich auf den Seiten des Eifelvereins zu finden.
    Wenn man in Gerolstein der Beschilderung Richtung Bahnhof folgt, kommt man aus Hillesheim kommend über eine Brücke, unter der links der Bahnhof zu sehen ist. Kurz darauf ist dann ein größerer Parkplatz, der kostenfrei ist.

Wer wissen will, woher das Mineralwasser kommt, das in ganz Deutschland bekannt ist und gerne getrunken wird, der ist hier genau richtig. Und wer wissen will, wie das Wasser in den Boden kommt, der sollte den Tafeln der Georoute, die zu Beginn dieser Wanderung aufgestellt sind, ein wenig Aufmerksamkeit schenken. Eine dieser Tafeln steht am Fuß des Heiligenstein, und erklärt, warum diese Felsen Karst- oder Dolomitfelsen genannt werden. Aber auch der Gipfel des Heiligenstein bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Kasselburg.

Nein, mit Ausblicken und Burgen geizt diese Strecke wirklich nicht. Bereits zuvor gab es beim Aufstieg zur Löwenburg in Gerolstein schon beides. Deshalb noch einmal zurück zum Anfang.

Die Stadt Gerolstein ist nicht sehr groß, hat aber eine Fußgängerzone. Diese liegt eine Etage höher als der Talgrund und so gelangt man dorthin entweder über Treppenstufen oder mit einem der Lifte, die es dort gibt. Dies erwähne ich aus zwei Gründen:

  1. so, in dieser Form, habe ich das noch nicht gesehen, und
  2. beginnt die 7. Etappe des Josef-Schramm-Weges am oberen Ende dieser Fußgängerzone.

Zunächst geht es also steil bergauf, um zur Löwenburg zu gelangen. Da der HWW 4 hier mit dem Eifelsteig zusammen läuft, ist es kein Problem, den Weg zu finden. Aber auch nachdem sich die beiden Wege getrennt haben, wird dies nicht schwierig sein, denn der Eifelverein pflegt die Beschilderung seiner Wege sehr gut.

Die Löwenburg ist nicht spektakulär. Die Vorburg ist im Privatbesitz, während des Aufstieges gab es schon den Blick auf Gerolstein und die im Tal gegenüberliegenden Dolomitfelsen und um sich auf einer der Bänke innerhalb der Ruinenmauern nieder zu lassen, ist es noch zu früh.

Zurück zum Weg am Heiligenstein, der hier wirklich traumhaft ist. Nicht nur die Natur ist jetzt im Herbst einmalig, sondern auch der schmale, weiche Pfad unter den Füßen. Letzteres ändert sich zwar bald wieder ein wenig, wenn ein Lauf- und Nordic Walking Parcour zum Weg dazustößt, schön bleibt der Weg aber trotzdem.

Eine Kapelle steht dann am Wegesrand, die Büschkapelle, und wenig später ein Wegekreuz. Außerdem weist jetzt auch ein Waldlehrpfad auf die Besonderheiten der Natur hin.

Wenn sich dann der Felsen der Dietzenley nach etwa zwei Stunden Wanderzeit vor dem Wanderer erhebt, sieht dieser zunächst einmal nicht besonders aus, die letzten Meter sind nicht sehr steil und einfach zu nehmen. Dennoch ist diese Erhebung mit 617,4 m die höchste im Gerolsteiner Land. Jetzt macht es sich eben bemerkbar, dass der Weg die Steigung nach und nach, immer mal wieder, genommen hat.

Auf der Dietzenley steht ein hölzener Aussichtsturm, der wiederum einen grandiosen Panoramablick bietet. Kaum zu glauben, dass eine Wandergruppe mit großen Rucksäcken auf dem Rücken, während ich die Aussicht auf dem Turm genieße, unterhalb des Felsens entlang läuft und den kurzen Weg herauf nicht findet.


(Teil-) Panorama von der Dietzenley

An der Dietzenley trennt sich der Hauptwanderweg 4 des Eifelvereins vom Eifelsteig. Der Josef-Schramm-Weg führt nun schnell an Höhenmetern verlierend nach Büscheich, durchquert den kleinen Ort, um dann auf einem asphaltierten Fahrweg in Kehren nach Michelbach zu gelangen. Dabei ist der Blick immer wieder auf die Höhen des wunderschönen Tals im herbstlichen Kleid frei.

Am Ortsausgang von Michelsbach gibt es dann nach ca. 2,5 km auch wieder einen weichen Waldweg unter die Sohlen. Hier biegt der Weg nämlich von der Straße ab, auf der aber nicht ein Auto und nur ein Bus, der Schulkinder nach Hause gebracht hat, in der Zeit von Büscheich bis hier her zu sehen war.

Im herbstlichen Wald gesellt sich dann der Michelbach mit zum Weg und plätschert munter in großen Schleifen der Kyll entgegen.

Gerade hat man sich an das Laufen auf Waldwegen gewöhnt, taucht eine Holzbrücke auf, die über den Michelbach führt. Diese Stelle stellt eine Art Wendepunkt dar. Im Herbst 2010 ist eine Brücke über die Kyll gesperrt, wie auf den Seiten des Eifelvereins zu lesen ist. Auf der Rückfahrt mit der Bahn sehe ich diese Brücke, die zwar intakt zu sein scheint, deren Aufgänge dennoch aber versperrt worden sind. Wahrscheinlich ist das Begehen nicht mehr sicher. Der Eifelverein hat deshalb an der oben erwähnten Brücke ein Umleitungsschild angebracht. Folgt man diesem Schild – nachfolgend ist hier auch der HWW 4 markiert – gelangt man schnell auf die Kreisstraße 29 und mit ihr nach Birresborn. Dadurch werden etwa 1,5 km Wegstrecke gespart, dafür ist aber Asphalttreten angesagt. Etwa 3 km braucht es, um wieder auf die ursprüngliche Streckenführung in Birresborn zu gelangen.

Der Ort Birresborn macht einen aufgeräumten Eindruck. Auch hier gibt es eine Sprudelfabrik. Diese liegt aber nicht an der Strecke, die jetzt wieder steil den Berg hinauf zu den Eis- und Mühlsteinhöhlen führt. Wieder sind es 1,5 km, bis der Weg von der asphaltierten Fahrstraße in den Wald abbiegt.

Die Höhlen sind zu besichtigen. Dies soll in der Zeit zwischen April bis Oktober der Fall und lohnenswert sein. Zu sehen sind die Spuren der Mühlsteingewinnung, die dort aus dem Fels geschlagen wurden. Müde durch den Aufstieg und den harten Untergrund spare ich mir aber den Abstecher zu den 1 km vom Weg abgelegenen Höhlen, zumal es auch keinen Hinweis gibt, dass jetzt, Ende Oktober, eine Besichtigung tatsächlich noch möglich ist.

Adam und Eva sind zwei nahe beieinander stehende Kiefern, die beide ca. 200 Jahre alt sein sollen. Hoch sind sie etwa 20 m, während Adam ca. 3,25 m Umfang hat, Eva hingegen nur ca. 3 m. Dafür muss Eva aber auch schon von einem Seil vor dem Umfallen bewart werden.

An dieser Stelle hat sich der Wald geöffnet und bietet die Möglichkeit für einen weiten Rundblick. Tisch und Bänke, sowie eine Schutzhütte stehen hier außerdem und laden zum Verweilen ein.

Einen Kilometer weiter ist auch der zweite Anstieg der heutigen Wanderung geschafft und es geht von nun an bergab, erst langsam, von einem Wegekreuz an dann immer schneller.

Leider, aber das war wohl nicht zu vermeiden, gelangt der Josef-Schramm-Weg bald auch wieder auf einen asphaltieren Fahrweg, der zu zwei einsam auf der Höhe gelegenen Häusern führt. Immerhin sind es aber immer noch rund 2 km bis Mürlenbach und so komme ich auf eine Länge von ca. 8 km, die der Weg insgesamt auf Asphalt verläuft. Kein schönes Ergebnis, denn das ist beinahe die Hälfte der Gesamtstrecke.

Mit Erreichen der ersten Häusern von Mürlenbach sind dann die mächtigen Türme der Bertradaburg auf einer Anhöhe über dem Dorf augenfällig. Jetzt am späten Nachmittag, die Sonne ist schon hinter einem der Hügel verschwunden, wirken die Mauern besonders duster und wehrhaft. Karl der Große soll auf dieser Burg zur Welt gekommen sein. Einen Beleg dafür gibt es aber nicht.

Im Dorf an der Durchgangsstraße angelangt fällt mein Blick auf den gegenüberliegenden Bahnübergang. Der ist geöffnet - sollte die Bahn etwa noch auf dem Weg sein? Die Bertradaburg soll zu besichtigen sein, der nächste Zug in 40 min fahren, ein Blick zur Burg, ein Blick auf die geöffneten Schranken...

Gerade als ich das Wartehäuschen am Gleis Richtung Gerolstein erreiche, werden die Schranken geschlossen und im nächsten Augenblick hält der Regionalzug.



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