Von der Quelle bis zur Mündung durch das urwüchsige, einsame Pommerbachtal --> Von Kaisersesch nach Pommern


  • Weg: Von Kaisersesch dem P durch das Pommerbachtal bis Pommern folgen. Mit Zug und Bus zurück nach Kaisersesch --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 19 km
  • Dauer: ca. 5 h
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Eine sehr schöne Wanderung!
  • Informationen und Karten: Die Beschreibung mit einer Skizze der Tour habe ich damals auf einer Website gefunden, die es heute nicht mehr gibt.
    Die Ortsgemeinde Kaisersesch hat sich dagegen ein neues Image verpasst und bezeichnet sich inzwischen als Schieferland Kaisersesch. Der neue und mit dem Look der meisten Eifel-Touristik-Seiten versehene Internetauftritt beinhaltet nun auch Informationen zum Weg das Pommerbachtal hinunter. Pommern bietet leider keinen sehenswerten oder informativen Internetauftritte für Touristen und Wanderer.
    Über bahn.de kann man die Verbindungen für die Rückfahrt heraussuchen. Beachten sollte man dabei, dass es Verbindungen über Cochem und über Treis-Karden gibt, die über Treis-Karden der jeweils letzten Verbindung über Cochem aber nur hinterherfährt und gleichzeitig ankommt.

Die beste Möglichkeit in Kaisersesch zu parken ist der Bahnhof. Dies bietet gleich mehrere Vorteile: Bahnhöfe sind immer gut zu finden, der Bus von Cochem endet hier, die Parkplätze sind kostenfrei und dieser Bahnhof liegt auf einem Berg und der Weg ins Zentrum führt bergab.

In der Ortmitte gibt es die Cochemer Straße und das weiße P ist an dieser Stelle kein Hinweis auf einen Parkplatz, sondern ist das Wanderzeichen für den heutigen Tag. Denn hier beginnt der Weg durch das Pommerbachtal. Irgendwo im Ort soll der Bach auch entspringen, aber gesehen habe ich dort weder die Quelle noch seinen Lauf. Vielleicht habe ich aber auch nur nicht gründlich genug danach gesucht.

Zunächst ist der Weg unspektakulär. Auf einer asphaltierten Fahrstraße führt er aus den Ort heraus, vorbei an einer Kapelle. Bevor man aber unter der L98 hindurch geht und Kaisersesch hinter sich lässt, sollte man sich noch einmal umdrehen und einen Blick zurück werfen. Denn jetzt, mit ein wenig Abstand zum Ortskern und der Kirche, schaut der Kirchturm über die Bäume herüber und der ist wirklich sehenswert, sehenswert schief. In der Unterführung dagegen scheinen hin und wieder Leichen abgelegt zu werden, zumindest deutet eine weiße Umrandung darauf hin.

Den Pommerbach sehe ich dann zum ersten Mal hinter einer Kläranlage. Heute ist Montag und offenbar Waschtag, denn das Wasser richt doch sehr stark nach frischer Meeresbrise und Aprilfrische. Deshalb lädt die Bank auf der Brücke über dem Pommerbach auch nicht wirklich zum Verweilen ein und auch die Informationstafel, auf der zu lesen steht, wie ein renaturierter Bach aussieht, ist nicht wirklich interessant. Zumal zusätzlich zum Frischewäschegeruch die Autobahn auf dem Damm hinter mir lärmt. Apropos Autobahn: Der Bach fließt unter der Brücke, offenbar durch eine Unterführung, unter der Autobahn hindurch. Aber wie kommt der Wanderer auf die andere Autobahnseite? Das P ist an dieser Stelle nämlich auch irgendwie verschwunden.

Nach ein paar Schritten den Hang hinauf, die aber nur direkt an die Autobahn führen, gehe ich wieder zurück zur Brücke, von der ich gerade den renaturierten Bach fotografiert habe. Dort fällt mir der Holzsteg am Fuße der Brücke über den Bach auf - warum ist der Steg nur dort und warum führt der Trampelpfad dorthin? Tatsächlich gelangt man über den Steg auf einen Betonsims, der an der Seite des Baches durch die Unterführung auf die andere Seite der Autobahn führt. Der Durchgang ist lang und dunkel und vielleicht sollte man eine Taschenlampe bereit halten, so aber ist dies das erste kleine Abenteuer auf dieser Tour.

Auf der anderen Seite darf der renaturierte Bach dann auch endlich aus seinem Betonbett heraus und fließen, wie er möchte. Das tut er zunächst über eine Wiese, die als Weide genutzt wird, auf der im Moment aber keine Tiere sind. Kurze Zeit später ist es allerdings auch eben der Zaun dieser Weide, der den Weg versperrt. Wieder ist das Wanderzeichen und der Weg nicht mehr zu entdecken. Also zurück und auf einen Eingang im Gebüsch achten, den es auch nach nur wenigen Metern gibt und durch den man auf einen schmalen Pfad oberhalb der Wiese gelangt. Hätte ich die Beschreibung vielleicht im Vorfeld gründlicher studieren sollen, und wären mir dann diese beiden Suchen erspart geblieben?

Von nun an ist der Weg aber gut bis sehr gut markiert, auch wenn er schon ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein scheint, denn manchmal blättert die Markierung an den Bäume schon ab. An einer ehemaligen Mühle geht der Weg entlang eines Feldes, über das man die Kirche des Ortes Hambuch sehen kann. Spätestens jetzt bleiben auch die letzten Geräusche der Autobahn zurück und der Weg wird mit jedem Schritt schöner. Häufig wechselt er vom schmalem Fußpfad zum breiteren Fußweg und dann zum Fuhrweg, um sich dann wieder zum Pfad zu verkleinern. Aber nicht nur der Weg ist äußerst veränderlich, auch die Laubmischwälder, die man durchschreitet, sind sehr abwechslungs- und artenreich.

Das Teil eines alten Mühlenrades steht dann am Wegesrand. In der Nähe ein Haus, das wohl auch, wie schon zuvor das Haus, einmal eine Mühle gewesen ist, nun aber privat bewohnt wird. Aus dem Schornstein quillt Rauch mit würzigem Holzbrandgeruch, dazu das Rauschen des Baches, klipp klapp...

Kurz darauf quert der Weg die K25. Ein Schild mit Werbung einer Biersorte weist auf der anderen Seite der Straße zur Villa Margaretha, einem Gasthaus. Das Haus ist Anfang des letzten Jahrhundert von einem reichen Kaufmann als Jagdhaus errichtet worden. Dann verlor er sein Geld und aus der romantischen Villa wurde eine Zeit lang später ein Ausflugslokal. Jetzt, als ich dort vorbeikomme, ist es geschlossen - ob nur für den Moment oder für längere Zeit, das ist nicht auszumachen. Interessant anzuschauen bleibt es trotzdem.

Etwa 1,5 km hinter der Villa wird das Tal enger, unten plätschert der Bach, auf halber Höhe am Hang führt der Weg entlang. War der Weg, der Wald und die Landschaft bisher schön und abwechslungsreich, sind sie jetzt wunderschön und reizvoll, auch weil der Weg wieder zu einem weichen, schmalen Fußweg geworden ist.

Dann liegen dort die Mauerreste des Klosters Rosenthal, direkt am Bach. Eine heller Fleck zwar, auf einer Wiese im tief eingeschnittenen Tal in der Sonne gelegen, aber überall ringsherum sind die Bäume so stark bemoost, als trotzten sie seit Jahrhunderten dem Wetter. Um 1170 gegründet, flohen die Zisterzienserinnen 1794 vor den Franzosen, von denen die Gebäude auf Abbruch versteigert wurden.

Eine halbe Stunde später schlängelt sie der Pommerbach durch das Tal und der Weg führt durch die Bachwiesen, einmal auf dieser Seite des Baches, einmal auf der anderen Seite. Der Boden ist hier sehr feucht und deshalb auch sehr matschig, sodass die Schuhe schnell nass werden und sich Klumpen an den Sohlen bilden. Die Füße bleiben zwar trocken, aber trotz Profil bleibt es nicht aus, dass ich immer wieder rutsche. Dabei muss auch immer wieder ein Steg überschritten werden und so zähle ich am Ende der nächsten Etappe zwölf schmale Brücken, ohne sagen zu können, ob ich nicht eine zu zählen vergessen habe. Und nicht alle diese Übergänge machen dabei einen vertrauenswürdigen Eindruck, denn hin und wieder ist das Geländer weggemodert oder fehlt ein Stück aus dem Bodenbrett. Letztendlich halten aber doch alle der Last stand.

Nach einem weiteren Wiesenabschnitt, diesmal mit nur drei Stegen, wird der Weg noch einmal zu einem schmalen Fußpfad. Dieser erreicht dann schließlich einen breiten, ebenen Waldweg, der auch gut für Fahrräder geeignet wäre. Auf dem nächsten Teil des Weges stehen nun an jeder Ecke so viele Bänke zum Ausruhen bereit, wie zuvor kleine Holzbrücken über den Bach geführt haben. Ein Zeichen, dass an Wochenenden und im Sommer hier mehr Menschen unterwegs sind, um einen Spaziergang zu unternehmen. Einer dieser Bänke steht auf einer Waldwiese an einer alten, kleinen Kapelle. Der Besuch der Kapelle ist das Überschreiten des Pommerbaches über eine Brücke wert und gerade jetzt am Nachmittag scheint auf der Lichtung die Sonne so schön, dass ich es für lohnenswert erachte, die nebenstehende Bank zu nutzen, um eine Pause einzulegen. Während ich dann auf der Bank sitze, einen Schluck trinke, ein paar Kekse esse und mir die letzten Stunden durch den Kopf gehen lasse, fällt mir auf, dass mir auf meiner gesamten Wanderung von Kaisersesch bis hier her noch kein einziger Mensch begegnet ist - von welchem Wanderweg kann man das sonst noch sagen?

Wenig später ist Pommern erreicht und man ist auch sofort im Ort. Natürlich muss man von den ersten Häuser bis zur Ortsmitte noch ein paar Schritte laufen, aber der Übergang vom Weg zum Ort ist irgendwie plötzlich, man tritt aus dem Wald und steht auf einer Wohnstraße, umgeben von den ersten Häusern. Die neuen Häuser am Ortsrand sind denen im Ortskern wiederum gestalterisch gut angepasst, sodass auch hier der Übergang kaum auffällt. Insgesamt jedoch besteht der Ort aus nur wenigen Häusern, die meisten im Ortskern sind alt, aber sehr schön restauriert. Und natürlich dreht sich hier an der Mosel alles um den Wein.

Leider sehe ich die Mündung des Pommerbaches in die Mosel nicht mehr. Das liegt daran, dass ich den Ortsrand 15 Minuten vor Abfahrt der Bahn nach Cochem erreiche und 10 Minuten später am Haltepunkt stehe, um den Zug zu erwischen. Der nächste Zug fährt erst eine Stunde später und mit ihm würde ich erst im Dunkeln in Kaisersesch ankommen. Hinzu kommt, dass sich der Ort jetzt Mitte Oktober schon auf den Winterschlaf vorbereitet hat, Tische und Stühle hereingeholt worden sind und an einer der Straußwirtschaften der Winzer sogar gerade sein Schild abnimmt, als ich am Bahnhof auf den Zug warte. Für einzelne Gäste lohnt sich das Öffnen wohl nicht.


Nachtrag Frühjahr 2012

Die Sturmschäden sind in diesem Jahr beseitigt und der Weg wieder gut zu finden.

Bis zur Villa Magaretha sind neue Wegzeichen angebracht worden und im Boden befinden sich auf der gesamten Strecke schon Halterungen für Wegweiser im Boden. Wahrscheinlich kündigt sich damit ein Premiumwanderweg an


Nachtrag Frühjahr 2010

Auf Grund einiger positiver Mails nehme ich mir die Wanderung noch einmal für ein Frühjahr/Frühsommer vor, weil die Tour dann "auch wegen dem blühenden Ginster so toll" sein soll.

Tatsächlich steht Pfingsten 2010 der Ginster durch den langen Winter noch nicht in voller Blüte, dennoch ist die Landschaft, im Gegensatz zum Herbst beim ersten Mal, natürlich absolut gegensätzlich. Auch fällt die neue Beschilderung, besonders im ersten Drittel der Strecke, auf. Mit diesen Hinweisen, wäre mir der Abzweig zur Unterführung beim ersten Mal sofort ins Auge gesprungen.

Im Mai 2010 gibt es aber zwei Bereiche, in denen der ein Sturm gewütet und größeren Schaden angerichtet hat. Die große Zahl der umgestürzten Bäume ist groß, das Vorankommen durch das Überklettern der Stämme und Äste mühsam, aber durchaus machbar. Nur mit dem Finden des Weges hatte ich Schwierigkeiten: Hinter der Villa Magaretha war ich so sehr damit beschäftigt, einen sicheren Tritt bergab zwischen den Bäumen und im Gewirr der Äste zu finden, dass ich den ebenfalls durch umgestürzte Bäume kaum erkennbaren Abzweig übersehen habe. Im Tal am Ende des Windbruches stand ich dann zwar vor dem Pommerbach, hatte aber den Weg verloren.

Diesmal habe ich übrigens in der Mitte von Kaisersesch geparkt - auf dem Balduinplatz - weil ich mich vom letzten Mal noch daran erinnern konnte, dass es auch hier eine Bushaltestelle gibt. Außerdem gibt es beinahe gegenüber des Platzes ein Schild, das zur Käranlage, und damit den richtigen Weg weist.











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