Mineralquellen, Schluchten und ein großes Loch in der Erde
--> Vom Brohltal in die Wolfsschlucht und zum Laacher See


  • Weg: Am Bahnhof Brohl in Brohl-Lützing beginnt der Rhein-Rureifel-Weg, der HWW 12 des Eifelvereins. Diesem Weg folgt dieser Vorschlag über Bad Tönisstein und Wassenach zum Kloster Maria Laach. Mit Bus und Zug zurück nach Brohl --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 14 km
  • Dauer: ca. 4 h
  • Schwierigkeit: Leicht, aber mit der ein oder anderen Steigungen.
  • Bewertung: Mir hat die Tour wegen der ständigen Nähe zur Straße und den vielen Menschen am Laacher See keinen Spaß gemacht.
  • Informationen und Karten: Die Wanderung folgte dem damaligen Verlauf des Rhein-Rureifel-Weg - HWW 12, gekennzeichnet mit >. Der Verlauf des Hauptwanderweges hat sich in der Zwischenzeit aber geändert, wie auf der Website des Eifelvereins nachzusehen ist.
    Die Verbandsgemeinde Brohltal hat unter dem Motto "Urlaub Laacher See" den touristischen Internetauftritt dem allgemein üblichen Look der Eifel-Touristik-Seiten angepasst. Dort gibt es auch eine Seite, auf der einzelne Rundwanderungen aufgeführt sind, die zum Teil die hier beschriebene Strecke tangieren, und natürlich hat auch das Kloster Maria Laach einen eigenen Internetauftritt.
    Spannend ist für viele sicher auch eine Fahrt mit der Brohltalbahn, dem Vulkanexpress, einer Schmalspurbahn mit gelegentlichem Dampflokbetrieb. Möglich ist z. B. eine Fahrt von Brohl nach Bad Tönisstein, um dort mit der Wanderung zu beginnen.
    Die Verbindungen zurück zum Parkplatz in Brohl mit dem ÖPNV sucht man am besten über bahn.de. Dabei sollte man die unterschiedliche Dauer der Transportwege beachten - in der Woche kann die zwischen 1:07 und 1:45 Std. liegen, am Wochenende gibt es eine direkte Busverbindung, die nur 32 Minuten braucht.

In Brohl am Bahnhof sind an einer Laterne alle Wanderzeichen der hier vorbeiführenden, großen Wanderwege vorbildlich angebracht. Neben dem R für den Rheinhöhenweg und dem B für den Brohltalweg also auch das Zeichen > für den Rhein-Rureifel-Weg, dem Hauptwanderweg 12 des Eifelvereins. Dieser Weg beginnt hier in Brohl und endet ca. 120 km später in Monschau, wie eine Auflistung der km bzw. Orte des Weges zeigt.

Leider verliert sich genau diese Markierung schon nach 200 m an einer Verkehrskreuzung. Links führt ein Weg den Berg hinauf, der mehrfach mit dem R gekennzeichnet und nicht zu übersehen ist. Geradeaus führt nur die B412 aus dem Ort hinaus. Beide Möglichkeiten zeigen kein > als Wanderzeichen und es bleibt jeweils nur der Weg zurück zum Lotto-Geschäft an der Kreuzung. Hier ist nun nur noch das B und die Straße in den Ort als Möglichkeit übrig. Und dieser sollte man auch nachgehen. Tatsächlich prangt das gesuchte Zeichen dann auch einige Dutzend Meter weiter wieder an einer Hauswand und zeigt den Weg.

Aus dem Ort heraus geht es an einer Reihe von Schrebergärten vorbei, die zum Teil aber recht verwildert und verlassen wirken. Einsam ist ein einzelner Gärtner in seinen Beeten beschäftigt. Mit den Gärten verläuft der Weg bald auf einem Damm, der an einem schmalen Wassergraben entlang verläuft: Der alte Mühlengraben, wie auf dem Faltblatt des Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr, Wanderung 4, zu lesen ist.

Ein Stück weiter quert der Weg die im Tal verlaufende Bundesstraße und steigt schweißtreibend in Serpentinen den steilen Hang hinauf. Oben angekommen erreicht er einen breiteren Fahrweg, der nun durch einen schönen Buchenwald führt: Der Herbst hat begonnen und die Blätter verfärben sich in bunten Farben.

Das Wanderzeichen > zeigt eine Weile später auf einen schmalen Pfad, auf dem es durch einen Tannenwald bergab geht. Ein Verschönerungsverein hat dann mitten im Wald eine kleine Holzbrücke über einen noch kleineren Bach gespendet, wie ein graviertes Metallschild am Geländer verrät. Ein opulentes Bauwerk, um an dieser Stelle trockenen Fußes über das Wasser zu gelangen. Auch auf der anderen Seite der Brücke geht es auf schmalem Pfad auf halber Höhe des Berghanges weiter - optisch immer noch wirklich schön, aber bis hier her war auch immer der Verkehr aus dem Tal zu hören.

Als es dann doch einmal ruhiger geworden ist, tauchen im Tal zwischen den Bäumen plötzlich viele Legosteine auf, die im Sonnenlicht glänzen. In Wahrheit sind es meterhohe Stapel bunter Getränkekisten, die hier auf dem Gelände einer Mineralwasserfabrik auf die Befüllung warten. Nachdem das Gelände und die Einfahrt des Mineralwasserabfüllers umrundet ist, geht es wieder im Wald bergauf.

Oben wartet dann bald eine Bank mit einem schöner Ausblick über das Tal und die Vulkaneifel. Im Tal, im Berg auf der gegenüberliegenden Seite, ist ein Loch im Felsen zu sehen, eine Tunnelausfahrt der Brohltalbahn. Das dann einen Moment später tatsächlich ein Zug des Vulkan-Expresses aus dem Felsloch auftaucht, ist wirklich ein ganz besonderer Anblick. Allerdings bin ich auch zu erstaunt, um dies zu realisieren, und die Kamera, zu der ich dann endlich greife, zu langsam bereit, um diesen Moment festzuhalten. Dabei gibt sich doch der Zug alle Mühe und lässt sich viel Zeit mit der Fahrt.

Es geht wieder den Berg hinunter, diesmal nach Bad Tönisstein, wo die L113 an der ehemaligen Fachklinik erreicht wird. Wer möchte, der kann den Weg bis hier her natürlich auch abkürzen und die Brohltahbahn in Brohl besteigen, um in Bad Tönisstein am Haltepunkt Jägerhaus auszusteigen. Oder aber man folgt der im oben bereits genannten Faltblatt des Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr der Wanderung 4, die am Kloster Maria Laach startet, wandert bis zum Jägerhaus und steigt hier dann in den Zug für die Fahrt nach Brohl. Zu beachten ist nur, dass im Winterhalbjahr leider keine Züge fahren, ansonsten lohnt sich aber sicher ein Blick auf den Fahrplan, um eine solche Fahrt einmal mitzuerleben.

Die Fachklinik Bad Tönisstein ist jetzt, im Oktober 2007, seit kurzer Zeit geschlossen und wirkt ein wenig gespenstisch. Ein prächtiges Wappen ziert die Eingangstür und das Brunnenhaus ist noch zugänglich. Dort sprudelt auch immer noch eine von zwei Quellen und man kann einen Schluck aus der Angelika-Quelle probieren. Bei dieser Quelle handelt es sich um eine Heilquelle mit besonders viel Eisen, wie man am "Rost" im Ablauf sehen kann. Nicht umsonst werden diese stark eisenhaltigen Brunnen Sauerbrunnen genannt: Die Angelika-Quelle schmeckt jedenfalls wirklich sehr gesund!

Das Wanderzeichen > führt vor dem Gebäude direkt über das Klinikgelände. Kurz dahinter gelangt man zunächst an eine helle Trasswand und wenig später beginnt die Wolfsschlucht. Diese Schlucht hat sich durch einen Bach gebildet, der sich durch den Trass gegraben hat. Dabei ist dieser aus heißer Asche entstandene Schlamm, der sich aus den Laacher Kegel vor ca. 12 000 Jahren über die Landschaft ergossen hat, offenbar nicht besonders hart, denn die Becken und Ausspülungen des Baches sind an vielen Stellen besonders tief und ausgeprägt.

Die Wolfsschlucht ist nicht besonders lang. Sie endet an einem Wasserfall, an dem der Weg aus der Schlucht auf die Straße, die L113, steigt. Leider ist diese Straße auch in der gesamten Schlucht immer in der Nähe und hörbar, was sehr ärgerlich ist. Ohne die Verkehrsgeräusche wäre die Vorstellung, dass man sich in der Urzeit in einem Urwald befindet, sicher gut möglich - in jedem Fall aber würde das Wandern durch das urwüchsige, verwilderte Tal bedeutend mehr Spaß machen.

Die Landstraße bleibt auch weiterhin Begleiter wenn der Weg am Waldrand entlang zum Römerbrunnen führt. Dieser Brunnen ist interessant, weil man hier sehen kann, wie ständig Blasen vom Boden an die Wasseroberfläche steigen - Kohlensäure aus dem vulkanischen Untergrund - und das Wasser zum Sprudeln bringen. So kommen also die kleinen Bläschen in die Flaschen!

Die Landschaft ist hier offen und nicht mehr durch enge Täler und Berghänge begrenzt. Durch Wiesen geht es so nach Wassenach, einem kleinen, aufgeräumten Ort, der ein sehr schön erhaltenes Burghaus besitzt. Durch diesen Ort steigt man immer weiter auf, bis man den Rand des Kraters des Laacher Sees am Hotel Waldfrieden erreicht hat.

Warum dieses Hotel Waldfrieden heißt? Kein Ahnung. Jedenfalls beginnt hier der Teil der Wanderung, der am wenigsten Spaß macht. Denn am Hotel Waldfrieden führt nicht nur die befahrene Straße nach Maria Laach entlang, hier ist auch ein großer Parkplatz, der dazu genutzt wird, um das Auto abzustellen und einen Spaziergang um den See oder zum Kloster Maria Laach zu machen. Auf dem Uferweg sind jedenfalls sehr viele Menschen unterwegs - in der Woche, am frühen Nachmittag, Mitte Oktober, wenn keine Ferien sind. Dabei ist der Weg gar nicht mal so interessant, denn das Ufer ist recht dicht bewachsen und zudem umzäunt, sodass man oft gar nicht auf den See sehen kann. Erst beim Kloster ist das Ufer des Sees zu betreten. Aber hier, und dann natürlich besonders auf dem Klostergelände, sind Himmel und Menschen unterwegs - nichts für mich!

















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