Das Rurtal in der Nordeifel
--> Von Monschau nach Einruhr auf dem Ludwig-Mathar-Weg


  • Weg: Vom Parkplatz "Dreistegen" bei Monschau in die Stadt, dort hinauf auf den Kierberg und wieder hinunter zur Rur, an der entlang durch das "Rosental" auf dem Ludwig-Mathar-Weg, dem Hauptwanderweg Nr. 11 des Eifelvereins, in Richtung Widdau. Bei Widdau hinauf zur "Uhusley" und weiter nach Hammer. Am Ende des Dorfes biegt man rechts zum Campingplatz ab, ohne die Markierung zu verlassen, geht weiter Richtung Dedenborn und von dort nach Einruhr. Mit dem Bus zurück nach Monschau --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 18,5 km
  • Dauer: 4,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, allerdings mit einigen Steigungen.
  • Bewertung: Schöne Wanderung, die nur den Makel hat, dass rund um Hammer die Straße mit im Tal verläuft und die Verkehrsgeräusche zum Weg heraufschallen. Allerdings ist das Verkehrsaufkommen insgesamt nicht all zu hoch.
  • Informationen und Karten: Wer einen Blick auf die Wanderkarte 1 : 25 000 Monschauer Land/Rurseengebiet wirft, dem wird schnell die dicke rote Linie auffallen, die von Monschau nach Einruhr immer in der Nähe der Rur verläuft. Sie markiert den Ludwig-Mathar- oder auch den Ahr-Venn-Weg, der mit dem > der Hauptwanderwege des Eifelvereins gekennzeichnet ist und die Nr. 11 bekommen hat.
    Informationen zu Ludwig Mathar gibt es bei wikipedia.
    Die Busverbindungen von Einruhr zurück nach Monschau lassen sich über bahn.de herausfinden. Es ist sehr zu empfehlen, dies vor dem Start der Wanderung zu tun, da in der Woche, Montag - Freitag, der letzte Bus von Einruhr bereits um 17:05 Uhr fährt. Am Wochenende ist der Verkehr noch weiter eingeschränkt. Umsteigen muss man in jedem Fall in Simmerath, wo es aber einen direkten Anschluss gibt.
    Da Monschau in einem engen Tal liegt und sehr beliebt als touristisches Ziel ist, kostet das Parken überall. Deshalb sucht man sich besser einen Platz außerhalb der Stadtmauern, muss dann aber auch den Rückweg vom Bus zum Auto einkalkulieren - bis "Dreistegen" etwa 1,5 km zusätzlich zu der oben gemachten Angabe.

Diese Wanderung ist eine Art Zwischen- oder Verbindungsstück zu Touren die auf diesen Seiten bereits Beschreibung gefunden haben: Die Rur entspringt im Hohen Venn, in der Nähe von Botrange, fließt dann hinunter nach Monschau, wo ich vom Parkplatz "Dreistegen" bereits eine Rund-Wanderung an der oberen Rur in Richtung Kalterherberg unternommen habe. Auf Einruhr, den Obersee und das Rurtal bei Dedenborn habe ich dagegen auf der Tour rund um Erkensruhr bereits geblickt. Schon lange hatte ich vor, das Zwischenstück auf der Landkarte zu begehen, erst recht, nachdem ich einmal auf dem Weg nach Hause durch das Tal der Rur zwischen Monschau und Einruhr mit dem Auto gefahren war und es mir dabei so ausgesprochen gut gefallen hatte.

Der Parkplatz "Dreistegen" kommt mir noch vertraut vor, als ich diesmal dort aus dem Auto steige, obwohl es schon zehn Monate her ist, seitdem ich das letzte Mal von dort aus zur Wanderung durch das obere Rurtal gestartet bin. Diesmal geht es also in die andere Richtung, nämlich die Rur abwärts. Dazu muss ich erst einmal wieder zurück nach Monschau. Dort haben sich an diesem schönen, sonnigen Spätsommertag die Busse schon zu dutzenden versammelt und ihre Ladungen ausgespuckt, die sich jetzt durch die engen Gassen drängen. Um dem zu entgegen nutze ich die kleine Brücke über die Rur noch bevor ich den Stadtkern mit seinen engen Gassen richtig erreiche, biege hinter dem Parkplatz "Burgau" von der Straße ab und klettere den Kierberg hinauf. Belohnt wird dieser erste Anstieg mit einem schönen Blick auf das Städtchen, bei dem sich das "Rote Haus" deutlich aus dem Grau der übrigen Fassaden aus zumeist Schiefer hervorhebt. Da ich aber die Rur entlang wandern möchte, muss ich den Berg an der anderen Seite wieder hinuntersteigen. Nachdem ich erneut über eine Brücke gelaufen bin, befinde ich mich dann endlich auf dem Ludwig-Mathar-Weg, dem ich heute folgen möchte. Ludwig Mathar war ein Sohn der Stadt Monschau und zu seiner Zeit ein bekannter Schriftsteller. Zugegeben, ich kenne ihn nicht. Macht aber nichts, denn der Weg, der seinen Namen trägt, der gefällt mir.

Die Häuser werden weniger, doch bis zur Kläranlage ist der Weg noch asphaltierten. Danach ist er als Radweg ausgebaut und geschottert, verläuft aber immer durch das bewaldete Tal und in unmittelbarer Nähe der Rur, die nicht nur zu sehen ist, sondern sich auch durch lautes Rauschen und Sprudeln bemerkbar macht und so stets präsent ist.

Die Kluckbachbrücke ist nicht zu übersehen. Mit ihr überquere ich die Rur ein weiteres Mal, um sofort wieder über einen nächsten Steg zu gehen, der nun tatsächlich den Kluckbach überbrückt. Laut Karte führt hier der Weg den Berg hinauf, aber da ist auch noch ein kleiner Pfad, der direkt an der Rur entlang zu führen scheint und so nicht auf der Karte eingezeichnet ist. Der Verlauf so nah am Ufer des Flusses und der weich mit Tannennadeln gepolsterte Untergrund verleiten mich sofort vom bezeichneten Weg abzugehen und ich folge dem Pfad. Der wird zwar immer noch begangen, aber nicht mehr gepflegt, sodass man häufiger über und unter verrottenden Baumstämmen hinweg klettern muss. Dafür ist es aber auch ein schöner, schmaler Pfad, wie ich ihn gern habe, und auf dem man immer am Ufer entlangwandert. Sorgen brauche ich mir also keine zu machen, dass ich den Hauptwanderweg nicht wieder finde. Tatsächlich stoße ich nach einem Knick und einem kurzen Anstieg, der mich von der Rur wegbringt, an einer Waldwiese auch bald schon wieder auf den Ahr-Venn-Weg und folge ihm weiter. Bald öffnet sich der Wald und es geht zwischen abfallenden Weiden in Richtung Widdau.

Bei Widdau gelange ich auf eine Straße, die K21, und benutze kurz die Brücke, um ein weiteres Mal die Uferseite zu wechseln. Dort steigt der Weg aus dem Tal empor und nach einem langen Anstieg erreiche ich die Uhusley, einen Felsen von dem der Blick über das dicht bewaldete Tal der Rur wandert. Leider schallen nun auch von der mit im Tal verlaufenden Straße Verkehrsgeräusche hinauf, was ein wenig störend ist, auch wenn auf der schmalen Straße dort unten nicht viel Verkehr herrscht. Aber das Wochenende steht vor der Tür und das sonnige Wetter mit strahlend blauen Himmel hat vor allen Dingen einige Motorradfahrer herausgelockt.

In Serpentinen geht es zurück ins Tal und bald ist auch das Rauschen der Rur wieder zu hören. Kurze Zeit später erreiche ich eine Landstraße und muss ihr folgen. Mit ihr gelange ich nach Hammer, einem kleinen, verschlafenen Ort, den ich auf der Hauptstraße durchwandere. Das ich an und auf der Straße laufen muss macht in diesem Falle gar nichts, denn es kommen hier so gut wie keine Autos vorbei. Am Campingplatz vorbei folge ich dem Weg bis Dedenborn, zwischendurch mal näher, mal weiter an der Rur vorbei, dann aber steigt der Weg wieder an und führt in die Höhe. Zur Belohnung gibt es hier Blicke auf das Tal und die sind einfach schön.

Nachdem ich Dedenborn hinter mir gelassen habe und wieder hinunter in das Tal der Rur hinabsteige, kommt mir das Tal irgendwie bekannt vor. Und tatsächlich habe ich es im Frühjahr schon einmal bei der Tour rund um Erkensruhr besucht und bin an seinem Rand entlang gewandert, nur eben eine Etage höher. Denn mit dem Verlassen von Dedenborn habe ich auch den Weg gewechselt und den Hauptwanderweg 11 verlassen, um nicht wieder auf der Höhe zu laufen, sondern wieder ins Tal der Rur zu gelangen und mit ihrem Verlauf nach Einruhr und den Obersee zu gelangen. Je näher ich allerdings dem Ort komme, um so häufiger begegnen mir auch Spaziergänger.

Eine halbe Stunde muss ich auf den Bus warten. Also setze ich mich auf eine Bank, genieße die Sonne und beobachte die Leute. Überrascht bin ich über die offensichtlich vielen Touristen, die die Straße und die Uferpromenade entlang schreiten. Dann aber fällt mir das Alter der Menschen auf und ich fühle mich seit langer Zeit mal wieder richtig jung.

Der Bus kommt und bringt mich nach Simmerath. Dort gibt es einen direkten Anschluss nach Monschau. Hier haben sich die Besucher bereits wieder in ihre Busse zurückgezogen und sind auf der Fahrt nach Hause. So sind die schmalen Gassen der Stadt nicht mehr bevölkert wie noch am Mittag als ich jetzt durch das Städtchen laufe, dass ich einmal ganz durchqueren muss, um auf der anderen Seite des Ortes wieder zum Parkplatz zu kommen.















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