Mühlenwanderung
--> Von Dahlem über Esch nach Jünkerath


  • Weg: Vom Dahlem bei Blankenheim am Vierherrenstein vorbei nach Jünkerath. Von dort mit der in der Woche stündlich verkehrenden Bahn zurück nach Dahlem --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 12 km
  • Dauer: 3:00 h
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Landschaftlich sehr schön.
  • Informationen und Karten: Die Idee für diese Wanderung habe ich durch die SWR - Landesschau Rheinland-Pfalz bekommen. Die entsprechende Seite existiert aber leider nicht mehr im Angebot des SWR. In der Beschreibung führte der Weg von Jünkerath weiter nach Birgel zur historischen Wassermühle. Die gegebene Streckenbeschreibung war allerdings auch sehr, sehr dürftig, als dass man damit den Weg hätte finden konnen. Deshalb ist in jedem Fall Karte des Eifelvereins Nr.15 Oberes Kylltal anzuraten ist.

1. Juli: Ein Sommertag. Normalerweise viel zu warm, um zu wandern. Doch in diesem Jahr ist es mehr oder weniger bewölkt und über die Eifelhöhen pfeift ein starker Wind, der die Windräder mächtig antreibt. Dazu Temperaturen um 20°C, die eher schon an Herbst denken lassen.

Aber mir sollte es recht sein und ich wollte diesen Tag nutzen, denn in diesem Jahr war ich bisher faul und erst zweimal unterwegs gewesen. So wurde es mal wieder Zeit, dass ich mir die Wanderschuhe schnürte und loszog. Da ich mich aber auch ziemlich eingerostet fühlte, wollte ich es auch nicht mit der Weglänge übertreiben und suchte mir deshalb eine Wanderung heraus, die im Rahmen blieb.

So fiel die Entscheidung dann schnell auf eine Tour, die ich auf den Seiten des SWR fand. Dort gab es mit der Überschrift "Durchs Kylltal" eine Streckenbeschreibung unter der Rubrik Mühlenwanderungen, die all meine Kriterien erfüllte: Nicht zu weit zu fahren, nicht zu lang und doch sich vielversprechend anhörend.

In Dahlem, dem Start der Wanderung, fand ich schnell einen Parkplatz in der Mitte des Dorfes an der Sparkasse, direkt an der Bahnstraße gelegen und zudem ausgestattet mit einer Wanderkarte auf einer Tafel. Das die Straße nicht, wie in der Beschreibung angegeben, Bahnhofstraße hieß, störte mich nicht weiter und ich glaubte mich an der richtigen Stelle. Dennoch bereitete es mir dann Schwierigkeiten, den Einstieg in die Wanderung zu finden. Auf der Suche nach der Mühlenstraße irrte ich durch das Dorf, bis ich mir schließlich überlegte, zuerst hinauf zum Bahnhof zu gehen, denn mit dem Zug sollte ich auch wieder zurück zum Auto gelangen. Dort am Bahnhof fand ich dann auch einen Wanderweg mit der Nummer 4, der laut Tafel am Parkplatz in meine Richtung führen sollte, und da auch in der Wegbeschreibung die 4 erwähnt wurde machte ich mich auf, ihm zu folgen.

Den Berg hinauf verlief der Weg über einen asphaltierten Wirtschaftsweg, bis zu einem Wallfahrtskreuz auf der Anhöhe. War ich zuvor noch sicher gewesen, auf dem richtigen Weg zu sein, wurde ich hier nun wieder unsicher: Sollte ich der 4 weiter folgen und somit wieder ins Tal hinunter laufen, oder dem Radweg in die eigentlich richtige Himmelsrichtung folgen?

Nun, ich entschied mich für die 4 und kam so durch Wald und Wiesen wieder hinunter in das Tal und in einem Bogen auch wieder in die Nähe von Dahlem, wohin ich eigentlich nicht wieder zurück wollte, denn dort hatte ich immerhin schon zuvor 20 Minuten meinen Weg gesucht. Aber ich kam so tatsächlich, an einer Kläranlage vorbei, in das Glaadtbachtal, wo ich auch endlich die erste Mühle fand. Allerdings wäre mir das nicht aufgegangen, wenn nicht ein Schild mit der Aufschrift "Obere Mühle" an der Wegkreuzung gestanden hätte, denn dieses Gebäude war nun wirklich kaum mehr als Mühle zu erkennen, sondern sah für mich aus wie ein ganz normaler Bauernhof.

Egal, dachte ich, endlich war ich - eine Stunde war etwa seit dem Start vergangen - auf dem richtigen, beschriebenen Weg, die Markierungen stimmten und ich lief mit dem Glaadtbach durch das Tal. Zwar verlief rechter Hand der Bahndamm und ich erinnerte mich an die Urfttalwanderung, die mir so gar nicht gefallen hatte, aber diesmal störte mich die Trasse nicht, vielleicht auch deshalb, weil es auf der anderen Seite ein Naturschutzgebiet mit üppigen Wiesen gab. Rechts wie links des Baches, meist ein wenig versteckt im wuchernden Grün, wurde eine tolle, bunte Blütenpracht geboten, sodass man zwar oft schon genauer hinsehen musste, dann aber eine Vielzahl von Farben ausmachen konnte: violett blühende Disteln, weiße Brombeerblüten und wilde Magariten, Vergissmeinnicht, Lupinen, Sumpfdotterblumen...

Dann bog der Weg nach links ab und über eine Brücke verlief er nun über den Glaadtbach zischen den Wiesen hindurch, hinein in den Wald. Ein langes Stück ging es langsam aber stetig bergan, bis ein asphaltierter Weg kreuzte, dem ich nach rechts folgte - und ich hätte schwören können, das dies der Weg war, von dem ich am Pilgerkreuz abgebogen und statt ihm zu folgen erst wieder ins Tal gegangen war, um dann wieder den Aufstieg zu machen.

Ein Stück weiter wies ein Schild auf den Vierherrenstein hin, der etwas abseits des Weges unter Bäumen versteckt lieg. Viel ist auf dem verwitterten Stein nicht mehr zu erkennen, nur dass einmal etwas darauf eingemeißelt gewesen ist. Dafür steht ein Schild daneben, auf dem erklärt wird, dass dieser Stein 500 Jahre alt ist und die Schöffen der Herren von Blankenheim, Schmidtheim, Kronenburg und Jünkerath ihre alljährliche Begehung der Gemarkungsgrenzen hier enden ließen, wo alle vier Ländereien zusammenstossen. Weil die Bank zum Rasten daneben auch nicht mehr so frisch aussah, lief ich weiter in Richtung Esch, ohne sie zu testen.

Nach einem einsam gelegenen Bauernhof auf der Höhe vor dem Ort, biegt der beschriebene Weg rechts ab auf den Hauptwanderweg 4 des Eifelvereins, den Josef-Schramm-Weg. Der führt zunächst einige Zeit an Weiden entlang, bis er dann wieder in den Wald führt - abwechslungsreich und landschaftlich schön, wie der gesamte Weg an diesem Tag.

Irgendwie verstand ich dann aber die dürftige Wegbeschreibung des SWR an einer Wegkreuzung wieder einmal falsch. Jedenfalls gelangte ich nicht zur Escher Mühle, sondern sah nur die Giebel des Hauses zwischen den Baumwipfeln aus einiger Entfernung. Naja, wahrscheinlich wäre sowieso nicht viel zu sehen gewesen, wie auch schon bei der ersten Mühle in Dahlem, da auch diese Mühle im privaten Besitz ist, und so folgte ich dem Weg, auf dem ich mich befand, auf der anderen Uferseite der Birbaches ins Tal ohne mich weiter darüber zu ärgern. Immerhin hatte ich das Highlight der Tour, die historische Wassermühle Birgel, die auch zu besichtigen ist, noch vor mir und sie sollte das Ziel der heutigen Wanderungen sein.

Etwa einen guten Kilometer weiter gelangte ich dann an ein kleines Staubecken mit einer nahegelegenen Hütte und einer Bank, sowie einem Tisch daneben. Dort machte ich Rast und schüttete mir einen Becher Tee ein. Das jedoch bekam mir nicht so recht, denn der wehende Wind war kühl und ich durch mein schnelles Tempo geschwitzt. Diese Kombination sollte dafür sorgen, dass ich beim Weiterlaufen bei jedem Schritt ein Ziehen in den Beinen spüren sollte.

Bevor ich mich aber wieder auf machte fragte ich zunächst eine Frau, die mit ihrem Hund vorbei kam, wo ich mich befand, und erfuhr so, dass die bereits zu erkennenden Häuser zu Jünkerath gehörten - genauer zum Ortsteil Glaadt, wie ich später auf der Karte herausfand.

Dort lief ich durch eine Wohnsiedlung wieder ins Tal und gelangte zum ersten Mal auf dieser Wanderung an das Flüsschen Kyll, das ich über eine Straßenbrücke überquerte und so schließlich wirklich in Jünkerath landete.

Das Ziehen in den Beinen wollte nicht nachlassen, zudem begannen es nun auch einige Tropfen aus den immer dichter gewordenen Wolken zu regnen, und so wurde immer klarer, dass die heutige Wanderung schon vor dem eigentlichen Ziel in Birgel in Jünkerath zu Ende sein würde, denn dort gibt es einen Bahnhof, von wo aus man zurück mit dem Zug nach Dahlem fahren kann.

Also bog ich von der Hauptstraße des Ortes links ab zum Bahnhof und wartete dort etwas 20 Minuten, um mit dem Zug wieder zurück nach Dahlem zu gelangen.



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