Von den alten Römern bis zum Golf
--> Wintertour zwischen Antweiler und Katzvey


  • Weg: Von Mechernich-Antweiler über die Felder nach Lessenich. Dort durch das Dorf hinauf zum neuen Friedhof und weiter auf dem Römerkanal Wanderweg. An den Katzensteinen vorbei und beim nahegelegenen Parkplatz über die Landstasse. Im Dorf über den Bahnübergang, hinter dem ehemaligen Schrankenwärterhaus parallel zur Bahnstrecke in Richtung Satzvey. In Satzvey an der Burg vorbei, wieder über die Bahngleise und direkt dahinter links bis zur Autobahnbrücke. Über den Golfplatz zur Burg Zievel, jedoch kurz davor an der Kreuzung links hinauf zum Lauerzberg. Von dort zurück, bald wieder auf dem Römerkanal-Wanderweg, nach Antweiler --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 13,5 km
  • Dauer: ca. 3,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Durch die Autobahn und die L61 ist oft Straßenverkehr zu hören. Dafür läuft man ein Stück den Römerkanal Wanderweg entlang und auch Katzensteine und die Wasserburg Satzvey sind sehenswert.
  • Informationen und Karten: Von Antweiler verläuft die Tour bis zu den Katzensteinen auf dem Römerkanal-Wanderweg. Die Burg Satzvey ist vielen bestimmt wegen der dort stattfindenden Ritterspiele bekannt. Weniger bekannt dagegen ist die in der Nachbarschaft liegende Burg Zievel, die das Clubhaus eines Golfclubs beherbergt.


Die Bruder-Klaus-Feldkapelle

Im Jahr 2007 wurde die Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf Bruder-Klaus-Feldkapelle fertig und geweiht. Dieses Bauwerk, das von Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen worden ist, zieht Besucher von Nah und Fern an - oft genug ganze Busladungen. Dennoch lohnt sich ein Besuch dort und das Einbeziehen in diese Wanderung bietet sich an. Manchmal kann man auch Glück haben und es sind gerade keine anderen Besucher dort.

Die in der Wegskizze gezeigte rote Linie nimmt einen entsprechenden längeren Weg von Antweiler zur Kapelle, die gelbe zeigt die Wegstrecke wie unten stehend beschrieben.

Infos zur Kapelle und die Öffnungszeiten gibt es unter: www.feldkapelle.de


Zuhause zu wandern finde ich recht langweilig, weil man die Umgebung kennt und sie keine Überraschungen mehr bereit hält, Neues zu entdecken fällt schwer. Einmal im Jahr aber, und zwar meistens dann, wenn es geschneit hat und ich mir überlege, wenigstens einmal eine längere Tour durch den Schnee zu machen und wegen den Witterungsverhältnissen nicht mit dem Auto fahren will, mache ich mich doch auf und laufe von Zuhause aus nach Katzvey und wieder zurück. Zugegeben, der Vorteil in dieser Tour liegt für mich persönlich auch darin, dass in dem Ort Bekannte wohnen, und ich dort auf einen Kaffee einkehren kann.

Als Fremder, der mit dem Auto nach Antweiler kommt, parkt man am besten auf dem Platz bei der Kirche und startet von dort. Der Straße ins Dorf folgend - der Graf-Schall-Straße - kommt man so bald zu einem Kriegerdenkmal, hinter dem der Hainbuchenweg nach links abbiegt. Ist dieser Weg zu Ende, geht es nach rechts weiter, bis die Landstraße den Weg kreuzt. Hier einfach geradeaus über die Straße, und spätestens jetzt ist der Wanderer auf dem Römerkanal-Wanderweg angelangt, dessen Markierung er nun folgt.

Es geht über das flache Feld schnurgerade bis zum Waldrand, linker Hand der Ort Wachendorf, im Rücken Antweiler und rechts ist schon Lessenich zu sehen. Am Waldrand stößt man auf einen Querweg, dem nach rechts in Richtung Lessenich gefolgt wird. Am Sportplatz vorbei, dahinter rechts und bald darauf links, kommt man in den Ort. Dort der Hauptstraße nach links folgen und hinter der Kirche rechts abbiegen: So geht es am Kindergarten vorbei hinauf zum neuen Friedhof.

Den folgende Abschnitt finde ich recht schön, denn Wiesen und Weiden werden nun immer mehr von Bäumen und Wald umrandet. Leider ist etwa ab dem Friedhof auch schon die Autobahn zu hören, die bald erreicht und unterquert wird. Immer noch befindet man sich auf dem Römerkanal-Wanderweg, und die erste Tafel mit Informationen über diese erste Wasserleitung, die sich hier durch das Gelände gebahnt hat, steht am Wegesrand. Der Text auf den Tafeln wiederholt sich allerdings, sodass es reicht, eine der Tafeln gelesen zu haben.

Mit dem Eintauchen in das Gehölz verschwinden mit jedem Schritt die Geräusche der Autobahn. Stechpalmen bevölkern das Unterholz, und auf diesem Teilstück der heutigen Tour führt der Weg durch den Mechernicher Wald. Dieser Abschnitt geht bis zu den Katzensteinen, einer Felsformation aus rotem Sandstein, die von der Landstraße L61 umkurvt wird. Um aber dorthin zu gelangen muss man ein wenig aufpassen, denn der schmale Pfad, der vom Römerkanal Wanderweg abzweigt, ist ein wenig schwerig zu finden: Macht der Römerkanal Wanderweg eine Linkskurve, die den Weg bergauf führt, sollte man in der Kurve auf der rechten Seite des Weges auf einen schmalen Pfad den Berg hinunter achten. Hat man ihn entdeckt, geht es auf ihm zu den Felsen, wobei ein wenig Vorsicht geboten ist, denn der Pfad verläuft sehr steil und je nach Wetter ist er dazu auch rutschig. Wer Lust hat, der kann auf die Katzensteine hinaufklettern, denn das bedarf keiner großen Anstrengung oder eines größeren Zeitaufwandes. Zu sehen gibt es oben angekommen aber nicht sehr viel, denn Bäume umringen die Steine und überragen die Spitze.

In der Nähe befindet sich ein Parkplatz, dort geht der Weg weiter. Der Ausfahrt direkt gegenüber führt ein Weg zwischen den Weiden hindurch in das Dorf Katzvey. Dort auf der Straße geht es rechter Hand über den Bahnübergang und gleich hinter dem ehemaligen Bahnwärterhäuschen wieder rechts auf einen geschotterten Weg. Jetzt folgt der Wanderer der Markierung A1. Der Weg führt bis Satzvey immer in Sichtweite der Bahnlinie weiter. Bald gesellt sich der Veybach mit hinzu, doch leider wird das Rauschen des Baches, je nach Verkehr, vom Rauschen der durch das Tal fahrenden Auto gestört.

In Satzvey stößt man auf eine Straße, die Am Wasserfall heißt. Wer danach suchen will, dem sei gesagt, dass er bereits an diesem Wasserfall vorbei gekommen ist - es handelt sich dabei also um nichts Spektakuläres und wem der Wasserfall nicht aufgefallen ist, der sollte sich die Mühe sparen und nicht danach suchen.

Am Ende der Straße führt eine Treppe zu den Wiesen am Veybach hinunter. Diese Stufen steigt man hinab und wendet sich bald nach links. Im Hintergrund ist jetzt das Gemäuer der Wasserburg Satzvey zu sehen - im Winter natürlich deutlicher, als wenn im Sommer das Laub dicht an den Bäumen hängt. Eine kleine Besonderheit, die etwas kurios anmutet, ist, dass der Weg über den Friedhof des Dorfes Satzvey führt. Wen das nicht stört, der kann auch ein Blick in die Kirche werfen, die zwar nicht wegen ihrer üppigen Ausstattung bekannt und berühmt ist, dennoch aber eine schöne, kleine Dorfkirche darstellt.

Das nächste Ziel zur Besichtigung schließt sich gleich an, nämlich die Burg Satzvey, in der der Graf und seine Familie immer noch wohnen. Von innen besichtigen kann man sie deshalb zwar nicht, aber auch ein Blick in den Burghof lohnt sich. Immerhin wird die Burg als eine der schönsten Wasserburgen im Rheinland bezeichnet. Übrigens finden hier in jedem Sommer Ritterspiele statt, die ein großes Spektakel bieten.

Das Burgtor im Rücken gelangt man wieder an die Bahnstrecke. Diese überquert man und biegt direkt dahinter in die Straße ein. Die Hallen und Musterhäuser einer ehemaligen Fertighaus-Firma gammelt hier langsam vor sich hin, obwohl sie zum Teil noch benutzt und bewohnt werden. Eine verlassene Container-Siedlung schließt sich an - auch kein Schmuckstück. Dann muss man rechts abbiegen, unter der Autobahn hindurch gehen und schon befindet man sich auf dem Golfplatz des GC Burg Zievel. Eigentlich - und das ist für mich als Bewohner der nahen Umgebung und Nicht-Golfspieler immer wieder bemerkenswert - gibt es immer Leute, die ihrem Hobby nachgehen und eine Runde spielen, bei jedem Wetter, ob Hitze, Kälte oder Regen, morgens, mittags und abends. Heute aber, bei einer geschlossenen Schneedecke, gehe ich allein über den Platz. Das wirkt irgendwie gespenstisch und komischerweise rechne ich trotzdem ständig mit dem Beschuss durch Golfbälle.

Wer sich dieser Gefahr bei anderem Wetter nicht aussetzen will, der kann einen Bogen um den Platz machen. Dazu biegt man direkt hinter der Autobahnbrücke und vor dem ersten Warnhinweisschild links ab, geht bis zum Wald hinauf und hält sich dort rechts. Dieser Weg wird allerdings auch gerne von Reitern und ihren Pferden benutzt und ist deshalb auch oft sehr aufgeweicht und matschig.

Die Burg Zievel, in der das Clubhaus des Golfklubs untergebracht ist, rückt heran. Auch hier wirkt alles verlassen, aber dorthin führt der Weg heute auch nicht, sondern ich biege nach links ab. Nach wenigen Schritten ist eine tausendjährige Eiche erreicht, die ihr Leben allerdings beendet hat und in der nächsten Zeit bestimmt zur Ruhe gelegt wird.

Gerade den Berg hinauf trifft man am beinahe höchsten Punkt auf eine offene Fläche und den Weg, der um den Golfplatz herumführt. Am Waldrand geht es dann hinauf zum Lauerzberg, der einerseits eine tolle Aussicht auf die Kreisstadt Euskirchen und weit bis nach Köln bietet, andererseits mit merkwürdigen, militärisch genutzten Antennen ausgestattet ist. Daran vorbei gibt es auf dem Weg bergab eine Wasserstation, an der man rechts abbiegt und so bald wieder auf den Römerkanalweg stößt, mit dem man nach und durch Antweiler zurück zur weithin sichtbaren Kirche läuft.



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