Kalkeifel, Wacholder und jede Menge Kreuze
-->Rundtour zwischen Nonnenbach und Alendorf


  • Weg: Vom Waldcafé Maus südlich von Nonnenbach bei Blankenheim zum Weiler Ahrmühle. Von dort hinauf zum ehemaligen Kalk- und Sandsteinbruch "Griesheuel", weiter auf dem "Alten Kirchweg" hinunter nach Alendorf und über den Kalvarienberg ins Lampertstal. Anstieg durch das Reipstal nach Ripsdorf und wieder hinab zur Ripsdorfer Mühle. Hier entweder geradeaus über die Brücke und den Wacholderwanderweg zurück zum Café Maus, oder mit einem Abstecher durch das Schafsbachtal und über den "Brotpfad" zum Ausgangspunkt --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 16,5 km
  • Dauer: 4,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, allerdings mit einigen Steigungen.
  • Bewertung: Die Tour bietet alles, was die Eifel sehenswert macht: Ausblicke, einzigartige Landschaftsformen, schöne Bachtäler und - wenn man genauer hinschaut - eine reichhaltige Flora.
  • Informationen und Karten: Diese Tour habe ich beim Bonner Generalanzeiger gefunden und bin sie nachgewandert. Als Karte ist die Wanderkarte 1 : 25 000 Blankenheim/Oberes Ahrtal zu empfehlen.

Die Felder sind schon abgeerntet, als ich zu dieser Tour aufbreche. Bei strahlend blauem Himmel und 25° C ist die Landschaft jetzt so ganz anders als beim letzten Mal, als ich in diesem Gebiet der Eifel wandern war: Weiter, stiller, irgendwie auch verschlafener - obwohl auch jetzt wieder beständig ein Wind über die Höhen streicht. Und offensichtlich ist es auch ganz anders, als es der Autor der Beschreibung, die mich auf diesen Weg gebracht hat, im Mai - Juni gesehen hat, denn von der üppigen Blütenpracht, die er zwischendurch immer wieder bewundernd erwähnt, ist kaum noch etwas zu finden. Dazu muss man nun schon etwas genauer hinsehen, doch auch dann gibt es jetzt noch, Anfang September, viele, kleine Blüten auf und am Weg zu sehen. Manchmal muss man sich dafür ins Gras legen, will man die kleinen Gewächse bewundern. Dafür entdecke ich aber auch einen Grashüpfer und kann ihn aus nur wenigen Zentimetern Entfernung dabei beobachten, wie er mit seinen Hinterbeinen diese typischen Geräusche verursacht - oder ist das dann eine Grille?

Doch so weit bin ich noch nicht. Zuerst muss ich noch mein Auto beim Waldcafé Maus parken und hinunter ins Eichholzbachtal laufen. Dabei geht es über eine Straße, doch das ist nicht weiter tragisch, denn sie ist so schmal, das gar kein Auto vorbeikommt und eher an einen asphaltierten Wirtschaftweg denken lässt, obwohl es offiziell eine Kreisstraße ist (K69). Das Eichholzbachtal ist typisch für die Bachtäler, auf die ich heute noch das ein oder andere Mal stoßen werde: Das unbegradigte Gewässer hat ein breites Tal gegraben und ist an seinen kurvigen Ufern dicht mit Bäumen bewachsen. Daran grenzen Wiesen und Weiden, die saftig grün sind. An den Hängen rechts und links, dort wo keine Landwirtschaft mehr möglich ist, wächst dichter Wald.

So geht es den Bach entlang nach Ahrmühle, einem kleinen Weiler im Tal. Von dort nehme ich den Weg bergauf zum Naturschutzgebiet "Griesheuel", einem ehemaligen Kalk- und Sandsteinbruch. Zu sehen ist davon nicht mehr viel, außer ein paar Erdlöchern, die in den Jahren vom Gras überwachsen worden sind. Dafür ist aber der Fernblick einmalig: Bis hinüber zur Burgruine der Nürburg, die dem Ring den Namen gab, auf dem die kleinen und die großen Schuhmacher ihre Runden drehen, kann man sehen. Etwa 25 km Luftlinie müssen das sein.

Nachdem ich die Bergkuppe umrundet habe, fällt mein Blick auf Alendorf, vielmehr auf die umliegenden Wacholderhänge, die mich irgendwie an Bilder aus der Toskana erinnern. Egal wie, schön anzuschauen ist es, wie die Hänge dort im Sonnenschein liegen!

Das Dörfchen Alendorf betrete ich nicht, dafür aber den Friedhof der kleinen Kirche St. Agatha. Umgeben von alten Bäumen liegt das noch ältere Gemäuer und irgendwie wirkt dieses Bild sehr friedlich. Wirklich betreten hat die Kirche aber schon lange niemand mehr, denn Spinnenweben zieren die Eingangstür, die verschlossen ist. Vom dichten Laub der Bäume ist auch der angrenzende Soldatenfriedhof überschattet und macht diesen gepflegten Eindruck, den Friedhöfe und Kirchen auf dem Land so oft vermitteln.

Auf der anderen Seite der Straße führt der Weg hinauf zum Kalvarienberg. Wacholder und alte Sandsteinkreuze und -bildnisse säumen den Weg bis hinauf auf die Kuppe des Hügels. Pilger werden an jedem dieser Kreuze ihre Gebete gen Himmel richten. Erschrocken bin ich bei dem Gedanken, dass sie sich dabei auf die harten Steinplatten, die vor jedem Kreuz liegen, knien müssen. Allein für diese Leiden gehört ihnen ein Platz im Himmel, finde ich. Oben auf der Bergkuppe angekommen werden die Gläubigen dann wahrscheinlich gar keinen Blick mehr für die Schönheit von Gottes Natur übrig haben. Was eigentlich sehr schade ist, denn auf dem Hügel angekommen liegt vor mir im Tal malerisch das Dorf Alendorf, umgeben von Wacholder bewachsen Hängen.

Anstatt niederzuknien liege ich dann im Gras, sehe und höre den Grashüpfern beim Zirpen zu und mache Aufnahmen vom kleinen Blüten, die sich nur wenige Zentimeter über dem Gras aus dem Boden strecken. Sonnig warm ist es und still, nur ein leiser Wind geht über die Landschaft, und plötzlich sehe und höre ich den Wacholder nicht nur, sondern kann ihn auch riechen, wie er süß und würzig in der Sonne duftet.

Den Film in der Kamera hatte ich heute voll machen wollen, jetzt ist mir das schon nach etwa der Hälfte der Strecke gelungen und dabei könnte ich noch so viele Fotos machen, überall bietet sich immer wieder ein neues Motiv an. Dummerweise habe ich keinen Film mehr dabei und muss mich mit den gemachten Bildern begnügen. Dabei wäre das Lampertstal, in das ich vom Kalvarienberg hinabsteige, schon ein nächstes Foto wert: Durch das breite Tal windet sich der Bach in grünen Wiesen, die wiederum von bewaldeten Hängen umrahmt werden. Ein Eichhörnchen springt auf einen Ast in einem Hasselnussbusch neben dem Weg und wir schauen uns eine Weile prüfend an - keine zwei Meter ist es entfernt. Kleine Echsen huschen immer wieder vom Weg ins schützende Dickicht, Greifvögel segeln über dem Tal.

Fast bin ich ein wenig ärgerlich, als meine Wegbeschreibung nach links in das Reipstal abzweigt und mich hinauf nach Ripsdorf bringt. Als ich mich dem Ort nähere bin ich erstaunt, wie viele Menschen hier in den Gärten beschäftigt sind. Die Ernte des Jahres wird eingebracht und der Spruch mit dem Bauern und den Kartoffeln geht mir sofort durch den Kopf, als ich die Ausbeute eines Mannes begutachte.

An schönen, alten Häusern vorbei geht es erneut talwärts, diesmal zur Ripsdorfer Mühle. An der Brücke über den Schafbach, wo ich wieder auf die K69 stoße, muss ich mich laut Beschreibung entscheiden, ob ich geradeaus dem Wacholderwanderweg folgen möchte, oder den längeren Weg einschlage. Die Entscheidung fällt zu Gunsten des Schafbachtales, das so schön ist wie die vorangegangenen. Über den "Brotpfad" verlasse ich das Tal. Bis zum Café Maus ist es nun nicht mehr weit.


Nachtrag Frühjahr 2012

Für einen Wanderführer habe ich mir diese Tour noch einmal vorgenommen. Wieder starte ich am Café Maus, diesmal gehe ich aber nicht geradeaus den Berg hinunter, sondern nehme den Weg an einer Info-Tafel nach rechts und komme so am Eichendorff-Felsen vorbei. Dort sind Zeilen eines Gedichtes des Dichters in den Stein gehauen, die genaue Geschichte wird dort erklärt.

Auch von Ahrmühle nehme ich einen anderen Weg zum Griesheul hinauf, in dem ich den Markierungen folge, die mich nach Waldorf führen.

Und später an der Ripsdorfer Mühle im Schafbachtal entscheide ich mich diesmal für die kürzere Variante hinauf, anstatt des Brotpfades nehme ich die erste Möglichkeit an den Bänken den Berg hinauf.



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