Jesus' Latschen und eine explosive Geschichte
--> Rund um Prüm


  • Weg: Von der Sankt-Salvator-Basilika bzw. dem Parkplatz Klosterhof hinter dem Regino-Gymnasium an der Sporthalle zum Parkplatz Wenzelbach und von dort zum Kalvarienberg. Anschließend zum Keltenring, weiter zur Skihütte in der Wolfsschlucht und wieder zurück nach Prüm --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 12,5 km
  • Dauer: 3,75 h
  • Schwierigkeit: Leicht
  • Bewertung: Wen die ständige Nähe zur Stadt und den Straßen nicht stört, dem begegnen interessante Dinge am Wegesrand.
  • Informationen und Karten: Unter www.pruem.de gibt es etwa ein halbes Dutzend Vorschläge für Wanderungen um Prüm herum. Wem das nicht reicht, der greift auf die Wanderkarte 1 : 25 000 Prümer Land zurück, die der Eifelverein herausgibt.

Die Touristikinformation in Prüm befindet sich direkt gegenüber der Basilika am Hahnplatz. Einen interessanten Vorschlag bekommt man dort allerdings nicht, wenn man nach einer möglichen Wanderung um Prüm fragt. Einzig eine Fotokopie mit dem Panoramaweges 120, der zum Anlass des 120jährigen Bestehen der Ortsgruppe des Eifelvereins neu ausgedacht worden ist, bekommt man in die Hand gedrückt. “Der ist so neu, dass er in noch keiner Karte eingezeichnet ist“, heißt es dann. Tatsächlich war das Jubiläum der Ortsgruppe Prüm im Jahr 2008 und in der Wanderkarte 1 : 25 000 Prümer Land, beim gleichen Besuch in der Touristikinformation gekauft, ist der Weg jedoch sehr wohl angegeben. Leider ist das auch schon der einzige Vorschlag für eine Wanderung und auf Fragen nach Abkürzungen und Alternativen zum gut 20 Kilometer langen Panoramaweg gibt es nur die Antwort, dass das alles hinten auf dem Zettel stehen würde. Dies hinterlässt nicht wirklich einen kompetenten Eindruck.

Schon Zuhause hatte ich mir von der oben erwähnten Website der Stadt Prüm eine Tour herausgesucht. So richtig gefällt mir die aber nicht, doch der Panoramaweg ist mir eigentlich für diesen Nachmittag zu lang. Also schaue ich mal in die so eben erstandene Karte, wie sich die einzelnen Wege rund um Prüm unter einen Hut bekommen lassen. Start ist natürlich an der Basilika, die das Stadtbild prägt und deren Türme weithin sichtbar sind. Von außen ist die Fassade wirklich beeindruckend, innen befindet sich das Grab von Kaiser Lothar I., einem Enkel Karl des Großen und die Sandalen Jesus als wertvolle Reliquie. Zu sehen bekommt man beides aber eigentlich gar nicht richtig, denn sowohl das Hochgrab als auch der Reliquienschrein befinden sich im Altarraum, der für den Besucher abgesperrt ist. Die Frage allerdings, ob Christus tatsächlich golddurchwirkte Schuhe getragen hat, mag jeder für sich beantworten. Meine Vorstellung vom Schuhwerk Jesu ist jedenfalls eine andere, zumal auch die Darstellung der Kirche bei mir immer gegenteilig herübergekommen ist.

Mit dem Kirchenportal im Rücken wenden ich mich nach links und laufe mit der Bahnhofstraße und der Bundesstraße 410 am Friedhof vorbei. Hinter den Friedhof biege ich nach links ab, um an der nächsten Ecke rechts dem Radweg nach Niederprüm zu folgen. Als die Bundesstraße erneut erreicht ist, biege ich kurz nach rechts und dann wieder nach links, so dass ich nun auf den Wanderparkplatz Wenzelbach stehe. Hier gibt es dann einen kleinen Kasten, der einen Block mit DIN a 4-Zetteln vor Regen schützt. Diese Zettel zeigen und beschreibt drei Rundtouren, die alle an diesem Parkplatz starten. Eine schöne Idee, wie ich finde. Allerdings frage ich mich auch, warum davon in der TI nichts bekannt ist, denn auf einem Parkplatz vermutet man diese Informationen nicht wirklich.

Hinter dem Parkplatz gibt es mehrere Möglichkeiten, ich nehme den Weg ganz links, folge dem regionalen Wanderweg Nr. 8 und laufe entgegengesetzt zur Markierung der Prümer Land Route 1. Nach etwa 500 Metern steht ein Sandsteinkreuz am Wegesrand und 400 Meter weiter stößt der Weg an einem Bauernhof auf eine kleine Kapelle. Eine schmale Straße führt hier den Berg hinauf und mit der Nummer 9 folge ich ihr. Je weiter der Weg an Höhe gewinnt, desto herrlicher wird der Fernblick über die Ausläufer der Kalkeifel. Im Tal liegt die Autobahnbrücke der A 60 bei Weinsfeld.

Nach der ersten Steigung stößt der Weg auf einen Querweg, der von links ebenfalls aus dem Tal kommt und mit dem ich nach recht abbiege. Durch Wiesen und Weiden laufe ich nun auf den Sendemasten zu, der über den Baumkronen eines kleinen Wäldchens herausragt und gelange so auf der Spitze der Anhöhe an einen Reiterhof.

Hinter dem Reiterhof befindet sich ein Parkplatz und das große Kreuz des Kalvarienberges. Eine Informationstafel weist hier auch auf den Explosionskrater hin, an dessen Rand sie sich befindet. Am 15. Juli 1949 brach in einem Munitionsstollen, in dem die französische Besatzungsmacht Sprengstoff für die Sprengung des Westwalls gelagert hatte, ein Feuer aus. Zwar konnte die Bevölkerung von Prüm zum Großteil evakuiert werden, doch die beiden Explosionen, die durch 500 Tonnen Sprengstoff hervorgerufen wurden, schleuderten eine viertel Million Kubikmeter Gestein auf die Stadt im Tal. Selbst in einem Kilometer Entfernung gingen noch Gesteinsbrocken nieder. Zwölf Menschen starben und viele wurden zum Teil schwer verletzt.

Zwischen dem Kreuz und einer Kapelle führt ein schmaler Pfad am Rand des Kraters entlang und stößt auf der dem Kreuz gegenüberliegenden Seite des Kraters auf den Pilgerpfad, der aus dem Tal den Berg hinauf kommt und einmal quer durch den Krater zum Gipfelkreuz führt. Diesem Pilgerweg folge ich ins Tal, vorbei an den Stationen des Kreuzweges, die in wuchtige Steine gehauen sind.

Wenig später erscheint auf der linken Seite eine kleine Kapelle. An dieser Stelle biegt der Weg vom Pilgerpfad nach links ab und ich folge der Beschilderung der Prümer Land Route 1 Richtung Tettenbach. Es folgt ein kleines Stück auf einem schmalen Pfad durch Wiesen bis die Bundesstraße 265 erreicht ist und überquert wird. Auf der anderen Seite steige ich ein paar Treppenstufen hinab und gelange so an zwei Teichen vorbei in ein Wohngebiet, durch das ich mit der Prümer Land Route 1 laufe. Im Tannenweg biegt links ein Waldweg ab, der in Richtung Keltenring weist und mit der Nummer 2 markiert ist. Diesesm Weg folge ich nun.

An der Informationstafel zum Keltenring steigt ein Weg zum Rand des Ringes hinauf und ein schmaler Pfad verläuft durch den Wald immer auf dem Ring bleibend. Als dieser Pfad dann wieder auf einen breiten Waldweg trifft, nehme ich diesen nach links und gelange so schnell an eine Wegekreuzung mit einer Schutzhütte.

Hier ist auf einem Wegweiser die Skihütte “Zum Schwarzen Mann“ angezeigt. Diesen Weg nehme ich - es ist der breite Waldweg geradeaus. Die Markierung Nr. 2 befindet sich ein Stück weiter an einem Baum und der Weg verläuft ohne Kurve schnurgerade durch einen schönen Mischwald.

Gerade mal 10 Minuten später befindet sich eine weitere Schutzhütte am rechten Wegesrand. Wenige Meter hinter dem Unterstand gibt es dann eine Schranke, die den Weg versperrt. Hier gehe ich rechts und biege in den Weg ein, der ein wenig bergab führt, und verlasse damit die Markierung Nr. 2. Ein paar Schritte weiter überquere ich geradeaus eine Kreuzung und lasse mich hier nicht von der wieder auftauchenden Nr. 2 irritieren. An dieser Kreuzung gibt es ein erstes Hinweisschild zur Skihütte Wolfsschlucht, doch das ist schon sehr verwittert und kaum lesbar.

An der nächsten Kreuzung, die ich wieder einfach überquere, ist die Beschilderung dann deutlich besser. Von hier sind es aber auch nur noch wenige Schritte bis zum Skigebiet Wolfsschlucht. Die Skihütte ist sonntags meist geöffnet und bietet neben einem Mittagsgericht Kaffee und Kuchen.

Mit Blick auf das Haus gehe ich rechts den Waldweg weiter. Markiert ist dieser Weg zunächst nicht, führt aber im Bogen bald schon wieder in Richtung Prüm. Schnell erreiche ich so eine weitere Schutzhütte mit Feuerstelle, die sich am Waldpfad Tettenbusch befindet. Hier gehe ich kurz rechts und sofort wieder - ab hier mit der Markierung Nr. 3 - links. Die Nummer 3 bleibt nun der Wegbegleiter, auch wenn es immer wieder Abzweige gibt, die meist ins Tal führen.

Der Weg gelangt schließlich an eine Landstraße, die es zu überqueren gilt und über Stufen erreiche ich das Gelände eines Bienenlehrpfades. Der Lehr-Bienenstand am Kurpark Prüm ist von Mai bis August Sonntags von 13 – 17 Uhr geöffnet.

An einer Quelle vorbei gelange ich dann in den Kurpark von Prüm. Von hier dauert es nicht mehr lange, bis die Türme der Basilika wieder zu sehen sind und das Auto erreicht ist.

An einem sonnigen Nachmittag im Herbst gönne ich mir dann noch einen Kaffee auf einer der Terrassen mit Außengastromomie und Blick auf die Basilika.



Drucken  Drucken