Auf den Spuren alter Mühlen - eine Herbstwanderung
--> Durch das Armutstal und zur Kottenborner Kapelle


  • Weg: Von Wennefelder Mühle mit dem Wanderweg "Auf den Spuren alter Mühlen" durch das Armutstal zur Daubiansmühle. Nach der Daubiansmühle mit dem "Fürstin Margarethe-Weg" hinauf zur Kottenborner Kapelle und weiter nach Wershofen. Durch den Ort bis zur Kirche, dann ins Dreisbachtal hinunter. Mit Dreisbach- und Kirchtal zum Segelflugplatz Wershofen und von dort bei der Hümmeler Mühle zurück ins Armutstal --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 21 km
  • Dauer: 5,5 h
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, eine längere, eine nicht ganz so lange Steigung.
  • Bewertung: Armuts- und Dreisbachtal sind sehr schön, die Aussicht vom Kottenborner Berg einmalig – alles zusammen besonders im Herbst ein Traum.
  • Informationen und Karten: Eine Übersicht über den Wanderweg "Auf den Spuren alter Mühlen", den diese Wanderung ein Stück lang begleitet, gibt es auf den Seiten der Tourist-Information Hocheifel-Nürburgring. Dort gibt es auch Angaben zum "Fürstin Margarethe-Weg".
    Da die Markierung des Mühlenweges ab Wershofen und im Dreisbachtal immer wieder auftaucht, aber eigentlich einem anderen Verlauf folgt, der Verlauf des ein oder anderen örtlichen Wanderweges auch interessant ist, ist die Wanderkarte 1 : 25 000 Oberes Ahrtal, die Wanderkarte Nr. 11 des Eifelvereins, zu empfehlen. In der Ausgabe 2006 ist auf dem Kottenborner Berg noch das Kottenborner Kreuz vermerkt, das bei meinem Besuch aber zu einer Kapelle geworden war.
    Die in der Streckenkarte eingezeichneten gelben Strecken stellen die im untenstehenden Text angedeuteten Alternativen zur eigentlich Route dar.

Ohne festen Plan, nur mit der Überlegung, dass ich in die Hocheifel möchte, aber nicht zu nah an Adenau und dem Nürburgring heran, um dem Motorenlärm zu entgehen, und eine Wanderung durch ein Bachtal mal wieder schön wäre, habe ich mir auf der Wanderkarte das Armutstal herausgeguckt. Gleich darauf entdecke ich auch den Wanderweg, der durch das Tal führt, nämlich den mit einem Mühlenrad gekennzeichneten Gebietswanderweg "Auf den Spuren alter Mühlen". Dieser war mir bereits aufgefallen, als ich eine Wanderung bei Adenau unternommen hatte. Bei diesem Weg handelt es sich jedoch um einen Rundweg, der auf drei Tage angelegt ist.

Da eine Wanderung ohne Aussicht in der Hocheifel nur eine halbe Wanderung ist, wähle ich als zweiten Anlaufpunkt das Kottenborner Kreuz, ein Aussichtspunkt östlich von Wershofen. Von dort muss ich dann nur noch zurück zum Auto. Doch wo parke ich? Die Orte Wershofen und Hümmel scheinen sich anzubieten und ich entschließe mich, einfach mal nach Hümmel zu fahren. Irgendwo dort im Ort werde ich das Auto schon abstellen können.

Die Straßen in Hümmel sind eng. Aber an der Kirche oder am Friedhof gibt es sicher eine Parkmöglichkeit. Doch Hümmel liegt auf einem Berg. Zwischendurch macht mir das nicht so viel aus, aber am Ende der Wanderung, müde von der möglicherweise langen Strecke, möchte ich mir einen langen Anstieg ersparen und fahre an der anderen Seite wieder aus dem Dorf heraus.

An der Straße zwischen Hümmel und Wershofen liegt im Tal Wennefelder Mühle. Doch von einer Mühle ist nichts zu sehen. Nur ein Gebäude, etwas abseits des Baches, versteckt zwischen Bäumen, ist zu erkennen. Dort, hinter der Brücke an der Straße nach Marthel, parke ich das Auto auf einem Weg, der durch eine Schränke versperrt wird. Hier bin ich nun schon im Armutstal und auch direkt auf dem Mühlenwanderweg.

Auf der Fahrt hatten sich noch dichte Nebelwolken gebildet, auf den Höhen war ich sogar beinahe mittendrin, jetzt löst sich der Nebel langsam auf und die hervorbrechende Sonne taucht den leisen Blätterregen in ein mildes Licht. Das Laub ist in diesem Jahr besonders intensiv und bunt gefärbt, dass ich so viele Motive sehe und mich bald bremsen muss, weil ich in kurzer Zeit schon so viel Herbstliches auf den Speicherchip gebannt habe.

Wunderschön auch die steilen, bewaldeten Hänge rechts und links. Einzig die Beschaffenheit des Weges, der geschottert ist und hin und wieder einen Gullideckel zeigt, könnte schöner sein. Aber wenn daran nichts getan wird, wird er in eins, zwei Jahren mit Laub bedeckt und besser zu laufen sein.

Der Bach schlängelt sich neben dem Weg schön durch das herbstliche Tal. Plötzlich klatscht es laut im Wasser und zwei Rehe flüchten verschreckt. Natürlich hatte ich sie im dicht bewachsenen und sich windenden Bachlauf zuvor nicht erkannt.

Nach einer knappen Stunde kreuzt der Erft-Lieser-Mosel-Weg, der Hauptwanderweg 3 des Eifelvereins, der im späteren Verlauf von Daun nach Wittlich als Lieserpfad bekannt ist. Mit ihm könnte ich über den hölzernen Steg direkt nach Wershofen gelangen. Der Pfad sieht an dieser Stelle im enger gewordenen, schattigen Tal, in dem die Bäume dicht am Weg stehen, verführerisch aus. Doch ich trotze der Versuchung und bleibe weiter auf dem Mühlenweg.

Ein Stück weiter stoße ich dann auf die K 57. Gut 800 Meter verläuft der Mühlenweg nun auf dieser Straße. Auch wenn sie mitten im Wald verläuft und nicht stark befahren wird, empfinde ich dies doch als sehr unangenehm, denn der Verlauf ist sehr kurvig und es sind hier eben immer ein paar rasende Motorräder unterwegs, die für Fußgänger gefährlich um die Kurven geschossen kommen.

Mit der K 57 nähere ich mich dann auch der L 165 bzw. L 75, der Straße von Bad Münstereifel nach Schuld. Diese Strecke ist berühmt-berüchtigt für ihre rennenfahrenden Motorradfahrer und die hohe Unfallzahl. Die Daubiansmühle liegt nahe dieser Straße und man kann dort einkehren. Doch mir ist der Motorenlärm, der sehr laut bis in den Mühlenhof dringt, zu unangenehm, als dass ich mich hier länger aufhalten möchte. Im Gegenteil, ich mache schnell, dass ich weiterkomme.

Ein Stück hinter der Daubiansmühle verlasse ich den Mühlenweg, bleibe aber auf dem örtlichen Wanderweg mit der Nummer 2 und bekomme für das Mühlenrad als Wanderzeichen nun ein F mit auf den Weg. Der Karte entnehme ich, dass es sich dabei um den "Fürstin Margarethe-Weg" handelt. Es geht jetzt bergauf und immer noch ist der Motorenlärm aus dem Tal so laut, dass beides auch meinen Blutdruck stark ansteigen lässt. Können diese Menschen nicht langsam fahren?! Den schönen Blick in das Tal und hinunter auf einen Steinbruch nehme ich nur kurz wahr. Dafür mache ich mir eine Notiz: Wenn man nicht unbedingt in der Daubiasmühle einkehren möchte, sollte man sich den Weg entlang der Straße und diesen Stück in Tal der L 75 sparen und dem Schild etwa 2 km vor der Mühle folgen, dass dort an einer Weggabelung im Armutstal den Berg hinauf nach Wershofen weist. Damit kürzt man den Weg nicht nur ab, sondern entgeht vor allen Dingen dem Straßenlärm. Eingezeichnet in die Karte ist dieser Wanderweg nicht, aber neben dem Schild folgt man damit dem örtlichen Wanderweg mit dem Buchstaben B, der relativ neu zu sein scheint. Dieser stößt auf der Höhe dann wieder auf den "Fürstin Margarethe-Weg".

Als ich nach dem langen Anstieg aus dem Wald heraustrete, ist der Verkehrslärm schon länger nicht mehr zu hören. Über eine offene Wiese kann ich jetzt den Weg, den ich zur Kottenborner Kapelle hinauf gehen werde, schon genau mit den Augen verfolgen. Rechts und links sind Spuren von Wildschweinen, die die Wiese aufgewühlt haben. Jäger haben das auch entdeckt und ihre Hoch- und Schießstände überall auf der Fläche aufgebaut. Oben auf dem Gipfel verliert sich der Weg dann in einem kleinen Wald, der dem Berg wie eine Mütze aufgesetzt ist. Und die ist auch nötig, denn trotz des schönen Wetters weht hier oben, wie so oft über den Eifelhöhen, ein kräftiger, kühler Wind.

Kurz vor dem Wäldchen steht eine Bank. Hier sollte man nicht nur ausruhen, sondern unbedingt auch das Panorama bewundern und genießen.


Beeindruckendes Panorama vom Kottenborner Berg

Auf der anderen Seite des Wäldchens steht eine kleine Kapelle. Auf einem Stuhl vor der Eingangstür lasse ich mich nieder und mache eine Pause. Auch von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung und den Ortsrand des nahen Wershofen. Doch leider bläst der Wind so stark, dass es schnell kalt wird, obwohl die Sonne scheint.

Der Weg führt mich dann in den Ort Wershofen hinein. Immer geradeaus geht es bis zur Kirche in der Ortsmitte. Eine ganze Reihe von Wegen treffen an dieser Stelle zusammen und man hat die Auswahl zwischen verschiedenen Wanderzeichen. Der Hauptwanderweg 3, der Erft-Lieser-Mosel-Weg, der aus dem Armutstal heraufkommt und auf der anderen Seite Wershofen ins Dreisbachtal hinunter verlässt, ist auch wieder mit dabei, genauso wie eine Vielzahl anderer Wanderwege. Von hier kann man mit den verschiedenen örtlichen Wegen direkt zurück ins Armutstal wandern. Mit dem Erft-Lieser-Mosel-Weg und dem "Fürstin Margarethe-Weg" biege ich dagegen vor der Kirche links ab, ins Dreisbachtal hinunter.

Nachdem ich die asphaltierten Wege des Dorfes hinter mir gelassen habe, wird der Weg ins Dreisbachtal sehr steil. Ab hier mischt sich auch der Mühlenweg immer wieder unter die Wanderzeichen, doch der Weg hat einen anderen Verlauf, so dass dies etwas verwirren kann. Unten am Dreisbach angekommen nehme ich wieder ein kurzes Stück Abschied vom Mühlenweg und biege im Tal mit dem örtlichen Wanderweg 3 nach rechts ab.

Auch das Dreisbachtal ist schön. Leider ist es schon so spät am Nachmittag, dass jetzt im Herbst die Sonne bereits aus dem Tal verschwunden ist. Dadurch ist es kühl. Deshalb entschließe ich mich, auch wenn dort hinauf kein regulärer Wanderweg in der Karte eingezeichnet ist, durch das Kirchtal zum Wershofener Segelflugplatz abzubiegen.

Als sich der Weg im Nadelwald durch umgestürzte Bäume verliert, heißt es, einen neuen Weg zu suchen. Hätte ich keine Karte gehabt, wäre ich nie auf die Idee gekommen, durch dieses Tal zu wandern. Jetzt muss ich mich durch das zum Glück lichte Unterholz zum Waldrand durchschlagen. Hier finde ich auch wieder einen Weg, der am Rande einer Weide entlang verläuft. Ein Segelflugzeug, das über den Horizont in die Höhe steigt, zeigt mir dann die Richtung und ich gelange so auf die K 9. Einen Moment bleibe ich stehen und beobachte den Flug des Seglers.

Der Straße entlang gehe ich dann in Richtung Johannishof. Besser wäre es allerdings gewesen, wenn ich im Dreisbachtal nicht rechts in das Kirchtal abgebogen wäre, sondern an der Weggabelung, an der auch der Mühlenweg wieder auf den Weg gestoßen ist, diesem im Tal gefolgt und erst an der Kläranlage mit dem Weg Nummer 1 zum Johannishof hinauf gegangen wäre.

Beim Johannishof steht ein orangefarbener LKW auf der Wiese, der mit einer Winde die Segelflugzeuge an Drahtseilen nach oben in die Luft zieht. Immer zwei Flugzeuge kurz nacheinander, bevor ein Auto die beiden Seilenden dann wieder zurück zum Startplatz zieht.

Eine Zeit lang schaue ich mir dies an, da der Weg direkt an den Fahrzeug mit der Winde entlang führt und ich jeweils aus Angst, sie könnten mir auf den Kopf fallen, warte, bis die Drahtseile vom Segelflieger ausgeklinkt worden und zu Boden gefallen sind.

Vom Rand des Segelflugplatzes geht es wieder in das Armutstal zurück. Zwischendurch gesellt sich auch der Mühlenweg wieder mit dazu und so erreiche ich bald die Hümmeler Mühle. Bis Wennefelder Mühle ist es jetzt nicht mehr weit.



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