Deutschlands schönster Wanderweg 2008
--> Der Virne-Burgweg


  • Weg: Vom Parkplatz am Gemeindehaus in Virneburg zur Burgruine hinauf, von dort wieder in den Ort und weiter durch das Nitzbachtal. Durch den Wald hinauf auf den Schafberg und zur Blumenrather Heide. Weiter über den Brauberg und den "Bergpfad", an dessen Ende der Abstieg zurück ins Nitzbachtal und zum Parkplatz folgt --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 10 km
  • Dauer: 2,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Schöne, abwechslungsreiche Wanderung, die aber den Makel hat, dass sie im Dreieck zweier Bundesstraßen liegt, die zum Nürburgring führen. Darauf sind leider auch viele Hobby-Rennfahrer unterwegs, deren Motorenlärm weit in den Wald hinein zu hören ist.
  • Informationen und Karten: Der "Virne-Burgweg" ist, wie der "Förstersteig" auch, einer von derzeit - im Jahr 2008 - elf "Traumpfaden" der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik und wurde Anfang September von der Redaktion des Wandermagazins zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg 2008" gekürt.
    Der Internetauftritt Traumpfade.info bietet alles zur Planung der Wanderstrecke: skalierbare, topographische Karte mit eingezeichnetem Wegverlauf, Höhenprofil, ein Überblick im pdf-Format, 3D-Flug, GPS-Daten...
    Unterwegs ist der Weg mit Wegweisern und Markierungen gut bestückt, so dass eine Karte nicht nötig ist, um den Weg zu finden.

Der "Virne-Burgweg" gehört zu den als "Traumpfade" bezeichneten Wegen der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik . Außerdem erfüllt er die Kriterien des Deutschen Wanderinstituts und darf sich Premiumwanderweg nennen. Darüber hinaus ist der Weg im September 2008 vom Wandermagazin zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg 2008" gewählt worden. All dies sind natürlich ausreichend Gründe, um an einem schönen Tag nach Virneburg zu fahren und den Weg auszuprobieren.

Um es gleich zu sagen: Der Weg bietet eine Menge, nämlich eine Burgruine, Wälder, Wiesen und Heidelandschaft, eine ganze Reihe von Ausblicken und Panoramen und nicht zu letzt abwechslungsreich geführte Wege. Interessant vielleicht auch, dass man oft den Weg erkennt, den man später laufen wird bzw. sehen kann, wo man zuvor gelaufen ist. So bietet der Schafberg schon einen schönen Blick auf die Blumenrather Heide, die 10 - 15 Minuten später durchquert wird.

Mit einem leichten Anstieg hinauf zur Burgruine, die den kleinen Ort Virneburg bewacht, beginnt die Wanderung. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf das Dorf im Tal, in das der Weg auf der anderen Seite der Burg auch gleich wieder zurückführt. Hier herrscht eine samstägliche Land-Idylle, denn da erklingt das scharfe Blatt einer Kreissäge, die den Holzvorrat für den nächsten Winter sägt, dort brummt irgendwo ein Rasenmäher und an anderer Stelle schallt Musik aus einem Transistorradio.

Hinter dem letzten Haus von Virneburg steht man dann sofort im Wald. Der Weg verläuft nun eine Zeit lang parallel zum Nitzbach, der im Tal aus Richtung Nürburgring entgegeneilt, windet sich schließlich nach links und eine längere Steigung muss bewältigt werden. Oben angekommen gibt es durch die Bäume hindurch dann einen ersten Blick auf den Ort Virneburg und auf das entfernter liegende Freilingen. Ein großes Panoramabild aber gibt es, wenn man aus dem Wald hervortritt und über freies Feld und Wiesen die letzten Meter hinauf zum Schafberg gewandert ist. Hier fällt der Blick nicht nur auf die im Tal liegenden Ortschaften und das hügelige Umland, sondern auch schon auf die Blumenrather Heide, die der nächste Anlaufpunkt der Wanderung ist.

Nach der Überquerung der Bundesstraße 258, an der eine kleine Kapelle steht, beginnt die Blumenrather Heide gleich hinter dem Parkplatz. Das Areal der Wacholderheide ist sicher nicht sehr groß, bietet aber eine schöne, landschaftliche Abwechslung. Außerdem hat man hier erneut einen herrlichen Weitblick, diesmal bis hin zur Nürburg in der Ferne.

Nachdem die Heide durchschritten ist, geht es bergab bis zu einer Schutzhütte, die oberhalb von Virneburg liegt. Von hier führt der Virne-Burgweg weiter über den sogenannten "Bergpfad", einem schönen, schmalen Pfad in bewaldeter Höhe. Da aber, wo die Bäume nicht so dicht sind und den Blick frei geben, gibt es immer wieder wunderschöne Aussichten auf die Mauern der Virneburg.

Am Ende dieses Pfades geht es ins Tal zurück, in dem der Nitzbach fließt. Nach einigem Auf und Ab und immer neuen Blicken auf die Burg, ist schließlich der Ort und der Parklatz wieder erreicht.

Bis hier her ist der schöne Teil der Wanderung beschrieben. Allerdings stellen die vorangegangenen Sätze nur einen Teil des Ganzen dar. Nicht vergessen sollte man nämlich zwei Dinge:

  1. Virneburg wird von der B 258 durchschnitten und etwa die Hälfte der Wanderung liegt im Dreieck der Bundesstraßen 258 und 410. Beide Straßen führen zum Nürburgring, auf dem eigentlich immer, besonders aber an den Wochenenden, etwas los ist und der Motorsportbegeisterte von weit her anzieht. Dies bedeutet, dass jede Menge Rennsportfreunde auf zwei und vier Rädern ihr eigenes, privates Rennen auf den Straßen fahren. Brüllende Motoren von Motorrädern und schreiende Reifen von Autos sind weithin zu hören und begleiten den Wanderer über einige Kilometer auf dem Weg im Wald.
  2. Auf einen Weg, der so viele Auszeichnungen erfährt, werden natürlich auch viele Menschen aufmerksam und neugierig. An dem Samstag, an dem ich in Virneburg war, zwei Wochen nach der Ernennung zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg", war der Parkplatz nahezu belegt und ich hatte ein wenig das Gefühl, ich würde in ein Rennen gehen, zu dem die Teilnehmer nach und nach, entsprechend ihren Vorlaufzeiten, an den Start gingen: Kurz vor mir starteten zwei Teams, mit mir kamen drei Team am Parkplatz an. Auf der Strecke begegneten mir weitere.
Vielleicht stören diese Punkte nicht jeden, die meisten Wanderer sind schließlich in Gruppen unterwegs und unterhalten sich dabei häufig laut miteinander, und vielleicht bin ich auch nur besonders empfindlich, was die Ruhe und Einsamkeit auf Waldwegen anbelangt, aber für mich ist es eben ein besonderes Erlebnis, das ich sehr schätze, wenn ich allein und in der Ruhe der Natur wandern kann.

Zum Schluss bleibt dann die Frage übrig, was einen Wanderweg zum schönsten Deutschlands macht?

Das Wandermagazin, das diesen Preis verleiht, hat mir in der Person des Chefredakteurs in einer Mail auf meine Frage und die oben angeführten Kritikpunkte geschrieben, dass er die Strecke dreimal gelaufen sei: Einmal am Sonntag, einmal am Montag und einmal am Mittwoch. Demnach sollte man den Weg unter der Woche gehen, dann sei der Lärmpegel völlig OK. Nach dieser Aussage ist der "Virne-Burgweg" also Deutschlands Schönster Wanderweg 2008 - aber nur am Montag oder Mittwoch, möglicherweise dann auch nur in der Zeit zwischen 10:00 - 14:00 Uhr oder alternativ bei schlechtem Wetter?

Auf den Gedanken, dass der "Virne-Burgweg" vielleicht auch deshalb gekürt worden ist, weil ein Anzeigen-Partner des Verlages die Rhein-Mosel-Eifel-Touristik-GmbH ist, wollte man nicht eingehen.




















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