Das Rurtal oben und unten
--> Die Felspassage bei Obermaubach


  • Weg: Von Obermaubach über die Staumauer, dahinter links dem Weg folgen und den Berg hinauf. Auf der Höhe zum Aussichtspunkt Waldkapelle, von dort in Richtung Nideggen bis an den Rand der Ortschaft. Hinunter nach Zerkall und durch das Tal der Rur zurück nach Obermaubach --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 14 km
  • Dauer: 3,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, zwei Anstiege.
  • Bewertung: Landschaftlich sehr schön!
  • Informationen und Karten: Zu finden ist die Wanderung Felspassage [07] unter wanderland-rureifel.de. Unterwegs ist der Weg gut ausgeschildert und eine Karte kaum notwendig.
    Obermaubach ist ein netter, kleine Ort mit der Möglichkeit zur Einkehr. Das selbe gilt für das Städtchen Nideggen, das der Weg am Rande streift. Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Ausblicke in das Tal, einer davon ist auch unter eifel-blicke.de anzuschauen.
    Im Tal gibt es Haltestellen der Rurtalbahn in Zerkall und Obermaubach. In Zerkall kann man außerdem über eine Brücke zum Nationalpark Stützpunkt Zerkall gelangen.

Direkt an der Staumauer in Obermaubach ist ein kleiner Parkplatz, auf dem das Parken kostenfrei ist. Ein erster Pluspunkt für den kleinen Ort, der ganz auf Tourismus eingestellt ist - ein halbes Dutzend Cafés und Hotels zeugen davon. Im Herbst 2007, als ich den Ort besuche, gibt es allerdings einen Makel, nämlich dass die Staumauer gerade saniert wird. Dadurch herrscht eine gewisse Betriebsamkeit, verbunden mit Absperrungen und Dreck rund um die Staumauer, und die Baugeräusche sind nicht zu überhören. Das Betreten der Mauer ist ebenfalls nicht erlaubt, dafür gibt es im Schatten des Dammes eine Brücke über die Rur.

Am anderen Flussufer liegt der Bahnhof des Ortes, der Obermaubach durch die Rurtalbahn mit Düren und Heimbach verbindet. Hier ist aber auch der Startpunkt der Felspassage.

Mit der Rur geht es zunächst ein paar Schritte nach Norden, bevor der Weg anzusteigen beginnt und in Serpentinen den Berg hinauf führt. Nach etwa einer Viertelstunde stößt der Weg auf einen Querweg, der Wegweiser weißt nach rechts, weiter den Berg hinauf. Doch auf der Wegskizze, die ich mitgenommen habe, ist in geringer Entfernung der Aussichtspunkt Engelsblick eingezeichnet und ich überlege, ob ich diesen kurzen Abstecher nicht machen sollte, um einen ersten Ausblick auf das Tal zu haben.

So entschließe ich mich und mache mich auf die Suche nach diesem Engelsblick. Doch als ich nach 600 - 800 Metern tatsächlich ins Tal schauen kann, mich dieser Blick nicht sonderlich beeindruckt und der Aussichtspunkt noch nicht in Sicht ist, drehe ich wieder um und kehre zum markierten Weg zurück.

Der steigt noch ein Stück weit durch den Wald bergan, bevor er das erste Mal den Blick auf Obermaubach mit der Staumauer und die gegenüber im Tal liegenden Berge freigibt. Immer wieder ermöglichen es nun Schneisen und die inzwischen erreichte Höhe hinunter ins Tal auf den Ort zu blicken und jeder Blick hat seinen Reiz. In diesem Falle auch und besonders der Blick zurück auf die Burg Untermaubach.

Nach einer Stunde ist dann die Waldkapelle erreicht. Dieser Aussichtspunkt ist einer der Eifel-Blicke, die man unter der oben aufgeführten Adresse finden kann. Von hier hat man erneut einen wunderbaren Blick in das Tal und über die naheliegenden Eifelhöhen. In der Spätsommersonne macht an dieser Stelle eine Rast besonders viel Spaß.

Nachdem ich mich von der Aussicht gelöst habe, führt der Weg dann durch einen niedrigen Eichenwald. Auch wenn es hier zunächst nicht diese tollen Ausblicke gibt, ist es interessant hier zu laufen. Denn die Eichen sind zum Teil schon sehr alt und zwischendurch entdecke ich sogar einen hohlen Baum, der eine Vogelhöhe enthält, wie unschwer an kreisrunden Eingang zu sehen ist.

Der nächste Ausblick geht dann in das unbebaute Tal der Rur, ein Stück weiter den Fluss hinauf. Dieser Blick ist eigentlich noch viel schöner, als der von der Waldkapelle, eben weil es nur Berge, Wald und Wiesen zu sehen gibt. Dann hupt unten im Tal, ohne das ich sie sehen kann, die Rurtalbahn und ich gehe weiter. Ohne es zu wissen habe ich dort unten auch schon meinen Rückweg in Form einer asphaltierten Fahrstraße gesehen.

Einige Ahornbäume am Wegesrand scheinen von einer merkwürdigen Krankheit befallen zu sein. Auf den Blättern sind teerschwarze, runde Flecken, die sich in die Blätter hineingebrannt zu haben scheinen. So etwas habe ich noch nie gesehen und ich schaue mir die Sache gleichzeitig interessiert und abgestoßen an. Tatsächlich handelt es sich zum die Teerfleckenkrankheit, eine Pilzinfektionen, die ausschließlich den Ahorn befällt.

Eine dreiviertel Stunde nachdem ich von der Waldkapelle aufgebrochen bin, taucht der Weg dann in den Wald ein und führt dicht an verschiedenen Felsformationen vorbei. Eugenienstein, Einsiedlerklamm und Kickley sind ihre Namen. Zunächst sind diese Formationen nur hoch über dem Weg zu sehen, dann jedoch schlängelt sich der Weg direkt an den Felsen vorbei. Deshalb hat diese Wanderung also den Namen Felspassage bekommen.

Nach einem Anstieg ist dann eine Straße zu hören und durch das dichte Blattwerk der Bäume schimmern Häuser. Der Rand des Ortes Nideggen ist erreicht. Kurz bevor man jedoch aus dem Wald heraustritt, macht der Weg einen Bogen und führt auf schmalem Pfad wieder bergab.

Nach einer weiteren halben Stunde ist dann das Gut Laach im Tal erreicht. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Mauern von Burg Nideggen, die über dem Tal thront. Bald darauf bin ich an der Haltestelle Zerkall angelangt. Wer keine Lust mehr zum Weiterwandern hat, der kann hier auf die Rurtalbahn warten und mit ihr wieder zurück nach Obermaubach fahren. Eine Brücke führt zum Nationalpark-Stützpunkt Zerkall, einem sogenannten Nationalparktor. Dort kann man sich mit Informationen über die Rur, den Nationalpark und die Umgebung versorgen.

Hinter der Haltestelle weist ein Schild zu einem Restaurant und dorthin führt auch der Weg zwischen Bahnlinie und Rur. Damit Anwohner und Besucher bequem mit dem Auto zum Essen fahren können, ist der Weg asphaltiert. Doch auch das große Pferdegestüt, das hinter dem Restaurant folgt, will erreichbar sein. Die Beschaffenheit des Weges und die Nähe zum Ausflugslokal haben aber auf diesem Abschnitt der Tour zur Folge, dass nun auch der ein oder anderen Spaziergänger mit auf der Piste unterwegs ist. Dennoch ist es hier unten im Tal schön, weite Wiesen, Hecken und Büsche voller Früchte und Beeren, die bewaldeten Hänge und auch die Felsen, an denen ich vorhin noch vorbeigewandert bin, sind deutlich zu erkennen.

Nach dem Gestüt geht es über eine Brücke und damit auf die andere Uferseite der Rur, eine halbe Stunde später folgt eine weitere Brücke und führt wieder zurück auf die Seite jenseits von Obermaubach. Nachdem das Gut Mausauel erreicht ist, nähert sich der Weg dem Staubecken Obermaubach. Nur die Bahngleise liegen noch zwischen Weg und Wasser. Doch wie oben schon erwähnt, wird die Staumauer saniert und aus diesem Grund ist das Wasser aus dem Becken abgelassen worden, als ich dort vorbeiwandere.

Als ich wieder zurück auf der anderen Seite in Obermaubach auf dem Parkplatz angelangt bin, beginnt es gerade zu regnen. Genau abgepasst oder Glück gehabt, denn bisher war es ein schöner, sonniger Tag gewesen.



























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