Durch Wiesen und Wald zum Schnellekesbach
--> Zwischen Rheinbacher und Flamersheimer Wald


  • Weg: Vom Parkplatz beim Kindergarten in Queckenberg über den Ort Eichen in Richtung Berscheid. Dann durch das Tal des Schnellchesbach auf Merzbach zu und zum Schwarzen Kreuz. Nördlich um Merzbach herum und zurück über Loch nach Queckenberg --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 17 (13,5) km
  • Dauer: 4 h
  • Schwierigkeit: Leicht, allerdings mit Steigungen.
  • Bewertung: Schöne Wanderung durch Wald und Wiesen und ein traumhaftes Bachtal.
    Inzwischen würde ich aber die reizvolleren Alternativrouten wählen, die deutlich mehr zu bieten haben.
  • Informationen und Karten: Angeregt durch eine Empfehlung, diese Strecke doch einmal zu laufen und dem damit verbundenen Artikel aus der Aachener Zeitung vom 16. Juni 2001, hatte ich diese Tour unternommen. Als Karten empfiehlt sich die Wanderkarte Nr. 6 des Eifelvereins Meckenheim/Rheinbach/Swisttal. Das Mitnehmen dieser Karte ist ratsam, denn Wege gibt es viele und schnell ist es geschehen, dass man den falschen genommen hat, wie mir passiert.

    --> Eine kürzere Alternativroute
    --> Eine weitere Alternativroute

Herbstzeit = Wanderzeit - zumal, wenn es ein solcher Goldener Oktober ist, wie in diesem Jahr. Schade, dass mir die Zeit fehlt, um den schon lange geplanten Trip an die Mosel zu machen. Aber gut, auch in der näheren Umgebung gibt es Bach- und Flusstäler - also mache ich mich auf, eines davon zu erkunden.

Queckenberg liegt etwas südlich von Rheinbach. Von dort - genauer gesagt vom Parkplatz des örtlichen Kindergartens in der Nähe des Friedhofs - mache ich mich auf, um meine Runde zu beginnen. Samstag Mittag ist bei sonnigem, wenn auch ein wenig diesigem Wetter das halbe Dorf in den Gärten und Vorgärten beschäftigt. Doch das Dorf lasse ich schnell hinter mir, schlage den Weg in Richtung Eichen ein und komme so bald mit dem asphaltieren Weg, der rechts und links von Weiden gesäumt wird, an eine Kapelle. Von hier ist der Blick weit über die hügelige Landschaft herrlich und vor allen Dingen in Richtung Euskirchen kann man weit sehen. Die Stadt selbst wird markiert durch die große, hohe Rauchfahne, die jetzt in der Rübenerntezeit von der Zuckerfabrik aufsteigt.

Der Ort Eichen kommt näher. Doch soll man zu dieser Ansammlung von knapp einem Dutzend Häusern eigentlich Ort sagen? Zwei Fassaden stechen aus dem Bild hervor: Ein schön restauriertes, altes Bauernhaus mit dem typischen schwarz-weißen Fachwerk und einige Meter daneben ein ebenfalls neu gestaltetes Haus in einem Orangeton, der zumindest ungewöhnlich in der Landschaft anmutet. So schnell, wie ich den Ort betreten habe, so schnell habe ich ihn auch schon wieder hinter mir gelassen. Weiter geht es durch Wiesen und Weiden leicht den Berg hinauf, bis der Waldrand erreicht ist.

Zum ersten Mal geht es auf dieser Tour nun durch den Wald, dessen Blätter gerade beginnen, sich mit Herbstfarben zu schmücken. Es fehlen noch eins, zwei Wochen, damit aus dem Weg ein "Raschelweg" wird, aber hier und da leuchten die Farben schon orange, braun und gelb auf.

Mehrere Meter bevor ich die Straße erreicht habe, ist sie schon zu hören. Leider gibt es bei schönem Wetter eben auch immer viele Motorradfahrer, die die Stille des Waldes in besonderer Form mit dem Brüllen der hochdrehenden Motoren zerreißen müssen. Deshalb hoffe ich, dass es, nachdem die Landstraße überquert ist, nun tiefer in den Wald hineingeht, damit der Lärm nicht mehr zu hören ist.

Der Weg steigt wieder an, rechts reihen sich nun einige Teiche, die früher vielleicht einmal zur Fischzucht gebraucht worden sind, wie Perlen an einer Kette aneinander. Dicht sind die Ufer verwachsen und auch die Wasseroberfläche ist vielfach mit Teichrosen bedeckt. Eigentlich ein idyllischer Ort, der auch ein wenig verwunschen wie im Märchen wirkt. Ob es nun daran liegt, dass ich von den Teichen so angetan bin, oder immer noch von dem Wunsch beseelt werde, möglich weit von der Straße wegzukommen, kann ich nicht sagen. Jedenfalls verpasse ich den Abzweig vom Weg, den ich hätte nehmen sollen, wenn ich der Beschreibung in meiner Hand folgen will. Irgendwann ist dieser aber links abgezeigt, während ich mir auf der rechten Seite des Weges immer neue Teiche angesehen habe und dabei immer weiter der Steigung gefolgt bin.

Wie ich merke, dass ich nicht mehr auf dem beschriebenen Weg bin? So genau kann ich das gar nicht sagen, aber vom Gefühl her müsste ich schon Berscheid links liegen sehen, während ich mich aber immer noch durch dichten Wald bewege. Nachdem mir klar geworden ist, dass ich mich verlaufen habe, beschließe ich, die nächste Möglichkeit nach links zu gehen, da ich nach einem Blick auf die Karte denke, dass ich in südliche Richtung gelaufen bin. Zweimal links also, und ich müsste wieder ungefähr dort sein, wo ich hin wollte.

So treffe ich auf einen breiten Waldweg und nehme ihn auch nach links. Warum ich dann aber an der nächsten großen Kreuzung wieder nach rechts gehe, kann ich nicht so genau sagen, vielleicht liegt es daran, dass ein Forstfahrzeug meinen Weg entlang kommt und eben genau diese Richtung nimmt. Später werde ich feststellen, dass, wenn ich nach links gegangen wäre, ich schon nach wenigen Metern meinen geplanten Weg getroffen hätte. Aber das wäre mir sehr wahrscheinlich gar nicht aufgegangen.

So trete ich bald wieder aus dem Wald und kann einen Ort in der Nähe ausmachen. Ist das Berscheid? Drei, vier Häuser und ein Ortsschild kann ich aus der Entfernung erkennen. Also gehe ich darauf zu, um mich orientieren zu können. Das Schild kommt näher, wird größer, die Buchstaben deutlicher. Doch nicht Berscheid ist darauf zu lesen, als ich die Straße erreicht habe, sondern Todenfeld. Naja, das ist zumindest noch auf dem Kartenausschnitt, den ich mitgenommen habe, drauf, auch wenn ich zu weit in östlicher Richtung gekommen bin.

Um sicher zu gehen biege ich nach links auf die L492 und folge ihr ins Dorf, denn von dort geht die K56 ab, auf der man nach Berscheid gelangt und die von meiner geplanten Route gekreuzt wird. So finde ich meinen Weg dann auch wieder. Später Zuhause werde ich ausrechnen, dass ich durch diesen Umweg 2,5 km mehr gelaufen bin, als ursprünglich vorgesehen. Was aber ärgerlicher ist, ist die Tatsache, dass ich so den oberen Lauf des Schnellchesbaches nicht bewandert habe und dieser Bach war ja nun das eigentliche Ziel der heutigen Tour. Nach den vielen asphaltierten Wegen und breiten Waldschneisen ist der Weg im Bachtal eine wahre Erholung für die Füße und für die Augen, auch wenn die Wanderung bis hier her landschaftlich sehr schön gewesen ist - aber der Reihe nach.

Von der Straße führt ein Weg hinunter zu einem aus Bruchsteinen gemauerten Haus, das aber verriegelt ist. Rechts davon liegt ein Teich im Schatten der Bäume, an den sich ein weiterer Teich anschließt. Wahrscheinlich eine ehemalige Fischzuchtanlage. Der Weg wird jetzt schmaler und die Äste der Bäume ragen tief hinunter bis in den Weg. An die ersten Teiche scheinen sich weitere zu reihen, zumindest ist dies in der Karte so eingezeichnet. Tatsächlich aber sind diese weiteren Teiche dich bewachsen und nur noch dadurch auszumachen, dass die Art der Pflanzen auf einen feuchten Untergrund schließen lassen. Alles ist so dicht bewachsen, dass man den Bach gar nicht erkennen kann, das wird erst später im Verlauf des Tales der Fall sein. Auf schmalem Weg und weichem Waldboden geht es weiter, immer am Bach entlang - ein Weg so recht nach meinem Geschmack!

Nach etwa einem Kilometer tritt auf der gegenüberliegenden Uferseite der Wald zurück. Diesseits des Baches immer noch unter dem Blätterdach wandernd, kann man nun in das offene, weite Tal, das mit Weiden und Wiesen bedeckt ist, schauen. Der schmale, dicht bewachsene Weg bleibt noch etwa 1,5 Kilometer erhalten, dann endet die Wanderung durch das Schnellchesbachtal. Keine besonders lange, aber dafür eine sehr schöne Strecke.

Es geht rechts hinauf zum "Schwarzen Kreuz". Dieses Kreuz soll an einen Pfarrer erinnern, der an dieser Stelle 1803 verstorben ist. Wenig später steht eine Schutzhütte am Wegesrand, von der man einen sehr schönen Blick auf Merzbach hat und, wie sich später herausstellen wird, auf den weiteren Verlauf der Wanderung. Diese ist nun nicht mehr so spektakulär, vor allen Dingen ist es jetzt bereits Nachmittag geworden und das schöne Herbstwetter hat auch viele andere Menschen in die Natur gelockt. Mit der Ruhe ist es jedenfalls vorbei, ständig begegne ich jetzt Nordic-Walkern, Radfahrern oder anderen Wanderern, die zumeist sich laut unterhaltend durch die Gegend ziehen, und auch der Weg wird bis zum Ausgangspunkt asphaltiert bleiben.

So umrunde ich im Norden Merzbach und steige dann hinunter nach Loch. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zurück nach Queckenberg.



Alternativroute:

Wer nicht so lange laufen will oder nicht die Zeit hat, aber dennoch einmal ins Schnellchesbachtal möchte, dem sei die nachfolgende, kürzere Strecke empfohlen.

Sie startet auf dem Parkplatz an der Waldkapelle im Rheinbacher Stadtwald (L492), von dort geht es zum "Schwarzen Kreuz" und hinunter zum Schnellchesbach wie oben beschrieben, nur eben anders herum. Der Einstieg in den Talweg ist hier etwas schwerer zu finden, da er von Bäumen zum Teil verdeckt wird. Aber das macht ja gerade seinen Reiz aus. Am Ende dieses Weges - am Bruchsteinhaus - geht es nach links zur K56 hinauf, wo man sich uns nach rechts wendet. Wieder am Bach geht es links in den Wald hinauf. An einem Abzweig nach links verlässt man dann den Bachlauf, überquert bald einen breiten Waldweg und nutzt weiter den schmalen Weg geradeaus, bis dieser den Waldrand bei Todenfeld erreicht.

Mit dem breiten Weg am Waldrand wendet man sich dann nach links in Richtung Totenfeld. Dort gibt es einen sehr schönen Blick auf die Ebene, bzw. das Siebengebirge - natürlich nur bei klaren Sicht.

Durch den Ort hindurch bergab geht es dann weiter in das Eulenbachtal. Auch hier geht es wieder an einer Teichlandschaft im Wald vorbei, bevor der Weg zwischen zwei alten und mächtigen Eichen rechts abbiegt. Hier beginnt nun ein Abschnitt, der immer in der Nähe des Baches verläuft und über Holzstege und kleine Brücken führt. Mit diesem Pfad gelangt man wieder zum Parkplatz an der Waldkapelle zurück.

Neben der Kürze, sie misst etwa 9 Kilometer, ist diese Strecke vielleicht sogar abwechslungsreicher, als die oben beschriebene und hat mehr Sehenswertes zu bieten, in jedem Fall aber verläuft sie deutlich weniger über geteertere Wege, dafür häufig auf schmalen Pfaden.



2. Alternativroute:

Für diese Runde, die ca. 14 km misst, starten wir an der kleinen Kirche in Todenfeld, wo es ein paar Parkplätze gibt. Von dort gehen wir mit der Kirchstraße bis zum Ende und weiter mit einem Weideweg bis zum Waldrand. Dort nehmen wir den Weg links und folgen diesem nun. Treffen wir auf den Wanderweg Tomburgrunde, für den auch schon am Parkplatz ein Wegweiser stand, bleiben wir auf unserem Weg ins Tal, nehmen aber an der nächsten Kreuzung den rechten Abzweig und verlassen damit die Tomburgrunde wieder. Der folgenden Abschnitt führt uns eine Zeit lang stets geradeaus talwärts, bis wir an einen steineren Heiligenstock mit dem Hauptweg links gehen. Wir verlassen bald drauf den Wald und haben nun einen ersten Blick auf den Turm der Tomburg über eine kleine Apfelplantage hinweg.

Wenn wir dann auf eine asphaltierte Querstraße treffen, merken wir uns die Stelle, denn für den weiteren Weg müssen wir hier nach links. Aber natürlich wollen wir uns zuvor die Tomburg rechter Hand ansehen, von der man einen herrlichen Blick in die weite Ebene über Meckenheim hinweg genießt.

Wieder zurück von der Burgruine folgen wir der Straße bis zum Parkpaltz Kurtenbusch und dem anschließenden Weg geradeaus in Richtung Todenfeld. Wir ignorieren Abzweige, bis unsere Weg mit einer Kehre über einen Bach hinüber führt. Mit dem Wanderweg 1 gelangen wir dann zu den Alten Weihern.

Wir bleiben nun auf dem Wanderweg 1, queren den Bach, dem wir folgen, und biegen schließlich zwischen zwei alten Bäumen nach rechts auf einen Pfad zum Bach ab. Mit diesem schönen Pfad wandern wir zur Waldkapelle.

Von der Waldkapelle folgen wir dann der oben stehenden Beschreibung an Schwarzen Kreuz vorbei und durch das Schnellchesbachtal zurück nach Todenfeld.

Anmerkung: Leider ist der untere Teil des Schnellchesbachtal bis zum Naturfreundehaus immer sehr feucht bis matschig, so dass wasserdichte Schuhe hier empfehlenswert sind.



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