Der Nationalpark Eifel


Das Rurseengebiet

Das Gebiet rund um die Rurseen mit dem Kermeter und dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang bildet das Herzstück des Nationalparks Eifel.

Das Flüsschen Rur entspringt im belgischen Hohen Venn und schlängelt sich von Monschau durch sein enges Tal bis nach Einruhr (Rurtalwanderung), wo es zum Obersee wird. Hier beginnt das Rurseengebiet. Südlich des Ortes Rurberg kommt dann von Osten der Urfttalstausee zum Obersee hinzu und beide zusammen werden hinter dem Paulushofdamm zu Schwammenauel und Rurtalsperre.

An der Staumauer Schwammenauel endet der Rursee. Im Tal wird aus der Rur aber nicht sofort wieder der kleine, schmale Fluss, sondern es schließt sich das Staubecken Heimbach an, dessen Umrundung vom Kloster Mariawald aus ebenfalls schon auf diesen Seiten beschrieben worden ist.

Nationalpark Eifel

Neben der "Ordensburg" Vogelsang, sind die Orte Einruhr, Rurberg und Hasenfeld als Startpunkte für Wanderungen rund um die Rurseen geeignet und touristisch sehr gut erschlossen. Übernachtungsmöglichkeiten, Cafés und Restaurants sind hier, aber auch in den anderen, umliegenden Orten ausreichend vorhanden und auch Informationsmaterial und Tipps für Wanderungen findet man vor Ort in den Touristik-Büros, den Nationalparktoren, den Infopunkten oder aber vorab im Netz.

Info:
  • Rursee-Touristik GmbH, Seeufer 3, 52152 Simmerath-Rurberg
    Tel.: 02473 / 9377 - 0     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.rureifel-tourismus.de
  • Gemeinde Simmerath
  • Schleiden-Gemünd
  • Ordensburg Vogelsang

Um zu den genannten Orten zu gelangen, gibt es die Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten. Eine Übersicht gibt die 25-seitige Broschüre "Natur erfahren - mit Bus & Bahn", die im pdf-Format auf den Seiten des Nationalparks Eifel zum Download angeboten wird. Wer allerdings seine Tour, und damit auch die An- und Abfahrtzeiten, etwas individueller gestalten möchte, wer auch einmal abseits der genannten Zentren Ruhe und Erholung finden möchte, wer nicht am Wochenende sondern an einem Tag in der Woche in den Nationalpark aufbrechen möchte, der wird um die Nutzung des Autos kaum herumkommen.

Info:

Die Rurseen waren in der Region schon immer ein beliebtes Ausflugsziel. Durch den Nationalpark Eifel haben sie nun ein vermehrtes Interesse erlangt. Der Nachteil liegt auf der Hand: Gerade auf den Uferrouten und den befestigten Wegen sind an schönen Tagen viele Menschen zu Fuß und auf dem Rad unterwegs und nur abseits diese Strecken sind die Wege einsamer. Wer die Ruhe schätzt, sollte deshalb genau überlegen, wann er zu den Rurseen aufbricht. Schönes Wetter am Wochenende im Sommer garantiert volle Parkplätze, nicht nur an der Staumauer Schwammenauel oder rund um Rurberg. Die großen Parkplätze dort sind übrigens alle gebührenpflichtig. An einem Tag in der Woche im Spätsommer oder im Herbst ist es dagegen deutlich ruhiger auf den Wegen und man findet auch leichter, ohne damit jemanden zu stören, einen kostenlosen Parkplatz etwas abseits der Staumauer oder in Rurberg, wo man am besten auf dem Wanderer-Parkplatz kurz vor dem Ort parkt und zu Fuß zum Ort geht.

Der Spagat zwischen den - wirtschaftlichen - Interessen der Bevölkerung, für die die Aufwertung der Region durch den Nationalpark auch Beschäftigung und Einkommen bedeutet, und dem Bestreben, der Natur im Nationalpark Freiraum und ausreichend Flächen zur Entfaltung zu bieten, ist, wie die vorangegangenen Sätze vielleicht schon andeuten, nicht einfach. Kritik am Nutzungskonzept des Nationalparks gab es immer wieder z. B. vom NABU. Der Naturschutzbund Deutschlands - Landesverband Nordrhein-Westfalen - nahm etwa im Jahr 2009 Anstoß am Bau der Brücke über die Urfttalsperre, die sogenannte Urftseequerung, die eine schnellere und einfachere Verbindung zwischen der Ordensburg, dem künftigen Informationszentrum des Nationalparks, und dem Nordufer mit dem Staumauer und dem Kermeter bieten soll, und dem geplanten Wisentgehege bei Mariawald.

Info:


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Wanderungen rund um die Rurseen

Mehrere schöne und interessante Wanderstrecken sind in den letzten Jahren rund um die Rurseen ausgewiesen worden, ob nun "Eifeler Steilküste", Kermeterroute oder Rurseerandweg. Gemeinsam ist ihnen, dass sie allesamt gut ausgeschildert und die Wege befestigt sind. Wegskizzen und -beschreibungen sind unter den oben angeführten Links zu finden. Deshalb bedarf es an dieser Stelle auch keiner weiteren Streckenbeschreibung.

Eifeler Steilküste
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Segelbootanleger Uferweg Uferlinie Haus am Ufer
Schöne Aussicht Staumauer

Besonders reizvoll an diesen Strecken ist auch, dass sie mit einer Fahrt auf den Seen mit einem Schiff der Rursee-Schifffahrt kombiniert oder abgekürzt werden können. So kann z. B. die Route über den Kermeter von Rurberg über die Hirschley und das "Schwarze Kreuz" zur Urftseestaumauer gewandert werden, und an der Staumauer überlegt man sich dann, ob man zu Fuß am Rande des Sees zurück nach Rurberg wandern will oder aber, ob man das Schiff nehmen möchte.

Kermeter-Route
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Rurberg Hirschley Urftstaumauer Bank am Urftseeufer
Herbstlaub Staudamm

Sehenswert im wahrsten Sinne des Wortes sind auch in diesem Teil der Eifel wieder die auf diesen Seiten schon oft genannten Eifel-Blicke. Hier sind es vor allen Dingen die Aussichten von der Hirschley und der "Schönen Aussicht", die den Aufstieg auf die Höhen lohnen.

Info:


Auch im Winter, wenn die Eifel von Schnee bedeckt wird, kann man den Nationalpark besuchen. Bei hoher Schneedecke werden sogar einige Wege geräumt. Welche das sind erfährt man auf der Website des Parks - siehe oben.

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Der Wildnis-Trail

Wie wild ist eigentlich der im Jahr 2007 eröffnete Wildnis-Trail? Lohnt sich die Strecke? Muss man den Trail mit Übernachtungen planen oder geht es auch in kleineren (Tages-) Etappen? - Diesen Fragen wollte ich im wahrsten Sinne des Wortes einmal nachgehen. Im Folgenden wird versucht, auf diese und andere Fragen eine Antwort zu finden.

Info:

 

Der Weg: Zum größten Teil führt der Trail durch den Nationalpark Eifel. Er startet im Süd-Westen am Nationalpark-Tor in Monschau-Höfen und endet am Nationalpark-Infopunkt und Haltestelle der Rurtalbahn in Zerkall. Stationen sind Einruhr, Gemünd und Heimbach. Nähere Informationen, wie Wegskizze, Kurzbeschreibung, Höhenprofile und Karten- und Buchempfehlungen findet man auf dem Internetauftritt des Nationalparks. Unterwegs ist der Weg sehr gut mit Wegweisern und dem Katzengesicht als Wanderzeichen versehen, so dass die Mitnahme einer Wanderkarte eigentlich nicht nötig, manchmal aber zu empfehlen ist. Insgesamt ist der Trail ca. 85 km lang, deshalb wird er gerne als Wandern-ohne-Rucksack-Arrangement mit vier Übernachtungen als buchbares Komplettpaket angeboten. Dazu ist die Strecke in vier Etappen eingeteilt worden:

  1. Höfen - Einruhr --> 24,7 km
  2. Einruhr - Gemünd --> 20,5 km
  3. Gemünd - Heimbach --> 22,4 km
  4. Heimbach - Zerkall --> 17,7 km

Bemerkungen: Wer nicht so weit von Nationalpark entfernt lebt, der wird wahrscheinlich auch nicht auf das oben erwähnte Arrangement zurückgreifen, sondern den Weg eher individuell gestalten wollen und können. Zwei mal zwei Etappen über zwei Wochenenden verteilt bietet sich als eine Möglichkeit an. Allerdings ist dabei zu beachten, dass es mancherorts schwierig werden wird, für nur eine Nacht ein Zimmer zu bekommen. Eine vorherige Anfrage ist da sicher ratsam. Eine andere Möglichkeit für Wanderer aus der Umgebung ist es natürlich auch, alle vier Etappen an vier unterschiedlichen Tagen zu machen. Dies hat den Vorteil der individuellsten Planung und vor allen Dingen das Wandern in den verschiedenen Streckenabschnitten zur jeweils schönsten Jahreszeit, wie zur Narzissenblüte im Perlenbachtal, auf der Dreiborner Hochebene, wenn der Ginster blüht, oder im Herbst durch die bunten Buchen- und Eichenwälder des Kermeters.

Für die letztgenannte Variante habe ich mich auch aus zeitlichen Gründen entschieden. Darüber hinaus habe ich die Etappen nicht in ihrer vorgegebenen Chronologie erwandert, wie in den folgenden Beschreibungen sicher deutlich werden wird. Verzichten werde ich im Folgenden auf detaillierte Angaben, wie ich sie sonst zu Beginn einer jeden Beschreibung mache, da diese Angaben auf den bereits erwähnten Seiten des Nationalparks gut zusammengefasst zu finden sind.

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1. Etappe Höfen - Einruhr --> 24,7 km

Leider immer noch nicht gewandert!

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2. Etappe Einruhr - Gemünd --> 20,5 km

Die 2. Etappe des Wildnis-Trail führt von Einruhr nach Gemünd – oder aber von Gemünd nach Einruhr, wie in der folgenden Beschreibung. Dies hat sich für mich so durch die kürzere Anfahrt und das in dieser Richtung angenehmere Höhenprofil ergeben. Die Rückfahrt erfolgte mit dem Bus.

In Gemünd parke ich wie auch schon bei der 3. Etappe auf dem Eifel-Ardennen-Platz und gehe zur Einmündung in die Kurhausstraße. Dort steht ein Wegweiser mit dem Katzengesicht für den Wildnis-Trail in zwei Richtungen. Während ich diesem das letzte Mal in Richtung Kurhaus gefolgt und so ungewollt die 3. Etappe gewandert bin, wende ich mich diesmal in die andere Richtung und folge dem Schild, das in Richtung Marienstraße weist. An der Ampelkreuzung, nur wenige Meter weiter, finde ich dann keinen weiteren Wegweiser. Nachfolgend suche ich diesen beinahe eine halbe Stunde lang, bis ich mich letztendlich entschließe, einfach der Straße, die parallel zur B 266 in Richtung Vogelsang verläuft, den Berg hinauf zu folgen (zwischen den beiden Geschäften – Alter Römerweg). Kurz vor einem Kreuz zeigt sich das Katzengesicht dann wieder und weist auch den folgenden Weg.

Die nächsten zwei Kilometer führt der Wildnis-Trail durch ein Wohngebiet. Dafür ist er aber recht schön und verläuft nur wenig über Straßen. Dann, hinter einem Reiterhof, wird aus dem Fahrweg ein Waldweg. Nun wandere ich durch dichten Laubwald und ein Stück begleitet mich sogar das Rauschen der Urft. "So kann es bleiben", denke ich und es stört mich auch nicht weiter, dass mir relativ viele Menschen auf dem Weg begegnen.

Mit dem Anstieg nach Morsbach und auf den Modenhübel ändert sich dann die Beschaffenheit des Weges. Unter den Schuhen knirscht feiner Schotter und mit jedem Schritt den Berg hinauf öffnet sich der Wald, der nun für eine Wiesen- und Weidenlandschaft zurücktritt.

Nachdem der erste Aufstieg des Tages geschafft ist, ist der (Eifel-) Blick vom Modenhübel dann das erste Highlight dieser Wanderung. Tief unten im Tal liegt rechts Gemünd, auf der anderen, linken Seite etwas tiefer, aber auch auf einem Berg gelegen, die Ordensburg Vogelsang und dazwischen, auf der anderen Uferseite des im Tal versteckt liegenden Urftstausees, das dicht bewaldete Band des Kermeters.

Das nächste Ziel noch eine kurze Zeit vor Augen, führt der Weg dann ins Tal des Morsbaches, der als Trennlinie zwischen dem Modenhübel und der Ordensburg fließt. Vorher gibt es aber noch einen weiteren, schönen Blick vom Felsen der Kickley in das bewaldete Tal der Urft und auf Malsbenden, einen Ortsteil von Gemünd. Ist der Bach überquert, folgt der zweite, sehr steile, aber auch deutlich kürzere Anstieg hinauf nach Vogelsang.

Gemünd - Einruhr
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          Gemünd Vogelsang Wollseifen
Urftstaumauer Ausflugsboot auf dem Urftsee

Die Ordensburg kann besichtigt werden. Für das weitläufige Gelände sollte man aber eine längere Dauer, am besten einen Nachmittag oder einen ganzen Tag, einplanen. Für die 2. Etappe des Wildnis-Trails scheint mir ein Besuch daher eher nicht geeignet, denn schließlich liegen immer noch gut 11 Kilometer vor dem Wanderer.

Durch den äußeren Bereich von Vogelsang geht es in das Neffgesbachtal und von dort führt der Weg hinauf zur Wüstung Wollseifen, wobei mit jedem Schritt auch die Landschaftsform mehr und mehr zur Ginsterheide wechselt. Auf der Dreiborner Hochebene nimmt dann allerdings auch die Zahl der Wanderer zu, denn der verlassene Ort stellt nicht nur den höchsten Punkt dieser Etappe des Wildnis-Trails dar, sondern er ist auch Anziehungspunkt für viele Besucher. Immerhin war Wollseifen bis 2005 wegen des Truppenübungsplatzes nicht zugänglich. Vielleicht habe ich einfach auch nur Pech, aber auf dem Weg zur Urftstaumauer werde ich die nächsten Kilometer immer zwischen Gruppen laufen und deren Gespräche mal mehr, mal weniger anhören müssen.

Die Urftstaumauer ist aus verschiedener Sicht ein interessantes Ziel. Zum einen ist die Lage in mitten der Wälder einmalig schön, zum anderen kann man dort eine bewirtete Rast einlegen und nicht zu letzt gibt es hier einen Ableger der Rurschifffahrt. Wer also keine Lust mehr hat, die letzten 6 Kilometer zu laufen, der fährt mit dem Boot von hier nach Rurberg und von dort nach Einruhr. Allerdings ist dieses letzte Stück der Etappe wieder ruhiger und von nicht ganz so vielen Menschen besucht.

Zunächst am bewaldeten Rand der Urft, dann am Ufer des Obersees, führt der Trail zum Schluss ohne nennenswerte Steigungen nach Einruhr. Besonders schön ist natürlich das Stück des Weges, das nah am Wasser verläuft, aber auch der Bogen zum Jägerweiler durch weite, vom Wald gesäumte Wiesen ist erwähnenswert. Je näher das Ziel des heutigen Tages kommt, desto breiter wird dann die Straße, die am Obersee entlang nach Einruhr führt.

Notiz am Ende des Tages: Sicher die schönste und abwechslungsreichste Etappe des Wildnis-Trails. Aber mit Wildnis hat das Ganze auch diesmal nicht wirklich etwas zu tun. Vogelsang zieht Menschen an und die sind zwischen Ordensburg und Gemünd, vor allen Dingen aber zur Urftstaumauer auf breiten Wegen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs.

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3. Etappe Gemünd - Heimbach --> 22,4 km

Eigentlich hatte ich an diesem Tag geplant, die 2. Etappe des Wildnis-Trail zu laufen, allerdings nicht von Einruhr aus nach Gemünd, sondern mit dem Startpunkt Gemünd. Aber irreführende Wegweiser Richtung Urftseetalsperre, die als Anlaufpunkt auf der 2. Etappe vorgesehen ist, führen mich in die falsche Richtung. Zwar wundere ich mich dann später beim Blick auf die Skizze, dass ich auf der falschen Seite der Urft laufe, aber klar wird mir das leider erst so richtig, als ich an der Baustelle der neuen Urftseebrücke ankomme. Dort erinnere ich mich dann, dass ein gutes Stück zuvor ein Weg mit Katzengesicht in Richtung Abtei Mariawald abgezweigt ist. Bis dorthin muss ich also wieder zurück, wenn ich den Wildnis-Trail laufen will. Dieses Stück Weg hin und her kostet mich insgesamt 40 Minuten. So stellt sich dann die Frage, kann ich überhaupt den Bus erreichen, wenn ich vom Abzweig aus weiter nach Mariawald und Heimbach gehe? Da ich auch die 3. Etappe schon geplant habe, habe ich eine unter bahn.de recherchierte Abfahrtszeit um 17:00 Uhr ab Heimbach im Kopf. Sollte ich es aber bis dahin nicht schaffen, kann ich immer noch bei Mariawald unterbrechen, denn dort gibt es eine Haltestelle und der Bus nach Gemünd fährt dort vorbei - denke ich.

Also noch einmal zurück zum Start: 3. Etappe. In Gemünd an der B 266 gibt es einen Wandererparkplatz, der mit "Urftsee" beschildert ist und Eifel-Ardennen-Platz heißt. Dort kann das Auto kostenlos geparkt werden und es ist nicht mehr weit bis zum sogenannten Nationalpark-Tor und dem Kurzentrum. Dort steht auch der erste Wegweiser mit dem Katzengesicht für den Wildnis-Trail und zeigt Richtung Urfttalsperre. Am Freibad vorbei geht es schön schattig unter Bäumen bis zur Jugendherberge, die zumindest von außen noch den Flair der 70er Jahre verströmt. Dann, ab der Jugendherberge, führt der Weg auf einer Straße an den letzten Häusern von Gemünd vorbei. Die Wohnstraße stößt schließlich auf eine etwas breitere Straße, die kurz hinter dem Ortsausgangsschild für den Verkehr gesperrt ist. Hinter der Absperrung ist der Weg dann zwar nicht mehr asphaltiert, aber immer noch sehr gut ausgebaut und mit feinem Splitt versehen. Hinzu kommt ein grüner Maschendrahtzaun, der sich auch sehr gut in das Landschaftsbild einfügt.

Am schlimmsten sind auf der kommenden Wegstrecke aber die Radfahrer! Immerhin ist dieser Teil des Trails auch Radweg, und ein sehr beliebter noch dazu. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal danke liebe Radfahrer für das Nebeneinanderfahren sagen, denn ein Wanderer hat schließlich nichts auf euren Wegen zu suchen und kann ruhig einmal am Rand stehen bleiben und warten, bis ihr vorbeigefahren seid. Nein, die ersten vier Kilometer bis zum Abzweig ins Böttenbachtal ist der Wildnis-Trail für Wanderer kein Vergnügen.

Doch dann, nach dem Abzweig, ist der Weg so, wie ich mir einen Wildnis-Trail vorstelle. Ein schmaler Pfad führt an einem munter plätschernden Bach entlang durch ein schmales Tal den Berg hinauf. Der Wald ist schattig und kühl, der Untergrund besteht aus weichem Waldboden und Radfahrer gibt es auch keine.

Leider ist dieses Stück nur drei Kilometer lang und die Wildnis danach schon wieder vorbei. Der kleine, saubere und aufgeräumte Ort Wolfgarten ist erreicht und damit auch wieder eine Straße zu begehen. Auf der anderen Seite des Dorfes muss dann die L 240 beim Forsthaus Mariawald überquert werden, bevor der Wildnis-Trail wieder in den Wald führt. Allerdings verfinstert sich meine Laune gleich wieder, als ich erkennen muss, dass der folgende Weg auch wieder als Radweg gekennzeichnet ist. Zum Glück begegnen mir aber bis Mariawald keine Radfahrer mehr.

Aber auch sehr wenige Wanderer sind hier unterwegs. Vielleicht sind die von den sich immer wieder ändernden Angaben der Streckenlängen nach Heimbach auf den Schildern abgeschreckt worden. Denn in Wolfgarten am Forsthaus werden noch 7 km angegeben, dann ist die Summe aus den Kilometerangaben nach Wolfgarten und Heimbach mit einem Mal 7,5 km und schließlich sogar 8,4 km. Kurz vor Mariawald werden es dann noch mehr, nämlich 6 km nach Wolfgarten und 5,4 km nach Heimbach. Auf dem Höhenprofil, das auf den Seiten des Nationalparks zu finden ist, wird die Strecke von Mariawald bis Heimbach gar mit knapp 9 km angezeigt. Aber egal, wie lang die Strecke nun auch sein mag, rechts und links des Weges führt sie durch ein großes, schönes Waldgebiet. Gerade jetzt im Sommer ist dies besonders zu erwähnen, da das dichte Blätterdach meist kühlen Schatten spendet.

In Mariawald muss ich dann feststellen, dass es eine Busverbindung nach Gemünd nur am Wochenende gibt, werktags scheint hier kein Bus zu fahren. Zur Sicherheit frage ich in der Kloster-Bücherei nach, aber auch dort kann man mir nicht helfen. Nur die Karte eines sich erst vor kurzer Zeit in Heimbach niedergelassenen Taxi-Unternehmens kann mir die junge Frau an der Kasse geben.

Anstatt ein Stück des Weges zurück zu gehen, um wieder auf den Wildnis-Trail zu gelangen und besagte 5,4 km, oder 7 oder vielleicht auch 9 km nach Heimbach zu wandern, entscheide ich mich, den kürzesten Weg zu nehmen. Dieser führt über einen Pilgerpfad, der am Kloster endet, verläuft durch ein enges Tal steil bergab und ist um die Hälfte kürzer. Unterhalb der Burg gelange ich dann in den Ort. Dort angekommen hat sich der Gedanke, dass es keinen Bus nach Gemünd gibt, inzwischen festgefressen. Erneute Blicke auf Haltestellen und die Nachfrage beim Fahrer der Rurbahn helfen mir auch nicht. Deshalb wähle ich schließlich die Nummer des Taxi-Unternehmens. Der Wagen ist auch nach nur wenigen Minuten da und bringt mich für 20,- Euro zurück nach Gemünd.

Notiz am Ende des Tages: Der Trail ist auf diesem Abschnitt meist eine Wildnis mit Radfahrern und Turnschuhwanderern, wild und abenteuerlich sind hier eigentlich nur die öffentlichen Verkehrmittel.

Nachtrag: Es gibt auch in der Woche Busverbindungen von Heimbach nach Gemünd. Allerdings ist die Annahme falsch, dass diese auch über Mariawald verlaufen, d. h. man muss zuerst nach Heimbach und kann erst von dort nach Gemünd fahren. Sinnvoll ist in der Woche - im Sommer 2009 - aber eigentlich nur eine Verbindung, wenn man nach einer Wanderung nach Gemünd zurück möchte und die geht um 17:06 Uhr ab Heimbach Bahnhof. Alternativ kann man auch schon an der Haltestelle WIZE um 16:57 Uhr zusteigen, um von dort das kurze Stück zum Bahnhof zu fahren.

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Mitarbeiter des AVV, der mir im Nachhinein geholfen hat, meinen Fehler zu erkennen und mir darüber hinaus noch weitere, hilfreiche Tipps gegeben hat.

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Nachtrag: Kloster Mariawald – Heimbach ca. 8,5 km: Nachdem ich im Sommer 2009 die kürzere Strecke vom Kloster Mariawald nach Heimbach auf dem Kreuzweges gewählt hatte, nehme ich mir vor, noch einmal zurückzukommen. Ein Jahr später mache ich dieses Vorhaben wahr, um herauszufinden, ob es sich lohnt, dem 2,5 mal längeren Weg des Wildnis-Trails zu folgen.

Als erstes fällt auf, dass grundsätzlich alle Wegweiser vom Kloster Mariawald - egal in welche Richtung - nach Heimbach zeigen. Erst nach ca. der Hälfte des heutigen Weges weisen die Tafeln dann nur noch in einer Richtung nach Heimbach. Bis dahin ist auf dem Schild mit Wanderzeichen Katzenkopf, dem ich folge, immer die höhere Kilometerzahl zu lesen, als auf dem, aus dessen Richtung ich gerade komme. Aber mit den Entfernungsangaben scheint man es hier nicht so genau genommen zu haben, wie mir damals schon auf dem letzten Stück zum Kloster aufgefallen war. So ist laut Höhenprofil, das auf den Webseiten des Nationalparks zu finden ist und dort zum Ausdruck bereit steht, die Entfernung von Mariawald nach Heimbach auf dem Wildnis-Trail 8,9 km, während die Strecke auf dem ersten Wegweiser am Kloster mit 8,4 km angezeigt wird.

Nach nur wenigen hundert Metern erreicht man den Soldatenfriedhof. Von hier hat man den vielleicht schönsten Blick auf das Kloster.

Dann folgt ein breiter, ebener Weg durch den ausgedehnten Buchenwald. Jetzt im Herbst bieten die bunt gefärbten Blätter ein schönes Schauspiel, im Sommer mag das Blätterdach einen willkommenen Schattenspender darstellen, aber sonst könnte dies eigentlich ein beliebiger Weg in irgendeinem Wald Deutschlands sein.

Kloster Mariawald - Heimbach
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          Kloster Mariawald Der Kreuzweg zwischen Kloster Mariawald und Heimbach Heimbach und die Burg Hengebach

Erst nach 4,7 km (Angabe Wegweiser), als der Wildnis-Trail dem Weg bergab folgt, zeigt es sich, dass Wegführungen auch abwechslungsreicher gestaltet werden können. Denn jetzt ist der Weg mal schmal, mal wieder breiter, gibt es rechts und links mal Nadel-, mal Laub-, mal Mischwald, gibt es immer wieder Ausblicke auf die umliegenden, bewaldeten Berge oder auf einsame Talwiesen.

Dann passiert, was wohl passieren muss: An Kreuzungen tauchen wieder Schilder auf, die zum Kloster Mariawald zeigen und die dahinterstehende Km-Angabe ist wieder kürzer, als die, die man bereits gelaufen ist. Es folgen Wegweiser, die in zwei verschiedene Richtungen weisen, beide führen nach Heimbach, der Weg, den der Wildnis-Trail dabei wählt, ist der längere und man fragt sich, was die Menschen, die sich diese Beschilderung ersonnen haben, nur dabei gedacht haben.

Da ich den Versuchungen wiederstehen kann, folge ich weiter dem Katzengesicht. Belohnt werde ich mit einem schönen Blick auf die Burg Hengebach. Doch dann, nach 7 km, gelange ich an den Kreuzweg, der das Kloster mit der Stadt Heimbach verbindet und den ich damals bergab auf meinem Weg zum Bus gewählt habe. Die Beschilderung sagt, dass es bis Heimbach 1,2 km sind (7 + 1,2 = 8,4 km ???), den Berg hinauf zum Kloster, und damit zurück zum Parkplatz, 1,4 km. Da ich den Rest des Trail ab dieser Stelle schon kenne, wähle ich den Weg zum Kloster hinauf.

Fazit: Schöne Rundwanderung für zwei bis drei Stunden mit anschließendem Kaffee und Kuchen in Heimbach oder Erbsensuppe im Kloster Mariawald (siehe auch hier). Für den Wanderer, der die gesamte 3. Etappe gewandert ist, inzwischen müde Füße und Beine hat und immer wieder angezeigt bekommt, dass er nur einer großen Schleife folgt, ohne dabei seinem Ziel tatsächlich näher zu kommen, ist dieser längere Weg sicher eher frustrierend. Hier ist eben im wahrsten Sinne der Weg das Ziel. Deshalb: Wild ist diesmal nur die Beschilderung.

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4. Etappe Heimbach - Zerkall --> 17,7 km

Die vierte Etappe des Wildnis-Trails beginnt in Heimbach, wo ich das Auto direkt am Bahnhof parkte. Dort befindet sich auch eines der Nationalpark-Tore, wo es während der Öffnungszeiten ausführliche Informationen für Touristen und Nationalparkbesucher gibt.

Es ist ein schöner und sogar recht sonniger Novembertag, als ich aufbreche. Vorbei am Freibad biegt der Trail hinter dem Sportplatz links ab und folgt einem schmalen Pfad – leider nur für wenige Meter, bis er die L 218 erreicht. Dann führt ein asphaltierter Weg aufwärts und stößt schließlich auf eine Wohnstraße am Rande von Hasenfeld. Am Ende der Straße schließt sich erneut ein Pfad an, der aber genauso schnell wieder endet, wie schon der erste. Weiter geht es jetzt an einer Wasseranlage vorbei bis der asphaltierte Weg auf einem Waldweg stößt, der auf der Höhe eine breite Schneise, die sich hier durch den Wald zieht, erreicht. Gelbe Pfeiler entlang diese Schneise markieren eine Ferngasleitung und den weiteren, jetzt mehr oder weniger schnurgeraden Verlauf des Wanderweges. Farblich passend zu den Markierungen überfliegt kurze Zeit drauf ein gelber Hubschrauber die Gasleitung: Offenbar ein Kontrollflug. Um die Versorgung komplett zu machen, gesellen sich später auch noch eine Hochspannungsleitung und eine nahe Landstraße mit zum Weg dazu. Bis hier her war nun doch alles sehr zivilisiert, richtige Wildnis- oder auch nur eine schöne Wanderstimmung konnte so nicht aufkommen.

Dann führt der Weg zwischen Weiden hindurch und taucht schließlich ein Stück hinter Neuenhof, nach etwa einem Drittel der Strecke, erneut in den Wald ein. Für die nächsten Kilometer wird sein Verlauf im schönen Laub- und Mischgehölz rund um den Rossberg bleiben und eigentlich ist der Trail, zumindest auf dieser Etappe, ab hier erst wirklich schön.

Durch die blattlosen, kahlen Bäume jetzt im November kann man wenig später bis in das Rurtal schauen und immer wieder weisen auch Schilder dorthin, zu den kleinen Ortschaften wie Blens und Abenden, hinunter. Es stellt sich allerdings die Frage, warum der Weg an dieser Stelle in diesen weitläufigen Schleifen geführt ist. Ein Blick auf die Karte verrät, dass man gut die Hälfte der Wegstrecke dieses zweiten Drittels abkürzen könnte, wenn man eine der beiden kurzen Verbindungsstücke wählen würde. Diese beiden Schleifen hinterlassen so eher den Eindruck, als hätte man unbedingt noch einige Kilometer gewinnen wollen, damit diese letzte, aber auch kürzeste Etappe des Wildnis-Trail, zumindest auf ein Mindestmaß an Länge kommt. Wenn es wenigstens etwas besonders Schönes oder Interessantes zu sehen gäbe...

Auf dem Weg hinunter ins Schliebachtal mache ich an einer Bank Pause. Wolken sind aufgezogen und im schattigen Tal ist es kühl. Nein, so richtig habe ich mich mit diesem Teil des Wildnis-Trails auch nach knapp zwei Dritteln des Weges noch nicht anfreunden können. Als dann sogar ein Fahrzeug mit Anhänger den Berg hinauf gejagt kommt und auch nicht vom Gas geht, als der Fahrer mich sieht, überlege ich, ob ich nicht im Tal nach rechts abbiegen und zum nächstgelegenen Bahnhof gehen sollte.

Was mich davon abhält? An der entscheidenden Kreuzung im Tal, als ich vor dem Wegweiser stehe und die Angaben mit der Karte vergleiche, kommt aus Richtung Brück ein zweites Fahrzeug den Weg entlang und folgt den Spuren des ersten. Da wandere ich doch lieber dort, wo nicht so viele Autos herkommen, denke ich und folge dann doch weiter dem Trail.

Heimbach - Zerkall
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Hasenfeld Der Ort Schmidt Herbstlaub Herbstwald
Schliebachtal Burg Niedeggen

Der Weg durch das Schliebachtal ist schön, nur geht es hier mehr oder weniger immer bergauf. Oben bei Harscheidt überquert der Trail dann die L 246. Auf der anderen Seite der Straße wird der Weg dann schmaler und tatsächlich auch zu einem richtigen Pfad. Eine Zeit lang ist der Verkehr von der Straße noch zur hören, aber mit jedem Schritt treten auch diese Geräusche zurück. Dafür wird es dann steil, sehr steil, mit nassem Untergrund sogar gefährlich steil! Jetzt im November ist der Boden matschig, mehr als einmal rutsche ich und habe Mühe, auf dem unebenen, steinigen Untergrund Halt zu finden. Mit hoher Konzentration und Glück komme ich im Tal an, ohne mich auf den Hosenboden gesetzt zu haben oder gar gestürzt zu sein.

Das letzte Stück am Fluss Kall entlang ist wieder schön, nur dass der Weg jetzt wieder asphaltiert ist. Nun ist es aber auch nicht mehr weit bis zum Haltepunkt der Rurtalbahn in Zerkall, wo das Ende des Trail erreicht und ein Nationalpark-Infopunkt zu finden ist.

Notiz am Ende des Tages: Meine erste Begenung mit dem Wildnis-Trail. Doch vielleicht muss ich diese Etappe noch einmal wandern, denn heute würde der Weg von mir höchstens einen von fünf Sternen bekommen. Es kann doch nicht sein, dass ein Weg, der so angepriesen wird, derartig langweilig und unspektakulär ist, Wildnis im Namen trägt und nahezu nur über gut ausgebaute Wege und durch breite Schneisen an einer Gasleitung entlang führt, sieht man einmal von dem halsbrecherischen Stück am Ende ab.

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