6. Etappe: Schweich - Mehring (15 km)

Um diese Etappe anzugehen, fahre ich am Morgen wieder nach Schweich zum Bahnhof, wo ich schon beim letzten Mal den P&R-Parkplatz entdeckt und genutzt hatte. Außerdem fehlt mir für die 5. Etappe noch das Ende, also der Weg vom Bahnhof bis in die Stadt hinein. Leider ist aber die Rückfahrt von Mehring nur bis zum Schulzentrum sinnvoll, will man zum Bahnhof, muss man entweder weiter bis nach Trier fahren und von dort mit dem Zug zurück zum Schweicher Bahnhof, oder man steigt in Schweich um in den Bus nach Quint und nimmt von dort den Zug. Damit kommt zu den 12 Minuten Busfahrt von Mehring bis zum Schulzentrum noch einmal mindestens ein Stunde für die übrige Fahrt hinzu. Aus diesem Grund entschließe ich mich schon im Vorfeld, dass ich am Nachmittag den Weg aus der Stadt zum Bahnhof nochmals zu Fuß machen werde. Allerdings müssen dadurch zur oben gemachten Kilometerangabe nochmals 2 Kilometer hinzugerechnet werden.

Vom Bahnhof zur Pfarrkirche St. Martin in Schweich

Weil ich gerade beim Berechnen der Kilometerleistung für diesen Tag bin: Weitere rund 1,5 Kilometer fehlen immer noch, denn nachdem ich die Schuhe geschnürt habe, mit dem Fußweg an den Gleisen entlang zum Bahnhofvorplatz gegangen und Richtung Stadt in die Bahnhofsstraße eingebogen bin, passiert es, dass ich nach einem Kilometer an einen Kreisverkehr gelange. Hier gehe ich geradeaus mit der Bahnhofsstraße, weil dies mir der direkte Weg in die Stadtmitte zu sein scheint. Das wäre es eigentlich auch, aber die Planer des Moselsteigs haben sich an dieser Stelle etwas anderes überlegt. Bis ich aber bemerke, dass schon länger keine Wegmarkierungen mehr zu sehen gewesen sind, bin ich bereits gut 700 Meter vom Kreisel stadteinwärts gelaufen. Trotzdem entschließe ich mich, wieder zurück bis zum letzten Wegzeichen zu gehen, und das finde ich am Kreisverkehr. Dort hätte ich nämlich die Straßenseite wechseln und nach einem Fußweg in das nahe Wohngebiet schauen müssen.

Nachdem ich den Moselsteig also wiedergefunden habe, gehe ich mit ihm parallel zu einem schmalen Bach auf einem Fußweg durch ein neugebautes Wohngebiet. Das ist von der Umgebung nicht so reizvoll, aber sicher besser, als wie zuvor an der Straße entlang. Mit dem parkähnlichen Weg stoße ich schließlich an einer Straßenkreuzung auf die Isseler Straße. Mit ihr links würde ich zur Verlängerung der Bahnhofstraße kommen und von dort schnell zur Kirche. Stattdessen führt mich der Moselsteig geradeaus in die Bernhard-Becker-Straße, mit der ich erst durch die Brückenstraße nach links zur Pfarrkirche St. Martin gehe. Am Ende bin ich auf diesem Abschnitt insgesamt mehr als 4 Kilometer unterwegs gewesen und es sind mehr als 50 Minuten seit meinem Start am Bahnhof vergangen - der direkte Weg vom Parkplatz am Bahnhof hätte 1,5 Kilometer betragen.

Zum ersten Mal in den Weinbergen

Von der Pfarrkirche St. Martin führt der Moselsteig aufwärts und zur A 1. Durch eine Unterführung hindurch gelange ich aus der Stadt Schweich hinaus und auf der anderen Seite in einen Weinberg hinein - zum ersten Mal bin ich nun auf dem Moselsteig zwischen Weinreben unterwegs. Allerdings ist das Erlebnis an dieser Stelle nicht weiter aufregend, denn zum einen ist der Weinberg nicht sehr spektakulär, zum anderen ist da ja auch noch die laute Autobahn, die das Ganze nicht gerade sehr romantisch gestaltet. Außerdem ist das Erlebnis auch schnell wieder vorbei.

Nach und nach gewinne ich an Höhe und die Schnellstraße wir dadurch leiser. Am Rand einer Weide halte ich dann das nächste Mal an, denn von dort habe ich einen schönen Blick hinunter auf Schweich und das dahinter liegende Moseltal - bin ich da nicht auf der letzten Etappe am Hang entlang gegangen? Tatsächlich kann ich bis Ehrang und Quint schauen.

Von Schweich bis Mehring
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Blick zurück: Schweich und das Moseltal Blick voraus ins Moseltal Regen zieht auf Mehring und die Weinberge

Wenig weiter kann ich das Autobahnkreuz bei Kirsch von oben betrachten, und noch ein wenig später blicke ich im Moseltal hinab und auf Longuich. Außerdem sind zwei Viadukte der A 1 auf der Hunsrückseite auffällig, doch vor allen Dingen fallen mir hier zum ersten Mal die zum Moselufer abfallen Hänge mit den weiten Weinbauflächen auf - das ist das Moseltal, wie ich es mir vorgestellt habe. Leider habe ich an diesem Tag nicht das beste Wetter, denn es hat sich im Laufe des Vormittags zunehmend bewölkt, so dass die Sicht ein wenig getrübt ist.

Rund um dem Mehringer Berg

Der Moselsteig bringt mich dann wieder in ein Waldgebiet und vom Fluss weg, hinauf auf die offene Wiesen- und Weidenfläche am Mehringer Berg. Bis dorthin bin ich mehr oder weniger bergan gewandert, trotzdem kann ich die Hochebene nicht so richtig als Berg wahrnehmen, was aber nicht heißen soll, dass es dort nicht schön ist.

Vom Mehringer Berg geht es naturgemäß wieder talwärts. Zuerst durch eine Wiese, dann am Waldrand entlang und schließlich durch ein Waldgebiet. Anschließend durchwandere ich Felder und Wiesen, angetan von den Kornblumen, die am Feldrand wachsen. Lange Jahre waren Korn- und auch Mohnblumen von den Feldern verschwunden, inzwischen leuchten sie wieder vielerorts.

Unter einem einsam am Wegesrand stehenden, großen Kirschbaum befindet sich dann eine dieser Sinnesliegen und auch, wenn der Blick das Moseltal in einiger Entfernung nur erahnen lässt und durch Strommasten ein wenig gestört wird, entschließe ich mich, die Gelegenheit zu nutzen, um eine Pause einzulegen. Dabei geht mein Blick auch zum Himmel, der sich immer stärker zuzieht und es jetzt sogar nach Regen aussehen lässt.

Durch die Reben nach Mehring

Als ich wieder aufbreche, geht es talwärts und bald wird es wieder buschiger, wodurch die Aussicht verloren geht. Doch das ändert sich, als ich durch einen Waldriegel hinab gestiegen bin und an der Kante des Hanges zur Mosel stehe. Mein Tagesziel Mehring liegt jetzt zu meinen Füßen, doch mit dem Moselsteig wende ich mich nach links und wandere am oberen Rand eines Weinberges. Wenig weiter steht etwas zurückliegend eine Kapelle mit Bänken davor und immer noch einen schönen Blick ins Moseltal, Mehring nun schon etwas zurück.

Nach der Kapelle geht es dann Schlag auf Schlag: Zuerst folgt ein auch zum Wandern schön angelegter Tierlehrpfad, dann ein Gesundheits- und Bewegungspark mit verschiedenen Stationen für Leibesübungen und eine dazugehörige Schutzhütte für Regenwetter mit Aussicht. Schließlich führt ein Treppenabstieg, die sogenannte "Himmelsleiter", zur Huxlay-Hütte, die mit Tischen und Bänken sowie einem tollen Blick ausgestattet ist.

Info:
  • Mehring
    In Mehring gibt es eine kleine Infrastruktur für Übernachtungsgäste und Gastronomie.
  • Bus & Bahn
    Sinnvoll ist nur die Fahrt von Mehring zum Schulzentrum in Schweich: www.vrt-info.de.

Vom Plateau der Huxlay geht es mit vielen Windungen bergab durch die Rebstöcke des Weinberges. Schöne Blicke tun sich dabei auf und diesmal steige ich im Gegensatz zum Vormittag auch durch einen richtigen Weinberg. An Ende der Serpentinen führt mich dann ein gerader Weg durch das Rebenmeer zurück zum inzwischen schon ziemlich weit entfernten Mehring. Dort treffe ich auf die Straße zur Brücke, über die der Moselsteig auch hinüberführt - mich allerdings erst beim nächsten Mal.

Am Brückenkopf gibt es eine Treppe hinunter zur Moseluferstraße, der B 53. Dort befindet sich eine Bushaltstelle, von der ich zurück nach Schweich fahren kann. Da ich aber noch Zeit habe, beschließe ich, mich noch ein wenig umzusehen und in den Ort hinein zu gehen. Am Friedhof finde ich die nächste Haltestelle, von der ich schließlich den Bus zurück nach Schweich nehme.