21. Etappe: Moselkern - Löf (14 km)

Am Morgen fahre ich schon nach Löf, um dort zwischen Bahnhof und Ortsmitte einen Parkplatz zu suchen. Von dort gehe ich zur Haltestelle der Moselbahn, die schon etwas außerhalb des Ortes liegt und brauche dann über Hatzenport nur eine kurze Strecke mit der Bahn zu fahren, um in Moselkern meine Wanderung fortsetzen zu können.

Zurück zum Moselsteig

An der Ringelsteiner Mühle hatte ich beim letzten Mal den Moselsteig verlassen, um am Eltzbach entlang nach Moselkern als Etappenziel zu gelangen. Da ich die gut 2 Kilometer meist über Asphalt nicht wieder zurückgehen und mir den langen, sehr steile Aufstieg, an den ich mich noch gut von einer Wanderung auf dem dort verlaufenden Traumpfad erinnere, ersparen möchte, war mir schon am Ende der letzten Tour klar, dass ich den Moselsteig über einem anderen Zuweg erreichen möchte. Am Bahnhof in Moselkern gibt es einen Wegweiser für Wanderer, mit dem diese Alternative auch als erste Wahl angegeben ist.

Zunächst gehe ich also parallel der Bahngleise und über eine Überführung, um danach sofort in eine Wohnstraße einzubiegen, aus der bald ein Weinbergweg wird - tatsächlich heißt die Straße zu Beginn auch so. Aufwärts geht es natürlich auch mit diesem Zuweg, ganz besonders, als an einer Bank ein schmaler Pfad links hinauf in den Hang führt. Mit dem Serpentinenpfad gelange ich an eine Landstraße, an der ich weiter - ähnlich steil wie zuvor - den Berg hinaufsteigen muss. Der Abschnitt endet an einer kleinen Kapelle, an der auch der Moselsteig vorbei läuft. Wieder mit dem Wanderweg vereint streife ich nun meist am Waldrand entlang oder durch die Felder, nutze nur einmal zu Beginn einen kurzen Abweg zu einem Aussichtspunkt ins Moseltal und erreiche schließlich Lasserg.

Burgen, Traumpfade und ein Landschulheim

Das Dorf Lasserg betrete ich mit dem Moselsteig von Süden über die Schulstraße und komme damit zur Kirche. Dort befindet sich ein Straßenschild mit vielen Wegweisern für Wanderer, bei denen natürlich auch der Moselsteig vertreten ist. Neugierig macht mich der Abzweig nach Burgen und zur Burg Bischofstein, auf dessen Schild auch auf den Seitensprung "Borjer Ortsbachpädche" hingewiesen wird. Dieser Rundweg beginnt in der Ortschaft Burgen und führt ein Stück durch das wildromantische Baybachtal, das aber leider auf der anderen Moselseite im Hunsrück liegt. Von der Burg Bischofstein habe ich noch nicht gehört, aber von der Entfernung konnte ich sie mir anschauen. Außerdem gibt es ein schon älteres Schild des WeinWetterWegs, für dessen Logo komischerweise ein Rebstock und ein Hase herhalten müssen. Nach rechts zeigt der Wegweiser des WeinWetterWegs ebenfalls zur Burg Bischofstein, aber auch über einen Klettersteig nach Hatzenport.

Der Klettersteig Dolling, Hatzenport und der Weg nach Löf
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Auf dem Klettersteig Dolling bei Hatzenport Blick zurück auf Hatzenport Renoviertes Winzerhäuschen am Weg Der Aussichtspunkt Rabenlay Die Kirche von Löf

Letztendlich bleibe ich dem Moselsteig treu und folge dem Weg zum Rhein. Das erweist sich im Nachhinein auch als die richtige Entscheidung, denn nachdem ich Lasserg hinter mir gelassen habe, komme ich zuerst an einem Lokal vorbei, das mich allerdings nicht lockt, weil ich dort außerhalb der Öffnungszeiten vorbeikomme, dann an einer Info-Tafel des WeinWetterWeges, mit der mir auch die Bedeutung des Logos erklärt wir, und schließlich an einer Schutzhütte, in deren Nähe eine Aussichtsterrasse den Blick auf die Burg Bischofsheim ermöglicht. Die ist übrigens nur einmal im Jahr am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen und wird den Rest des Jahres als Landschulheim genutzt.

Nachdem ich mich am Blick sattgesehen und einen Schluck getrunken habe, mache ich mich wieder auf und stoße durch das Gebüsch auf die Rasenfläche Küppchen, an der sich ein Absprungplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger befindet. Natürlich hat man auch von dort auf Grund der freien Fläche einen guten Blick ins Tal.

Nur wenig weiter gibt es einen Abzweig in den Niederwald am Hang, von dem an ein Traumpfad den Moselsteig ein gutes Stück begleitet. Der Weg ist dabei zunächst einmal wieder mehr Pfad und sehr schön, wie ich finde. Zu dieser Empfindung trägt bei, dass es abwärts geht und mir mehrere Wanderer entgegen kommen, die nach einem langen, mühevollen Aufstieg aussehen. Außerdem habe ich unterwegs noch den ein oder anderen Blick auf die Burg Bischofstein und erst dabei fällt mir der weiße Streifen in Mitte des Burgfrieds auf.

Der Weg öffnet sich dann immer weiter und wird zum breiten Wirtschaftsweg an Trockenmauern entlang, wo einst einmal Weinreben den Hang bevölkerten. Schließlich erreiche ich ein Wohngebiet oberhalb von Hatzenport, durch das ich hinunter zur Landstraße 113 geführt werde.

Über einen Klettersteig zur Rabenlay

Anstatt nach Hatzenport hinab geht es mit dem Moselsteig ein Stück an der Landstraße entlang bergan. Schließlich gibt es einen Durchlass zwischen den Leitplanken hindurch und ich muss die Straße überqueren. Auf der anderen Seite weist mich dann ein Hinweisschild auf die Gefahren der anstehende Strecke über den Klettersteig Dolling hin.

Zunächst geht es mit Stufen an einer Mauer hinauf, wo der Weg am Rande eines deutlichen Absatzes durch einen Weinberg verläuft. Doch wirklich geklettert werden muss erst, als es nahezu senkrecht den Hang hinunter geht und nur Drahtseile als Handlauf ein wenig Halt geben. Es folgen zwei Leitern, die es gilt hinab zu steigen und ein Gang über eine breite Bruchsteintreppe. Das gesamte Vergnügen hört sich recht spektakulär an, doch der Kletterpfad ist insgesamt keine 500 Meter lang und endet an der Bahnunterführung nach Hatzenport, wo sich auch der Bahnhof des Ortes befindet.

Doch statt in den Ort hinein zu gehen - auf der anderen Seite der Bahnlinie befindet sich ein Parkplatz als Startpunkt für den Traumpfad, der den Moselsteig immer noch begleitet -, nehme ich den Unteren Bannweg, um wieder über Felsen den Hang hinauf zu einer Wetterstation zu steigen. Dabei geht es wieder ganz schön steil zu, während mich den letzten Rest des Weges eine Treppe aus Holzbohlen in die Höhe bringt. Weiter bergan geht es mitten durch Rebreihen, die hier wieder dicht an dicht stehen.

Der Weg wird dann wieder breiter und verläuft durch eine Weinbergbrache. Dabei komme ich an Bruchsteinunterständen vorbei, die den Weinbauern in früheren Jahren als Schutz vor dem Wetter, aber auch als Lagerort für Geräte und Material dienten. Gleichzeitig umrunde ich Hatzenport und nähere mich der auffällig an den oberen Rand des Ortes gebauten Kirche. Eine Winzerhütte aus Holz lockt am Ende dieser Passage ein Stück vom Weg abzugehen, um über das weite Grün der Reben auf Hatzenport hinab zu schauen.

Anschließend tauche ich in ein Seitental der Mosel ein und bin für eine Weile der Blicke beraubt. Es gibt einen Abzweig, der mich in nur 100 Metern zur nahen Kirche bringen will, aber ich ignoriere ihn und steige stattdessen zur Rabenlay auf, wo neben einer Schutzhütte unter einer wehenden Fahne eine dieser bequemen Sinnesliegen auf mich wartet, um den bisher gegangenen Weg entlang der Mosel bis zurück nach Burg Bischofstein mit den Augen zu verfolgen.

Info:
  • Hatzenport
    Etwa in Mitte der Strecke liegt Hatzenport, das mehr in Sachen Mosel/Wein/Touristik zu bieten hat, als der Zielort Löf.
  • Löf
    Der erste Eindruck von Löf ist ein sehr aufgeräumter: Wenig befahrene, kleine Straßen, eine Kirche, ein Bahnhof, ein Weinbaubetrieb und ein etwas Gastronomie.
  • Bus & Bahn
    Zwischen Moselkern und Löf verkehrt eine Regionalbahn in regelmäßigen Abständen.

Nachdem ich wieder aufgebrochen bin, ziehe ich durch eine Feld- und Wiesenlandschaft, bis ich auf eine Landstraße stoße. Kurz zuvor habe ich mich vom Traumpfad verabschiedet, der mich bis hierher begleitet hat. Mit dem Überqueren der Straße und dem Abbiegen in ein schönes, bewaldetes Bachtal ist der letzte Teil der Wanderung eingeläutet.

Rund um Löf und mit dem Nachtigallenweg in den Ort

Die verbleibende Strecke ist sehr waldreich, bietet deshalb keine schönen Aussichten, führt aber durch ein sehr schönes und abwechslungsreiches Waldgebiet. Zunächst ist da der Buchsbaumwald zu nennen, durch den ein Pfad führt. Dann komme ich an einen Waldrand, von dem ich eine Kapelle auf einer Anhöhe ausmachen kann, und gelange in das Kehrbachtal. Dort habe ich die Möglichkeit, über den Bach hinüber zu gehen. Doch der Moselsteig führt mich nicht hinauf zur Kapelle, sondern am Bachufer mit starkem Gefälle talwärts. Dieser Weg trägt den Namen Nachtigallenweg, doch als ich im Herbst dort wandere, singt natürlich keiner der Vögel und es ist mehr oder weniger still im Tal.

Nahezu unvermittelt erreiche ich den Ortrand von Löf und befinde mich in einer verkehrsberuhigten Wohnstraße. Der Kirchturm zieht dort als ersten meinen Blick auf sich, bevor ich an die Eisenbahnlinie stoße, mit der ich am Morgen nach Moselkern gefahren bin. Eine Brücke bringt mich in den Ort hinüber, obwohl an dieser Stelle ein Zuweg zum Bahnhof weiter geradeaus verläuft. Bevor ich mich aber dem Bahnhof zuwende - und damit auch dem Parkplatz, auf dem das Auto steht -, möchte ich mir den Ort ein wenig genauer ansehen. Doch wie schon weiter oben geschrieben, ist Löf für den Moseltourismus kein auffällig interessanter Ort - außer man sucht ein Bett für die Nacht.

Also mache ich unterhalb der Kirche wieder kehrt und gehe über die Dorfstraße zum Ausgangspunkt dieser Wanderung. Da es noch früh am Nachmittag ist, beschließe ich auf der Rückfahrt, dass ich einen Abstecher nach Münstermaifeld unternehmen könnte, denn diesem Ort mit den weithin sichtbaren Kirchtürmen wollte ich schon seit Langem einen Besuch abstatten.