15. Etappe: Zell - Neef (19,5 bzw. 23 km)

In der Planung für diese Tour überlege ich mir, dass ich mit dem Auto zum Zielort Neef fahre. Zum einen habe ich es ja bekanntlich lieber, zum Auto zurück zu laufen und zum anderen erscheint es mir günstiger, nicht in Zell zu parken, wo ich nicht genau weiß, wo sich die Haltestelle befindet. Außerdem starte ich so mit einer Bahnfahrt und an Bahnhöfen gibt es immer eine Anzahl Parkplätze.

Als ich in Neef ankomme, fahre ich also durch die engen Straßen hinauf zur Bahnhaltestelle und muss feststellen, dass die Annahme mit den Parkplätzen für diesen Ort nicht gilt. Da ich aber bei der ersten Durchfahrt durch Neef am Moselufer freie Stellplätze für Autos bemerkt hatte, fahre ich dorthin zurück. Neef ist nicht groß oder gar ein touristisches Zentrum an der Mosel, doch das macht mir den Ort eigentlich auch sympathisch. So ist es kein Problem, an der Moseluferstraße einen Stellplatz für den Tag zu finden, der sogar von Bäumen beschattet wird. Darüber hinaus hätte es aber auch unter der Moselbrücke Parkmöglichkeiten gegeben.

Nachdem ich das Auto abgestellt und den Rucksack geschultert habe, gehe ich gemütlich zwischen den schönen Häusern hindurch zurück zum Bahnhof. Fast eine Viertelstunde bleibt mir noch, bis der Zug kommt. Da der Haltepunkt Neef, wie die allermeisten Bahnhöfe, nichts Aufregendes zu bieten hat, bleibt mir nach dem Ziehen einer gültigen Fahrkarte nichts anderes übrig, als mir die Zeit gelangweilt mit Auf-und-ab-gehen und häufigem Auf-die-Uhr-sehen zu vertreiben.

Der Zeiger der Uhr rückt vor. Noch zwei Minuten bis zur Abfahrt, ein Zug ist aber immer noch nicht in Sicht. Gut, die Fahrtzeit zwischen Neef und Bullay ist auf dem Fahrplan mit drei Minuten angegeben, aber zum Erreichen des Busses in Bullay bleiben nur fünf Minuten. Vom Bahnsteig bis zum Bahnhofsvorplatz ist es sicher nicht weit und die Busse werden bestimmt ein wenig warten, wenn die Züge Verspätung haben. Abfahrtszeit, noch immer ist kein Zug in Sicht. Ankunftszeit in Bullay, nichts passiert. Zwei Minuten später fährt dann der Zug ein, aber es müssen ja auch noch Leute aus- und einsteigen.

Die Fahrt dauert dann wirklich nicht lange, ob es drei Minuten waren, will ich nicht sagen. In Bullay jedenfalls ist nicht einmal mehr eine Abgaswolke des Busses zu sehen, als ich vor dem Bahnhof nach einem möglicherweise wartenden Bus Ausschau halte. Ein paar Taxen stehen dort, die Fahrer unterhalten sich oder rauchen. Ein Bus stehen außerdem in Pausenposition und ist nicht besetzt. Ein zweiter Bus kommt, wendet und parkt ein Stück abseits. Allerdings hat dieser Bus oben an der Front Zell als Fahrtziel angezeigt und als der Fahrer aussteigt, beschließe ich, einmal hinüber zu gehen und ihn zu fragen, ob und wann er Richtung Zell fährt. Wenn die Auskunft nicht zufriedenstellend ist, muss ist eben ein Taxi nehmen.

Der Fahrer des Linienbusses ist freundlich und zeigt mir einen Kleinbus, der ebenfalls auf dem Vorplatz abgestellt ist. Den hatte ich bisher ignoriert, denn ein Schild weist ihn als Shuttle-Bus zum Flughafen Hahn aus. Tatsächlich nimmt der Fahrer mich aber wenige Minuten später mit nach Zell.

Unterwegs auf der Fahrt entwickelt sich ein nettes Gespräch und so erfahre ich, warum der Bahnhof Bullay sich "Umweltbahnhof" nennt: Geplant war einmal, Solarzellen auf dem Dach zu installieren, die den Strom für das Gebäude liefern sollten. Der Fahrer meint, das Geld sei aber ausgegangen, und so wurde aus der Solarstrom nichts und nur der Beiname ist geblieben.

Außerdem erfahre ich, dass direkt gegenüber der Haltestelle in Zell ein Café leckere, belegte Brötchen verkauft und so ist das Lokal mein erster Anlaufpunkt. Die Haltestelle Lindenplatz befindet sich an der Moseluferstraße und das Café ist eines dieser Geschäfte, in die man von der Moselseite hineingeht und durch das Ladenlokal hindurch nach vorne zur Front geht, um dort seine Bestellung aufzugeben - in meinem Fall ein Brötchen mit Käse.

Neben dem Klettersteig zum Collisturm

Nachdem ich das Brötchen im Rucksack verstaut habe, kann es losgehen. Den Weg zum Rathaus auf der parallel zur Uferstraße verlaufenden Fußgängerzone kenne ich bereits von meinem letzten Besuch, ein paar Fotos vom Brunnen der Schwarzen Katze, dann kann es losgehen. Den Weg zeigt mir zu Beginn ein Banner, das über die Straße neben dem Rathaus gespannt ist und auf dem zu lesen ist, dass es hier zum Aufgang des Collis-Klettersteig geht.

Auf dem Collis-Steilpfad
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Beginn des Collis-Steilpfads Auf dem Collis-Steilpfad Blick auf Zell und die Zeller Kehr Beginn des Collis-Klettersteigs Der Collisturm

Den Klettersteig erreicht man, in dem man an einen Wasserfall und dem viereckigen Turm vorbei die Zeller Kehr hinaufsteigt. In einer Wegkehre beim Erreichen der Weinberg befindet sich dann ein Durchgang, der den Beginn des Steilpfades markiert. Hinweisschilder zum folgenden Streckenabschnitt sind an dieser Stelle angebracht, die anzeigen, dass es nun auf steilen Pfaden und über Treppen weitergeht, vernünftiges Schuhwerk und Trittsicherheit werden verlangt.

Tatsächlich braucht es eine gute Kondition, um die Steigung zu bewältigen, wobei ich den Weg sehr schön finde. Ein schmaler Pfad windet sich den Hang hinauf, der durch Gebüsch, aber bald auch durch Weinreben verläuft. Steil bleibt der Steig, bis ich an einen Absatz gelange. Hier verliere ich den Moselsteig einen Augenblick, in dem ich mich nach links wende und damit am unteren Ende des Klettersteigs ankomme. In den Fels gehauene Tritteisen führen hier senkrecht nach oben. Zwar beginne ich mit dem Aufstieg, weil ich denke, dass ich mich immer noch auf dem Moselsteig befinde, aber als aus den Halte- und Trittklammern reine, schmale Trittstifte werden, kapituliere ich. Wieder richtigen Boden unter den Füßen gehe ich den Weg also ein Stück zurück und entdecke so den Alternativpfad, dem auch der Moselsteig folgt, wie ich jetzt erkenne. Noch einmal kommen Klettersteig und Steilpfad etwas höher zusammen, trennen sich kurz drauf aber wieder, bis sie sich vor Erreichen des Collisturms wieder vereinen.

Der eigentlich recht kleine Collisturm ist ein markantes Zeichen, wenn man nach Zell kommt, und natürlich hat man von dort oben auch eine tolle Sicht ins Tal auf Zell und die Mosel. Am Wochenende in der Saison kann man auf dem Plateau am Turm an einer Bude kleine Speisen und Getränke kaufen und diese dann an den Tischen und Bänken verzehren. Da ich an einem Wochentag dort bin, bleibt mir nur, eigenes, mitgebrachtes Wasser zu trinken und die Aussicht ohne Speisen zu genießen - womit ich aber auch durchaus zufrieden bin.

An Merl und Bullay vorbei

Ein kleines Stück muss ich vom Collisturm aus noch aufwärts steigen, bevor es an Weinbergen entlang und durch kurze Waldpassagen wieder talwärts geht. Am Ende dieses Abschnittes komme ich an der Löns-Hütte vorbei, einer Schutzhütte mit Sitzgelegenheiten und Blick zurück über die zur Mosel hin abfallenden Weinberge auf Zell. Von der Hütte nimmt das Gefälle des Weges dann noch ein wenig zu und ich lande mit einem Blick zwischendurch auch Merl im Mühlental. Dort folgt der Moselsteig ein Stück der Straße ins Tal, um dann am Rande eines ehemaligen Weinberges beinahe senkrecht - so kommt es mir zumindest vor - in die Höhe zu steigen. An einer Kapelle verwirrt mich der Moselsteig anschließend ein wenig, weil er mir unbedingt den Bau zeigen und mich über das Gelände führen möchte, doch als ich oberhalb des Daches der kleinen Kirche auf dem Höhepunkt dieses Anstieges angekommen bin, ist auch das vergessen.

Durch die Weinberge hindurch umrunde ich Merl, während ich auf die Kirche und die im Sonnenlicht glitzernde Mosel hinab schaue. Gleichzeitig rückt auch die Marienburg auf der gegenüberliegenden Moselseite immer weiter in mein Blickfeld und über den Bergrücken hinweg kann ich sogar die Uferhänge der vorangegangenen Etappe ausmachen. An einer Stelle ist es sogar möglich, die Mosel zu sehen, wie sie auf der anderen Bergseite auf Zell zu fließt, weil der Bergsattel niedriger ist, als mein Standpunkt.

Mit diesen Eindrücken komme ich an einen Wegweiser des Moselsteigs, der mich auf einen abgehenden Pfad in den Hang hinauf aufmerksam macht. Mit ihm gelange ich durch ein Waldstück zur Königshütte, eine unter Bäumen gelegenen Schutzhütte mit Picknicktischen, an der, als ich dort bin, ein Schild "zu verkaufen" angebracht ist.

Blick auf...
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Blick zurück auf Zell Blick auf Merl und die Marienburg Blick hinüber auf die Marienburg Blick auf Bullay und die Eisenbahnbrücke

Am oberen Ende des Waldstücks lenkt der Moselsteig mich wieder in ein offenes Gelände und so kann ich Bullay meine Aufmerksamkeit schenken. Vor allen Dingen die Eisenbahnbrücke fasziniert mich, denn nicht nur, dass sie an der anderen Moselseite an einem Tunneleingang endet, unter den Gleisen, also ein Stockwerk tiefer, führt gleichzeitig die Straße über die Mosel. Einen Moment lang warte ich, um zu sehen, ob ein Zug über die Brücke kommt, aber offenbar sieht der Fahrplan dies um diese Zeit nicht vor.

Auf Höhe der Eisenbahnbrücke steige ich oberhalb eines gerade gerodeten Weinberges am Waldrand entlang aufwärts, gelange dann mit einer Wegkurve in den Wand hinein und erfreue mich nun am schönen, naturnahen Weg. Nach rund 300 Metern wundere ich mich, dass der Weg einen solch unbenutzten Eindruck macht, nach 500 Metern vermisse ich die Wegmarkierungen und nach 600 Metern komme ich an eine Wegkreuzung, an der kein relevantes Wegzeichen angebracht ist. Da bin ich wohl vom Weg abgekommen, stelle ich fest. Soll ich nun links gehen, um aus dem Seitental hinaus wieder Richtung Bullay und Mosel zu gehen und hoffen, dabei den Moselsteig wiederzufinden? Doch das Risiko ist mir zu groß, es bleibt mir wohl oder übel nicht anderes übrig, als den Weg, den ich gekommen bin, so lange zurück zu gehen, bis ich wieder ein Moselsteig-Logo am Wegesrand entdecke.

Bis zur letzten Kurve, da wo der Wald begonnen hatte, muss ich zurück. Kurz vor Erreichen des Waldrandes bemerke ich einen schmalen Pfad, der auf einem Kammweg aufwärts führt. Mit diesem Pfad steige ich parallel zum Irrweg den Hang hinauf und finde erneut eine Schutzhütte mit Sitzgelegenheiten und Aussicht in das Seitental, in dem ich mich immer noch befinde.

Weiter geht es auf dem Zufahrtsweg zur Hütte, der mich auf einen breiten Waldwirtschaftsweg bringt. Wieder kann ich beim Zusammentreffen der Weg kein Wegzeichen entdecken, unsicher durch den gerade genommenen, falschen Weg schaue ich rechts den Weg hinauf, dann links hinunter, aber in beide Richtungen kann ich kein Logo des Moselsteigs ausfindig machen. Um nicht noch einmal fehl zu gehen, gehe ich lieber zurück zur Hütte und zum letzten Wegzeichen. Ein Wegweiser zeigt eindeutig in die Richtung, in die ich gegangen bin, eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Also wieder zum Waldweg, wo ich mich entscheide, links ins Tal zu gehen. Richtigerweise, wie sich herausstellt.

Mit dem Weg komme ich zu einer Verzweigung, an der ich eindeutig nach rechts, weiter talwärts muss. Aber als ich mich genauer umsehe, bestätigt sich meine Vermutung: Bisher bin ich immer parallel zum vorhin falschen Weg gegangen und um die leichte Kurve nach links treffe ich nach nur wenigen Meter auf die Kreuzung, an der ich wieder umgegangen bin - schon ärgerlich, diese zuviel gemachten 1,5 Kilometer!

Onkel Tom's Hütte, eine Imkerei und die Blitzeiche

Einige hundert Meter weiter gibt es eine ähnliche Situation wie an der Schutzhütte zuvor. Im spitzen Winkel geht ein Weg ab, der dunkel und dicht von Bäumen bewachsen ist, und den ich beinahe gar nicht bemerkt hätte, weil er mir beim Abwärtsgehen im Rücken liegt. Eigentlich ein schöner Weg, aber der Weg, auf dem ich mich befinde, ist eindeutig der Hauptweg und einen Wegweiser kann ich auch nicht entdecken. Warum weiß ich nicht mehr, aber ich entscheide mich, diesen dunklen, eher pfadigen Weg zu nehmen und bemerke am Stamm eines Baumes bald auch ein Moselsteig-Logo.

Rund um Neef
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Bienenstöcke am Rande einer Streuobstwiese Die Blitzeiche am Neefer Schopp Neef, die Schleuse und St. Aldegund Das Gipfelkreuz auf dem Petersberg Der Dorfplatz in Neef

Durch ein weites Waldgebiet wandere ich weiter talwärts, bis ich auf einen querenden Weg stoße. Ab hier geht es wieder bergauf und vorbei an einer Tafel, auf der die regionalen Wanderwege aufgezeichnet sind, und dem Bullayer Kreuz, das an einer Weggabelung aufgestellt ist. An einem Picknicktisch am Wegrand befindet sich dann ein Wegweiser und ein Schild, die mich auf Onkel Tom's Hütte aufmerksam machen, einer Weinstube mit regionalen Leckerbissen und Moselpanorama. 150 Meter soll das Lokal nur vom Weg ab liegen - ob ich mir eine Einkehr gönnen soll? Obwohl es mich reizt, entscheide ich mich gegen eine Pause, nehme mir aber fest vor, dieses Lokal für einen späteren Besuch im Gedächtnis zu behalten.

Nur wenig weiter gelange ich an eine Streuobstwiese an der Informationstafel zu eben dieser, aber auch der Bienenzucht aufgestellt sind. Tatsächlich befinden sich deutlich sichtbar einige Meter vom Weg entfernt am Rande der Wiese auch einige Bienenhäuser.

Nach einer kurzen Pause wandere ich weiter, jetzt durch einen schönen Buchenwald. Da der Weg wieder bergab verläuft, komme ich gut voran und erreiche bald die sogenannte Blitzeiche, ein Baum, der von Einschlägen gezeichnet ist und sich gut von den umstehenden Bäumen abhebt. Weiter verliere ich an Höhenmeter und kann bald wieder die Mosel unter mir zwischen den Ästen der Bäume hindurch schillern sehen.

Mit der Mosel komme ich dann wieder an ein Weinanbaugebiet. Hier kann ich nun schon auf Neef sehen, dass am Ende der Etappe auf mich wartet. Doch bevor ich dort ankomme, treffe ich auf einen Wegweiser des Moselsteigs. Dieser zeigt auf einen Zuweg links hinunter, mit dem ich nach 1,7 Kilometern in den Ort gelangen würde. Der Moselsteig verläuft aber geradeaus und damit würde ich erst nach 5,6 Kilometern in Neef ankommen. Nach inzwischen knapp 17 gelaufenen Kilometern ist die Versuchung hier groß, die Strecke abzukürzen. Doch ich entscheide mich für die lange Variante, denn schlechte Erfahrungen mit dem Abkürzen eines Weges hatte ich ja schon rund um Kesten gemacht.

Info:
  • Neef
    Wer es lieber etwas ruhiger und beschaulicher hat, der ist in Neef genau richtig. Überschaubar und gemütlich präsentiert sich der Ort, der sich zur Calmont-Region zählt, die die Silhouette der Klostermauern von Kloster Stuben im Logo hat. Das Gelände des Klosters befindet sich am Fuße des Petersberg, dem Hausberg von Neef.
  • Bus & Bahn
    Die Verbindung zwischen Zell und Neef beinhaltet einen Umstieg vom Bus auf den Zug in Bullay. Umgekehrt ist die Fahrtzeit um die Hälfte kürzer, aber um den Bus in Bullay zu erwischen, muss der Zug pünktlich sein, denn für das Umsteigen bleiben nur 5 Minuten: Bus und Bahn.

Vier Kilometer mehr, um nach Neef zu gelangen

Noch einmal geht es also mit dem Moselsteig steil in ein Seitental der Mosel. Dort befinden sich einige Ferien- und Kleingartenhäuser und eine schmale Straße im Talgrund. Wie schon bei Merl muss ich ein Stück die Straße entlang und dann mit einen Pfad sehr steil den Hang hinauf. Für rund 1,5 Kilometer schleppe ich mich Schritt für Schritt in die Höhe und bin froh, dass ich diese Strecke jetzt noch angegangen bin und nicht auf das nächste Mal verschoben habe, denn was man hinter sich hat, hat man hinter sich.

Nachdem ich den Aufstieg geschafft habe, werde ich bald drauf mit schönen Aussichten auf Neef mit der Moselbrücke, die Schleuse und das zurückliegende St. Aldegund belohnt. Das Tal liegt jetzt am späten Nachmittag in einem speziellen Licht, die Sonne steht nicht mehr so hoch und beleuchtet das Laub der Reben, die in einem besonderen Grün leuchten.

Schließlich erreiche ich die Kreuzung, von der es ab zum Gipfelkreuz auf dem Petersberg geht. Natürlich lasse ich mir diesen kurzen Abstecher nicht entgehen und genieße so den Blick auf das inzwischen zurückliegende Neef, aber auch die Aussicht auf Ediger-Eller, den Doppelort, den ich mit der folgenden Wanderung besuchen werde, denn der Petersberg ich eine Erhebung, die sich zwischen die Mosel schiebt, die hier eine ihrer vielen Schleifen macht.

Unterhalb des Kreuzes befindet sich die Petersbergkapelle, in der ein bemerkenswerter Steinaltar aufgestellt ist. Von dort aus kann man zum nahen Aussichtspunkt Eulenköpfen oder den Kloster Stuben wandern. Die Mauern des Kloster zieren das Logo der Calmont-Region, zu der sich Ediger-Eller, Bremm, aber auch Neef zählen. Doch mir ist dieser Abstecher an diesem Tag eindeutig zu viel, auch wenn ich bei meiner Fahrt am Morgen nach Neef schon einen Blick auf die Klostermauern werfen konnte und davon angetan gewesen bin.

Vor der Petersbergkapelle gibt es einen Durchbruch durch den Bergkamm, durch den eine Straße auf die Neef zugewandte Seite gelangt. Dort hat man erneut einen wunderbaren Blick auf Neef und ein weites Stück die Mosel hinauf. Auch ein Tisch zum Rasten ist an dieser Stelle aufgebaut, doch ich mache mich ohne Aufenthalt daran, die etwa 1,2 Kilometer ins Tal nach Neef in Angriff zu nehmen. Zwei lange Betontreppen helfen mir dabei, im Weinberg hinab zu steigen und auf den jeweils nächsten Absatz des Hanges zu kommen. In der Nähe des Bahnhofes betrete ich Neef und gehe hinab am schönen, schattigen Dorfplatz vorbei zum Moselufer. Dort sind es dann 23 Kilometer, die mein Wegstreckenzähler anzeigt.