8. Etappe: Mirbach - Hillesheim (26 km)

Jedes Mal, wenn ich heute an Mirbach vorbeifahre, erinnere ich mich an diese Wanderung auf dem Eifelsteig und die Tour wird mir sicher stets im Gedächtnis bleiben. Der Wetterbericht hatte im Vorfeld schon den heißesten Tag des Jahres angekündigt und es wird später von 37° C im Schatten die Rede sein. Und auch, wenn ich früh aufstehe, um nicht zu spät aufzubrechen, ist die Streckenlänge dieser Etappe lang genug, um erst am Abend Hillesheim zu erreichen, ganz sicher, wenn man den falschen Weg wählt und in die falsche Richtung läuft...

Tageswanderern bleibt eigentlich wie schon auf der vorhergehenden Eifelsteig-Etappe wieder nur das Taxi für die Rückfahrt.

Zweimal abseits des Eifelsteiges

Das Auto parke ich unterhalb der Kirche von Mirbach auf einem Parkplatz und mache, weil keine Wolke am Himmel zu sehen ist, ein paar Postkartenfotos vom sogenannten "Eifeldom". Es ist 8:45 Uhr am Morgen, als ich loswandere, und schon jetzt ziemlich heiß. Um mich vor der Sonne zu schützen, habe ich heute einen Hut mitgenommen und aufgesetzt. Doch dieser Sonnenschutz soll mir schon recht bald zum Verhängnis werden.

Auch vor dieser Wanderung bin ich schon häufiger an Mirbach vorbeigefahren, um so interessanter ist es jetzt, als ich mit dem Eifelsteig unter der Landstraße hindurch geführt werde. War es jedoch im Ort unter Bäumen noch schattig, wartet auf der anderen Straßenseite eine offene Wiesenlandschaft. Außerdem geht es bergan und so senke ich den Kopf, um mich an den Anstieg zu machen und die Augen vor der Sonne zu schützen. Nach gut 100 Metern gabelt sich der Wirtschaftsweg und ich muss mich für eine Richtung entscheiden - komisch, dass hier kein Wegzeichen zu finden ist, wo der Eifelsteig doch sonst so gut markiert ist. Warum weiß ich nicht mehr, aber ich entscheide mich, weiter rechts hinauf zu gehen. Nach weiteren 150 Metern ohne Wegmarkierung bleibe ich jedoch stehen und schaue mich um, entdecke dabei aber immer noch kein Logo des Eifelsteigs. Was tun, jeder Schritt ist schon jetzt schweißtreibend und ich möchte den Weg nicht zweimal gehen müssen? Dennoch entschließe ich mich, zur letzten Weggabelung zurück zu gehen, um dort nach einem Hinweis für den Wegverlauf zu suchen. Doch auch dort entdecke ich nichts, was mir weiterhilft. Soll ich noch weiter zurückgehen? Aber der Eifelsteig muss doch die Unterführung nutzen, damit Wanderer sicher auf diese Seite der Straße gelangen und so weit kann ich den Hang hinabsehen, ohne einen Abzweig zu erkennen. Aber es hilft ja nichts, bevor ich hier weiter herumirre, muss ich zurück, bis ich wieder eine Wegmarkierung finde. Tatsächlich gibt es kurz vor der Unterführung eine Bank an einem Kreuz und dort ist auch ein abzweigender Weg gemäht worden.

Die Felder sind hier schon geerntet und die Wiesen gemäht. Deshalb habe ich einen schönen Blick zurück auf Mirbach und weit in die Landschaft, als ich weiterwandere. An einer Hecke vorbei, aus der vielfache Vogelstimmen ertönen, komme ich am Waldrand an ein kleines Törchen, durch das ich hindurch muss. Am Waldrand entlang gelange ich dann an eine Wegekreuzung und werde in den Wald geführt. Das verspricht zwar ein wenig mehr Schatten, doch der Eifelsteig verläuft hier auf einem breiten Waldweg, der recht langweilig ist. Immerhin erklimme ich bald darauf den Scheitelpunkt des Anstieges auf diesem Abschnitt und komme nun bergab leichter voran.

Von Mirbach zum Wasserfall Dreimühlen
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Die Erlöserkirche von Mirbach Blick in die Eifel (Dollendorf)') Blick in die Eifel (bei Leudersdorf) Der Dreimühlener Wasserfall

Nach gut 3 Kilometern treffe ich auf einen Wegweiser, der für den Eifelsteig nach rechts den Hang hinunter zeigt. Also biege ich ab und befinde mich auch schnell auf einem dichter bewachsenen Weg, der mit dem Lauf eines Baches talwärts geht. Diese Strecke gefällt mir wieder deutlich besser, als das Stück zuvor, bunte Wiesenblumen wachsen am Wegesrand und in seiner Mitte, Schmetterlinge tanzen um die Blütenvielfalt herum und landen, um sich zu sonnen. So achte ich wieder einmal gar nicht darauf, dass es keine Wegmarkierung des Eifelsteigs an den Bäumen gibt - warum auch, Abzeige gibt es schließlich auch nicht.

Doch dann gelange ich an eine Kreuzung mit einem breiten, asphaltierten Weg, an dem auch wieder ein Wegweiser steht. Nur, dass auf den Schildern kein Eifelsteig zu finden ist, ist sonderbar. Eine böse Ahnung scheint hier Gewissheit zu werden, denn erneut habe ich mich für einen falschen Weg entschieden. Bestätigt wird mir dies durch einen älteren Mann auf einem Fahrrad, der des Weges kommt und sich in den Wäldern auskennt. Welches Glück, denn er ist der erste Mensch am heutigen Tag, den ich auf dem Weg treffe, Pech aber, dass ich nun wieder zurück muss, und zwar gut zwei Kilometer, wie mir mein GPS-Gerät später verraten wird.

Der Fehler war, dass ich direkt nach dem letzten Wegweiser den Michelsbach begleitet und den abzweigenden Weg nach rechts übersehen habe, um damit den Bach zu überqueren. Auch diesmal schiebe ich die Schuld für das Irrgehen auf die Hitze und den Hut, durch die ich den Abzweig mit gesenktem Kopf nicht bemerkt habe.

Nach der Überquerung des Michelsbachs führt der Eifelsteig durch ein Waldgebiet wieder bergauf. Kurz vor dem Erreichen des kurzfristigen Höhepunktes, der sich am Waldrand bei einer Grillhütte befindet, passiere ich eine kleine Wandergruppe mit Hund, die noch im Schatten des Waldes eine Pause an einer Bank eingelegt hat. Wir werden uns auf dem folgenden Abschnitt noch das ein oder andere Mal begegnen.

Am Dreimühlener Wasserfall - eine Wandergruppe unterwegs auf dem Eifelsteig

An der Grillhütte vorbei geht es ein Stück talwärts, bevor es rechts vom Zufahrtsweg ab- und mit dem Eifelsteig durch Weiden hindurchgeht. Mit diesem Abzweig geht es noch einmal ein Stück aufwärts, bis ich unterhalb eines Sendemastes den zweiten Anstieg dieser Etappe geschafft habe. Da an dieser Stelle eine Bank und der Blick hinunter nach Leudersdorf und weit in die Eifel hinein zu einer Rast einladen, mache ich hier nach zwei Stunden zum ersten Mal eine ausgiebige Wanderpause. Während ich dort so sitze, nähert sich die zuvor überholte Wandergruppe mit Hund und zieht an mir vorbei. Wenig später schallt das Mittagsläuten von der Dorfkirche im Tal zu mir herauf.

Es fällt mir schwer, mich wieder aufzuraffen, aber immer noch habe ich nicht einmal die Hälfte des offiziellen Weges dieser Etappe geschafft. Aber immerhin geht es nun wieder abwärts. Bald überquere ich zwei Landstraßen, die sich bei Nollenbach treffen. Der Eifelsteig nähert sich nun einem Kalksteinbruch, führt dabei aber meist auch durch offene Wiesen und Felder. Beim Erreichen einer weiteren Landstraße treffe ich die Wandergruppe wieder, dicht in den wenigen Schatten gedrängt, erste, freundliche Worte werden ausgetauscht und ich überhole die Gruppe erneut. Doch die Gruppe bricht kurz nach mir auch wieder auf und bleibt mir auf den Fersen. Da ich gerne alleine wandere, muss ich also mein Tempo erhöhen, was natürlich in der Gluthitze richtig schweißtreibend wirkt.

Eifel-Himmel
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Eifel-Himmel (Kornfeld) Eifel-Himmel (Feldrand) Eifel-Himmel (Weide)

So schaffe ich es, eine Zeit lang vor der Wandergruppe am Wasserfall Dreimühlen anzugelangen. Viel nützt mir dies aber nicht, denn dieses bekannte Ausflugsziel hat auch andere Besucher angezogen. Zwar könnte ich einfach weiterwandern, denn am Wasserfall bin ich natürlich schon wiederholt gewesen, für den Wanderführer möchte ich aber unbedingt neue Fotos machen. Außerdem ist es im Schatten am Wasserfall auszuhalten und so lasse ich mich auf einer der Bänke nieder, um abzuwarten, dass es ruhiger wird. Während ich dort sitze, kommt auch die Wandergruppe an. Einer der Wanderer gesellt sich zu mir und ich erfahre so, dass die Gruppe nicht all zu weit von mir entfernt wohnt, und sich immer wieder trifft, um die Etappen des Eifelsteigs gemeinsam zu erwandern. Da man aber zeitlich nicht immer alle unter einen Hut bekommt, sind die sechs schon seit einem Jahr mit der Wanderung beschäftigt.

Die Wandergruppe bricht vor mir wieder auf, ich dagegen komme erst nach insgesamt einer dreiviertel Stunde weiter. Vorher ergibt es sich nicht, dass ich Fotos machen kann, ohne Personen auf die Bilder zu bekommen. Vor allen Dingen nutze ich aber gerne auch die Zeit, um zu trinken und auszuruhen.

Mit dem Wasserfall Dreimühlen ist etwa die Hälfte der Strecke dieser Etappe geschafft und die tiefste Stelle erreicht. Folglich geht es nun wieder bergan, wenn auch der Anstieg zunächst nicht weiter dramatisch ist. Im Tal des Niedereher Baches wandere ich weiter und erreiche so auch den Rand des Ortes. Hier komme ich an die K 74, die ich zuletzt vor dem Wasserfall überquert habe, gehe das kurze Stück zur Kreuzung und über die querende Landstraße in das Dorf hinein. Hier am Ortsrand treffe ich auch einen Teil der Wandergruppe wieder, während zwei Wanderer unterwegs sind, um ein Auto nachzuholen. Die Gruppe will die Nacht in Niederehe verbringen, um am nächsten Tag weiterzuwandern und somit wird dies zu unsere letzten Begegnung.

Der Eifelsteig führt durch Niederehe, an der Kirche vorbei, überquert schließlich wieder die Landstraße Richtung Kerpen und biegt in die Straße Im Bungart ein. An dieser Stelle fragt man sich, warum der Eifelsteig vor der Straßenkreuzung nicht einfach geradeaus verläuft, ohne durch Niederehe zu führen. Dieser direkte Weg würde rund 400 Meter sparen - das klingt nach nicht viel, erscheint mir aber jetzt in der sengenden Hitze meilenweit. Allerdings würde man damit auch nicht am Gasthaus des Ortes vorbeikommen, das neben Essen und Trinken auch die Möglichkeit zur Übernachtung bietet.

Aufgabepläne in Kerpen und Berndorf - brennend heißer Eifelsteig

Nach Niederehe verläuft der Eifelsteig oberhalb der Kerpener Straße, trifft aber bald auch wieder auf diese Landstraße. Ein Stück muss man dann an der Straße entlang, bevor ein schmaler Pfad steil in den Hang hineinführt. Mühsam schleppe ich mich den Berg hinauf, muss immer wieder stehen bleiben, um Luft zu holen, und versuche mit Papiertaschentüchern den Strömen von Schweiß von der Stirn und aus dem Gesicht Herr zu werden.

Am oberen Ende des Pfades wird der Weg breiter, doch schon bald endet auch der Wald, in dem es zwar nicht kühl war, aber zumindest schattig. Immer noch steigt der Eifelsteig bergan, jetzt nicht mehr ganz so steil durch Wiesen und Weiden. Linker Hand kann ich schon das nächste Ziel meiner Tour sehen, die Spitze des Turms der Burg Kerpen, die über die Bäume hervorragt. Doch so weit schaffe ich es zunächst gar nicht, denn als am Wegesrand eine Bank unter jungen Bäumen Rast und Schatten verspricht, dazu noch einen schönen Blick zurück ins Tal und auf das zwei Kilometer entfernte Niederehe bietet, kann ich nicht widerstehen. Ich lege mich auf die Bank, den Rucksack unter den Kopf, dämmere vor mich hin und leere dabei die zweite 1,5 Liter Wasserflasche. Dann beschleichen mich die Gedanken, dass ich den Rest des Weges heute nicht mehr schaffen werde, überlege, dass ich das Wegstück von Kerpen über Berndorf nach Hillesheim auch schon einmal gewandert bin und für die Rückfahrt sowieso ein Taxi vorgesehen hatte, dass ich dann ja auch gleich nach Kerpen bestellen kann.

Mit dem Vorhaben, die Wanderung in Kerpen für heute zu beenden, breche ich nach einer halben Stunde auf. Mit schweren Beinen mühe ich mich weiter durch die Wiesen, jetzt direkt auf die Turmspitze zu. Als ich den Wald erreiche, führt der Eifelsteig mich zum Grabmal des Eifelmalers Fritz von Wille, der einige Jahre in der Burg Kerpen gelebt und gearbeitet hat.

Vom Grabmal geht es zunächst hinab zur Burg, um diese herum und schließlich in den beschaulichen Ort Kerpen/Eifel hinunter. Warum ich dann mein Vorhaben, ein Taxi zu rufen, nicht in die Tat umsetze, kann ich nicht sagen. Jedenfalls durchquere ich das Dorf, komme an einem nett ausschauenden Scheunencafé vorbei und gelange mit Hilfe einer Fußgängerunterführung auf die andere Straßenseite der vielbefahrenen L 10. Schon ab der Dorfmitte verläuft der Eifelsteig wieder bergan, nun zum Steinbruch hinauf nimmt die Steigung aber wieder deutlich zu, so dass ich bald wieder eine Bank zum Ausruhen nutze. Nein, ich kann nicht mehr weiter, in Berndorf werde ich mir ein Taxi bestellen, beschließe ich an dieser Stelle erneut.

Von Kerpen nach Berndorf
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Das Garbmal des Eifelmalers Fritz von Wille Die Burg Kerpen Der Ort Kerpen und die Burg Die Wehrkirche von Berndorf

Die Rast dauert diesmal nicht so lange und nach einem nur kurzer Wegstück treffe ich auf eine mir bekannte Rundwanderstrecke, nämlich den Krimi-Wanderweg. Der begleitet den Eifelsteig nun, abgesehen von einer kleinen Ausnahme in Berndorf, bis nach Hillesheim. Wenig weiter komme ich zum ehemaligen Steinbruch und wieder ist eine Verschnaufpause fällig. Auf einem großen Felsbrocken, der die Zufahrt zum Steinbruch verhindern soll, lasse ich mich nieder, sitze aber sehr unbequem.

Auf der Rückseite des Steinbruches passiere ich dann einen weiteren Peak der Strecke und wandere auf das vor mir liegende Berndorf zu. Bis dorthin muss ich es schaffen, dort rufe ich mir ein Taxi...

Vor den Ort biegt der Eifelsteig vom Krimi-Wanderweg ab, um sich an der Lindenstraße wieder mit ihm zu vereinen. Mit der Birkenstraße erreiche ich wenig weiter die K 59, die an dieser Stelle die Hauptstraße von Berndorf darstellt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt die Kirche und ein wenig darüber die alte Wehrkirche. Doch ich schaffe es gerade noch bis zur ansteigenden Wiese unterhalb der Kirchen an der Straße. Hier liege ich, trinke an der dritten 1,5 Liter Flasche und suche im Rucksack nach dem Wanderführer, um die Nummer für ein Taxi herauszusuchen. Ein Stück weit die Straße runter diskutieren zwei ältere Männer, was denn da für einer auf der Wiese liegen mag, verlieren dann aber das Interesse. Gleichzeitig beginne ich mit mir zu ringen: Das Taxi rufen, wie ich es schon seit Kerpen tun will, oder vielleicht doch den Rest des Weges bewältigen? Aufgeben und kapitulieren, oder doch das Ziel erreichen und sagen können, dass ich es geschafft habe?

Nun, nach einer Weile beschließe ich, auch den Rest des Weges anzugehen, immerhin ist es nicht mehr weit und bekannte Wege erscheinen immer kürzer als fremde. Also steige ich den Kreuzweg hinauf zur Wehrkirche, verlasse Berndorf und wandere ins Tal. Dabei schaue ich mich um und sehe den Turm der Burg Kerpen in der Ferne und bin ein wenig stolz auf mich, dass ich den Weg bis hier her geschafft habe.

Und irgendwie scheint es jetzt wirklich ein wenig leichter zu gehen, ob es an der Gewissheit liegt, bald am Ziel zu sein oder daran, dass es jetzt keine Chance mehr zum Ausstieg gibt, weiß ich nicht. Noch einmal führt der Weg aus der Senke aufwärts, am Waldrand vorbei und durch offene Weiden. Dann komme ich zur Schwedenschanze, einem Aussichtspunkt mit Grillhütte und Spielgelände, und noch einmal raste ich, bevor ich mich auf den letzten Kilometer hinunter nach Hillesheim aufmache.

Glücklich am Ziel in Hillesheim

Klar, dass ich mir für die Strapazen des Tages ein Eis in Hillesheim gönne, auch wenn die Eisdiele im Ort die schlechteste am gesamten Eifelsteig ist, wie ich auch diesmal wieder feststellen muss. Aber es ist geschafft!

Info:
  • Krimiland Eifel
    Der Eifelsteig begleitet auf dem letzten Stück einen Eifelkrimi-Wanderweg, der in der Krimi-Hauptstadt Hillesheim beginnt und endet - wer mag inklusive Übernachtung im Krimi-Hotel oder beim Amtsrichter im Gefängnis.
  • Urlaubsregion Hillesheim/Vulkaneifel e.V.
    Tel.: 06593 809200     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.hillesheim.org
  • Bus & Bahn
    Nur wenige Verbindungen zu ungünstigen Zeiten (Schulbusse) zwischen Mirbach nach Hillesheim.

Mit dem Anruf des Taxis warte ich dann noch ein wenig, um das Eis in aller Ruhe essen zu können, nicht damit ins Auto steigen zu müssen und den Schweiß, der überall eine salzige Kruste gebildet hat, trocknen zu lassen. Es dauert dann auch noch eine Weile, bis der Wagen kommt und ich nutze die Zeit, um auch die letzten Tropfen aus der Wasserflasche zu trinken. 4,5 Liter stilles Mineralwasser habe ich bis hier her gebraucht, mühelos könnte ich mehr Flüssigkeit zu mir nehmen und tatsächlich werden später auch noch 2 Liter hinzukommen.

Als ich in das Taxi einsteige, bekomme ich beinahe einen Schock, denn natürlich ist der Wagen, wie jedes moderne Fahrzeug, klimatisiert. Während der Fahrt, die nicht sehr lange dauert, da der direkte Weg zwischen Hillesheim und Mirbach nur rund 8 Kilometer lang ist, erfahre ich, dass den Tag über die Straße bei Mirbach gesperrt gewesen ist, weil ein Unfall passiert war.

Mit meinen Umwegen habe ich an diesem Tag gut 32 Kilometer zurückgelegt - bei 37° C, in neun Stunden und zu Fuß.