5. Etappe: Gemünd - Kloster Steinfeld (18 km)

Als Ausgangspunkt für diese Etappe auf dem Eifelsteig habe ich den Bahnhof in Kall gewählt. Hinter dem Bahnhof liegt ein großer Park & Ride - Parkplatz, der allerdings an Wochentagen schon früh sehr voll ist. Zum Startpunkt der Etappe in Gemünd fahre ich, nachdem ich das Auto abgestellt habe, mit dem Bus, der praktischerweise an der Kirche am Eifel-Ardennen-Platz hält, wo ich das letzte Mal geparkt hatte und nach Einruhr gefahren war. In Gemünd angekommen gehe ich jedoch zunächst noch einmal in den Ort, denn in der Fußgängerzone findet an diesem Tag eine Art Kram- und Kunstmarkt statt, und schlendere an einigen Ständen vorbei. Erst danach gehe ich zurück zur Kirche, wo ich die Etappe des Tages starte.

Im Oleftal: Schöne Aussicht, schönes Dorf und eine nette Unterhaltung

Gleich zu Beginn ist der Eifelsteig recht anstrengend und steigt zum Teil über schmale Pfade in Serpentinen den Hang hinauf. Ist der Anstieg geschafft, bleibt der Weg eine Zeit lang in der Höhe, führt schließlich aber wieder über die Kuckucksley talwärts. Von besagter Kuckucksley eröffnet sich ein schöner Blick auf das im Tal liegende Dorf Olef, durch das der Eifelsteig nachher noch führen wird. Mehrere Wanderer sind hier ebenso von der Aussicht begeistert wie ich. Der Tag ist schön und warm, und als ein Paar - Mutter und Sohn - aufbrechen, verabschieden sie sich mit den Worten: "Wir sehen uns in Olef in der Eisdiele."

Der Eifelsteig windet sich zunächst als Pfad steil den Hang hinab und trifft dann auf einen breiten, befestigten Weg, auf dem es Richtung Olef weitergeht. Leider nähert sich dieser Weg bald der im Tal verlaufenden B 265, erreicht diese sogar und auf der anderen Straßenseite ist ein Ortseingangsschild von Olef zu sehen. Der Eifelsteig überquert hier aber nicht die Straße, sondern führt mich weiter parallel zu ihr, um dann nach rechts in ein Seitental abzubiegen - von Olef weg. Besonders attraktiv ist der Weg lange nicht und es erschließt sich an dieser Stelle auch nicht, warum der Eifelsteig diesen Verlauf nimmt, denn er bedeutet nur deutlich mehr Weg für sehr wenig Strecke.

Etwa auf dem Scheitelpunkt dieser Schleife komme ich mit einem Mann ins Gespräch, der dort mit seinem Rucksack beschäftigt ist und dem ich schon auf der Kuckucksley begegnet war. Wir wandern nun ein Stück gemeinsam und eine nicht uninteressante Unterhaltung entwickelt sich. Mein Begleiter kommt aus Trier und möchte eine Reportage für eine Kirchenzeitschrift über diesen Abschnitt des Eifelsteigs machen. Er übernachtet in Urft und dem Kloster Steinfeld gilt ein besonderes Augenmerk.

Zurück an der Bundesstraße müssen wir ein kurzes Stück an ihr entlang und sie dann überqueren. Zuvor entdecke ich aber noch an einem Pfosten mit Eifelsteig-Logo eine Schnecke mit Haus, die sich auf den Weg nach ganz oben gemacht hat und finde, dass dies ein tolles Fotomotiv ist. Leider ist meine kleine Kompaktkamera wegen des im Schatten liegenden Motivs nicht so gut geeignet, bzw. habe ich mich bei diesem Gerät nie wirklich mit den vielen Möglichkeiten des Einstellens beschäftigt, weil es eben so bequem ist, die Knipse einfach machen zu lassen. Die schwere Spiegelreflexkamera meines Wegbegleiters ist dagegen sicher erfolgreicher.

Auf der anderen Seite der Straße geht es mit Hilfe einer Fußgängerbrücke über die Olef, das Flüsschen mit dem Namen, den auch der Ort trägt. Von der Brücke haben wir ein wirklich schönes Motiv für ein Foto, denn Gewässer, Kirche, Fachwerkhäuser und viel Grün bilden wir ein tolles Ensemble. Vielleicht war es gerade diese Ansicht, die dazu geführt hat, dass die Planer des Eifelsteigs die vorherige Schleife gemacht haben - wer weiß es?

Sommerwiesen rund um Olef und Kloster Steinfeld
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Blick von der Kuckuckley auf Olef Am Weg nach Olef Fachwerk und Kirche an der Olef Am Dorfplatz von Olef
Am Wiesenrand Die Basilika des Kloster Steinfeld

Auch der Dorfplatz von Olef ist idyllisch. Viele Fachwerkhäuser rahmen den Platz ein und alte Bäume spenden Schatten. Außerdem bieten Tische und Bänke die Möglichkeit, hier zu rasten. Mutter und Sohn, die sich an der Kuckucksley für die Eisdiele verabredet hatten, haben es sich hier bereits gemütlich gemacht und verspeisen ihre mitgebrachte Verpflegung - von einer Eisdiele ist hier auch weit und breit nichts zu sehen.

Wir schauen uns den Dorfplatz genauer an, entdecken, dass zwischen den Häusern und über den Platz Schmalspurschienen verlegt sind und staunen nicht schlecht. Tatsächlich fährt hier im Sommer an Sonn- und Feiertagen ein historischer Schienenbus zwischen Kall und Hellental. Die Überquerung eines Dorfplatzes ist dabei in dieser Art in Deutschland einmalig. Auch hier machen wir Fotos.

Aus dem Dorf hinaus geht es ein längeres Stück bergauf durch ein schönes Waldgebiet. Doch durch die Unterhaltung ist die Zeit schnell vergangen und als der Anstieg geschafft ist, empfinde ich die Strecke gar nicht so schlimm.

In der Höhe kommen wir auf einen breiten, befestigten Weg und erreichen schließlich in einer Kurve eine Straße. Hier biegen wir links ab, überqueren bald einen Bach und wandern wieder bergab. Der Weg ist an dieser Stelle wieder deutlich attraktiver geworden.

Über Weiden geht es weiter talwärts bis nach Golbach. Dort auf dem verwaisten Spielplatz beschließt mein Mitwanderer dann, eine Pause einzulegen, um die mitgebrachte Verpflegung zu verzehren. Für mich eine gute Gelegenheit, mich zu verabschieden und alleine weiter zu gehen.

Hinter dem Kallbach kenne ich den Weg dann wieder von einer Rundwanderung, die ich von Kloster Steinfeld aus schon einmal unternommen habe - nur, dass ich diesmal im Tal aufwärts wandere. Dort, wo der Kallbach aus Weiersbach und Salbersbach entsteht, wechsele ich die Uferseite und streife an einer herrlich bunten Kräuterwiese entlang, die mich durch die Blütenvielfalt, wie ich sie lange nicht mehr gesehen habe, begeistert!

Nach der Überquerung der Landstraße sind die Wiesen- und Weidenfläche leider gemäht und zur Heuernte zusammengerecht. Dafür habe ich kurz vor Steinfelderheistert den Anstieg von Golbach herauf geschafft und genieße den Blick ins Tal - gehört die Kirche dort zu Sistig oder ist das ein anderer Ort?

Durch Steinfelderheistert geht es hinunter ins Kuttenbachtal und von dort noch einmal aufwärts, bis die Mauern des Klosters Steinfeld als Ziel des heutigen Tages erreicht sind. Als ich jedoch der Basilika mit dem Grab des Hermann-Josef, auf dem stets ein frischer Apfel liegt, einen Besuch abstatten möchte, verlässt gerade eine Hochzeitsgesellschaft durch das Spalier der Feuerwehr die Kirche, um kurz drauf den Ort mit lautem Hupen zu verlassen.

Im Urfttal: Vom Kloster Steinfeld nach Kall

Um mit öffentlichen Verkehrmittel zum Kloster zu gelangen, muss man einen TaxiBus rechtzeitig vorher telefonisch bestellen. Die Nummer dafür hatte ich mir Zuhause notiert, bzw. mir den Fahrplan ausgedruckt. Als ich anrufe, ist es für das nächste Taxi aber bereits wenige Minuten zu spät, auf das folgende müsste ich gut zwei Stunden warten, und eine Ausnahme will man natürlich in der Anrufzentrale nicht machen. Für einen solchen Fall habe ich mir einen Alternativ-Fahrplan ausgedruckt, nämlich für die Bahn von Urft nach Kall. Bis Urft sind es 2 km ins Tal und auch, wenn es an diesem Tag sehr warm ist, schaffe ich die Strecke gut, zumal ich mich an eine sehr gemütliche Gaststätte in der Nähe des Bahnhofes erinnern kann.

Info:
  • Kloster Steinfeld
    Das Kloster Steinfeld gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmälern des Rhein- landes.
  • Nordeifel-Tourismus
    Rund um den Ort Kall informiert die Nordeifel-Tourismus.
    Tel.: 02441 99457-0     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.nordeifel-tourismus.de
  • Bus & Bahn
    Zwischen Kall und Kloster Steinfeld verkehrt ein TaxiBus, eine Mitfahrt muss 30 bzw. 60 Minuten vor Abfahrtszeit telefonisch angemeldet werden. Verbindungen bei bahn.de oder VRS-Info.de.

Nun, die Kneipe hat an diesem Tag leider wegen einer privaten Feier geschlossen. So kaufe ich mir an einem Imbiss zwei Flaschen Apfelschorle und setze mich damit an das Bahnhofsgebäude. Als ich auf dem Weg zum Bahnhof bin, kommen mir zwei Bedienstete der Bahn, die gerade aus dem in die entgegengesetzte Richtung fahrenden Zug gestiegen sind, entgegen, steuern auf die gleiche, geschlossene Kneipe zu und sind ebenso enttäuscht wie ich, als sie vor verschlossener Tür stehen.