4. Etappe: Einruhr - Gemünd (23 km)

Wieder fahre ich für eine Etappe des Eifelsteigs am Morgen zunächst mit dem Bus zum Startpunkt, diesmal von Gemünd nach Einruhr. Geparkt habe ich auf dem großen Eifel-Ardennen-Platz kurz vor dem Ortsausgang von Gemünd, wo sich an der Kirche auch eine Bushaltestelle befindet. Da es unterwegs eine Kreisgrenze gibt, die auch die Verkehrverbünde trennt, muss ich allerdings einmal umsteigen, und zwar an der Ordensburg Vogelsang. Überrascht bin ich, wie viele Menschen an einem Freitag auf dieser Strecke unterwegs sind, offensichtlich um wie ich wandern zu gehen.

Der Eifelsteig führt an diesem Tag ins Herz des Nationalparks Eifel. Der Start der Etappe in Einruhr ist mir nicht nur von der letzten Eifelsteig-Wanderung bekannt, auch die heutige Tagesetappe bin ich in umgekehrter Richtung schon gewandert. Damals wollte ich den Wildnis-Trail kennenlernen. Naja, so ganz stimmt das mit den gleichen Wegen dann doch nicht, denn am Anfang und am Ende weichen die Strecken voneinander ab.

In Einruhr geht es los

Über eine schmale Treppe zwischen zwei Häusern bringt der Eifelsteig mich zunächst aus Einruhr hinaus und in die Höhe. Das Wetter ist heute nicht ganz so toll, doch mit jedem Schritt den Hang hinauf wird zumindest der Blick auf Einruhr und den dahinterliegenden Rursee immer schöner. Der Eifelsteig macht an dieser Stelle nur einen Bogen um Einruhr, um dann am nördlichen Rand wieder auf den Ort zu stoßen. Mit dem Wildnis-Trail war ich damals stets am Ufer entlang das letzte Stück nach Einruhr gelaufen - beides hat seinen Reiz, doch auf der Uferstrecke - so erinnere ich mich -, war der Weg lange vor dem Ort schon asphaltiert.

Nachdem Einruhr dann tatsächlich hinter mir liegt, folgt ein Waldstück. Am Ende dieses Abschnittes verläuft der Weg am Waldrand entlang parallel zu einer Wiese, talwärts zum Seeufer. Dort am Ufer gibt es auch einen Asphaltweg. Dann ist da vom Waldrand hinunter zum Ufer eine Schneise durch das Gras gemäht, die wie ein Weg aussieht, doch die Markierung des Eifelsteigs führt weiter geradeaus. Der Waldrandweg trifft schließlich auf die schmale Uferstraße und hier weist die Markierung wieder zurück in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Tatsächlich erreiche ich kurz drauf auch den gemähten Weg am unteren Ende der Wiese und ärgere mich, denn damit hätte ich die Strecke auf einem schöneren Weg abkürzen können.

An dieser Stelle befindet sich der Anleger der Rurschiffe "Jägersweiher" und mir geht durch den Kopf, dass ich immer schon mal eine Schifffahrt auf dem See unternehmen wollte, dies aber noch nie gemacht habe. Auf dem folgenden Wegstück notiere ich mir dies als to-do im Gedächtnis. Als ich an einem alten Wachhäuschen am Zaun zum ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang vorbeikomme, geht mir auf, dass ich mich nun wieder auf dem Weg befinde, den ich mit dem Wildnis-Trail schon einmal gegangen bin.

Unterwegs im Nationalpark Eifel

Das nächste Wegstück verläuft am Urftseeufer meist unter Bäumen, die bis an den See heranwachsen. Deutlich wird nun, wie beliebt das Gebiet rund um den Urftsee und das Nationalparkzentrum Vogelsang ist, denn zunehmend mehr Menschen sind hier auf dem Weg unterwegs. Und eigentlich sind im Nationalpark Hunde an die Leine zu nehmen, doch für die Hunde, die mir an diesem Tag begegnen, scheint dies nicht zu gelten.

Schließlich ändert der Eifelsteig mit einer Wegkehre die Richtung, wird schmaler und ziemlich steil. Ein Schild fordert Radfahrer an dieser Stelle auf, von ihrem Vehikel abzusteigen. Mit Recht, wie ich finde, denn der Weg ist nicht nur schmal und macht dadurch ein Nebeneinander nur schwer möglich, er fällt rechter Hand auch ziemlich steil ab. Natürlich, wie könnte es anders sein, kommt mir ein Mountain-Biker im Sattel den Hang herunter entgegen, zwingt mich, stehen zu bleiben und mich an den Rand des Weges zu drängen. Für meinen Kommentar muss ich mich beschimpfen lassen - es hat schon seinen Grund, dass Wanderer Radfahrer im Wald nicht mögen...

Es kommt der Abzweig zur Staumauer des Urftsees, doch ich kämpfe mich weiter den steilen Hang hinauf. Der Weg wird dann breiter und nimmt eine Kurve, bleibt aber steil. Ein Stück später weiß ich einen Aussichtsplatz, von dem man einen schönen Blick hinunter auf die Staumauer hat und dort will ich verschnaufen, um anschließend den Rest des Aufstiegs anzugehen. Doch dies wird mir verleidet, denn am Picknicktisch haben sich drei Jugendliche niedergelassen, die schon fleißig vom mitgebrachten Bier genossen haben und dies lauthals kundtun. Ob sie ihren Schulabschluss feiern, weiß ich nicht, aber die Idee von der geplanten Pause will mir nicht mehr gefallen und ich steige lieber weiter den Berg hinauf.

Im Nationalpark Eifel
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Vorsicht auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang Eingebettet in Wälder - Der Urftsee Bootsfahrt auf dem Urftsee Die Wüstung Wollseifen aus der Ferne
Ordensburg Vogelsang Der Eingang zur Ordensburg Vogelsang am Tor Malakoff Ein Admiral Blick vom Modenhübel ins Urfttal nach Gemünd

Bald kommt eine Gruppe auf den Weg und will offensichtlich in meine Richtung. Gruppen haben leider meist die Angewohnheit, dass sich die Mitglieder gerne miteinander lautstark unterhalten. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber es entspricht nun einmal nicht meiner Vorstellung von einer Wanderung in der Natur. Als ich den Wald hinter mir lasse und in die Ginsterheide komme - es geht immer noch aufwärts, aber die Steigung ist nicht mehr so stark -, entscheide ich mich, an einer Bank anzuhalten und mich zu setzen, um die Gruppe vorbeiziehen zu lassen. Nur so scheint es möglich, wieder mehr Ruhe zu haben. Leider habe ich die Rechnung ohne die drei Jungs vom Aussichtpunkt gemacht! Denn die sind nun auch unterwegs und kommen fröhlich des Weges, jeder mit einer Flasche Bier in der Hand und jeden, der ihnen entgegenkommt, anquatschend. Also bleibe ich weiter sitzen.

Nach einer Weile, als ich nur noch kleine Gruppen in der Entfernung sehen kann, wage ich es und breche auf. Der Blick über die Hochebene und den blühenden Ginster auf die Ordensburg ist herrlich, nur befinden sich zwei Baukräne auf dem Gelände und stören das Bild.

So erreiche ich die Wüstung Wollseifen. Die Attrappen zum Üben des Häuserkampfes grüßen gespenstisch herüber, während in der Kirche meine drei Freunde herumspuken. Also halte ich mich nicht lange auf und wandere in Richtung Ordensburg. Der Weg dorthin ist eigentlich nicht weiter spannend und recht ausgetreten, aber an steilen Abwärtspassagen durch rutschende Steine nicht ungefährlich.

Die Ordensburg und ehemalige Kaserne Vogelsang befindet sich während meines Besuches im Umbau, sowohl der Aussichtturm als auch der Adlerhof sind nicht zugänglich. Gastronomie gibt es am Kinosaal, aber nach Trubel ist mir nach den heutigen Begegnungen nicht zumute und so stoße ich nach Überquerung des Geländes schnell wieder am Malakoff-Tor auf den Eifelsteig, der außen um die Gebäude herumführt.

An der Kickley vorbei über den Modenhübel nach Gemünd

Erwähnenswerte Highlights auf dem restlichen Weg sind die Kickley und besonders der Modenhübel, zwei Aussichtspunkte mit Blick in das Urtftal und auf Gemünd, dem Ziel der heutigen Etappe. Auch auf diesem Abschnitt des Eifelsteigs treffe ich immer wieder Menschen und resümiere, dass diese Strecke nicht zu meiner liebsten werden wird.

Info:
  • Nationalpark Eifel
    Der Nationalpark Eifel hat natürlich eine umfangreiche, eigene Website.
  • Kurort Gemünd
    Der Kurort Gemünd gehört zur Stadt Schleiden, deshalb wird man auch dorthin weitergeleitet, wenn man www.gemuend.de in den Browser eingibt.
    Tel.: 02444 2011     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.schleiden.de
  • Bus & Bahn
    Wegen der Kreisgrenze sind hier zwei Verkehrsverbünde zuständig, nämlich der Aachener Verkehrverbund AVV und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg VRS. Das Umsteigen in Vogelsang ist heute nicht mehr nötig.

In Malsbenden, einem Ort, der schon zu Gemünd gehört, trennen sich Eifelsteig und Wildnis-Trail wieder. Über Wohnstraßen gelange ich hinunter zur Urftseestraße, der K 7, die die Hauptstraße durch den Ort darstellt, aber keine belebte Straße ist, weil sie mit Beginn des Gebiets des ehemaligen Truppenübungsplatzes endet. Diese Straße ist aber auch die Verbindung nach Gemünd und wahrscheinlich wende ich mich deshalb beim Erreichen nach rechts in Richtung der Stadt. Ein Stück weiter geht mir auf, dass ich schon lange keine Markierung des Eifelsteigs gesehen habe und werde stutzig. Auch als ich mich umschaue entdecke ich nichts, was an den Wanderweg erinnert. Würde der Eifelsteig so lange über Asphalt führen?, frage ich mich. Da meine Antwort "nein" lautet, drehe ich um und gehe zurück zur Einmündung in die Urftseestraße: Keine Wegmarkierung.

Nach dem Irrweg auf der letzten Etappe hole ich nun zum zweiten Mal den Wanderführer aus dem Rucksack und schaue nach, wie es weitergehen soll. Links muss ich hier, lese ich, und dann hinter der Brücke rechts. Tatsächlich finde ich an der Brücke das Logo des Eifelsteiges wieder und gelange an Jugendherberge und dem schönen Freibad Rosenbad vorbei in den Kurpark von Gemünd. Das Wetter hat sich gebessert und viele Menschen nutzen den Sonnenschein, ich schlendere jedoch in die Stadt hinein und zum Parkplatz.