3. Etappe: Monschau - Einruhr (26 km)

Mit 26 km wird die heutige Wanderung von Monschau nach Einruhr lang. Gewandert bin ich die Strecke zwischen den beiden Orten schon einmal Jahre zuvor, allerdings nicht auf dem Eifelsteig - den gab es damals noch nicht -, sondern auf dem Hauptwanderweg Nr. 11 des Eifelvereins, dem Ahr-Venn-Weg. Letzterer ist auf diesem Abschnitt deutlich kürzer als der Eifelsteig, denn der macht noch einen Bogen in südlicher Richtung, um am Ufer des Perlenbach-Trinkwasserspeichers entlang hinauf nach Höfen zu führen. Das Zusammentreffen der beiden Weitwanderwege findet an der Mündung des Kluckbaches in die Rur statt und von dort an verlaufen sie dann parallel.

Mit vielen Erinnerungen unterwegs auf dem Eifelsteig

Auf die Etappe gehe ich an einem schönen Tag im Frühsommer. Dazu parke ich mein Auto am Morgen in Einruhr, um von dort mit dem Bus über Simmerath nach Monschau zu fahren. Obwohl es noch früh ist, stehen auf dem Markt von Monschau schon die Tische und Stühle vor den Cafés, doch weil es noch nicht so voll mit Menschen ist, ist es um diese Zeit richtig nett in dem alten Städtchen. Der Eifelsteig führt mich dann durch sehr enge Gassen, Stufen und Wege - toll! - aus der Stadt heraus und ich gelange auf eine Höhe, mit der ich mich auf dem Niveau der auf der anderen Talseite liegenden Burg befinde - Ausblick auf die Häuser der Stadt inklusive. An einem Friedhof geht es in ein Waldstück und eine Aussicht auf die Stadt gibt es dann nur noch einmal, doch inzwischen habe ich mich daran eigentlich auch sattgesehen.

Schließlich gelange ich an die Schule oberhalb des Parkplatzes Burgau vor den Toren der Stadt. Wirklich weit bin ich an dieser Stelle noch nicht gekommen, wäre ich durch die Stadt gegangen, hätte ich 10 Minuten gebraucht, so rund eine halbe Stunde - hier zeigt sich also wieder: Der Weg ist das Ziel.

Erneut führt der Eifelsteig mich bergauf und in einen Wald hinein. Monschau lasse ich so nun endgültig hinter mir, kann aber ein Stück weiter auf einen anderen, vertrauten Ort hinabblicken, nämlich auf die ehemalige Tuchfabrik an der Rur bei Dreistegen. Dort habe ich das erste Mal geparkt, als ich von Monschau nach Einruhr gewandert bin, und vom Parkplatz dort unten geht ein sehr schöner Weg an der Rur entlang hinauf zum Kloster Reichenstein, den ich schon wiederholt gegangen bin. Etwas anderes ist an diesem Tag aber auch bemerkenswert: Ich wandere immer wieder an Ginsterbüschen und -hecken vorbei, die jetzt in dieser Jahreszeit strahlend gelb leuchten. Eifelgold, so wird der Ginster im Volksmund genannt - jetzt sieht man warum.

Von Monschau zum Rursee
Zum Vergrößern anklicken
Blick zurück auf Monschau und das Rote Haus Ginster - Das Eifelgold am Wegesrand Blick von der Perdsley ins Rurtal Immer wieder schön: Wiesenblumen Einruhr mit dem Rursee

Dann kann ich kurz einen See zwischen den Bäumen hindurch sehen. An dieser Stelle ist der Eifelsteig rechts auf einen schmalen Pfad abgebogen. Und aus dem Pfad wird dann sogar eine kurze Kletterpartie an einem felsigen Hang entlang, wobei der Abstieg mit einem Stahlseil als Handlauf gesichert ist. Schließlich erreiche ich den Perlenbach, der früher einmal seinem Namen alle Ehre gemacht haben soll, und folge seinem Lauf hinauf zur Staumauer des Trinkwasserspeichers. Einige Male bin ich schon über die Bundesstraße gefahren, unter deren hohen Brücke ich dabei jetzt hindurch gehe.

Zuerst am Rande des Sees entlang führt der Eifelsteig schließlich bergan und trifft dabei auf verschiedene andere Wege, u.a. den Wildnis-Trail, den ich bis auf die hier verlaufende erste Etappe auch schon gewandert bin. Zusammen gehen wir hinauf zur Alten Molkerei nach Höfen, wo sich ein Nationalparktor und eine Wanderer-Station befindet. Höfen ist gleichzeitig Hauptort des Monschauer Heckenlandes und einige der meterhohen Buchenhecken, die die Häuser dahinter vor dem rauen Wind schützen, sind auf dem Weg durch das Dorf zu entdecken.

Hinter Höfen macht der Eifelsteig dann einen Bogen, den eigentlich kein Mensch versteht. Der Wanderweg verlässt den geradeaus führenden Weg nach links, schweift weitläufig durch die Weiden und trifft dann wieder auf den Weg, den er zuvor verlassen hat. Die Wegstrecke wird für diesen Teil um ein gutes Drittel länger und man fragt sich, warum?

Wiedersehen mit alten Wegen auf dem neuen Eifelsteig

Dann beginnt jedoch ein sehr schönes Stück Eifelsteig, zunächst auf einem schmalen Pfad den Hang hinunter, an einem kleinen Bach entlang und schließlich im Kluckbachtal. Den Kluckbach begleitet der Eifelsteig auf abwechslungsreichen Wegen bis zur Rur. Dort, wo die große Holzbrücke über den Fluss und der kleine Steg über den Kluckbach führen, treffe ich dann also auf einen mir bekannten Weg, den ich schon einmal gewandert bin und mit dem es nun steil bergauf geht. Nach dem anstrengenden Aufstieg belohne ich mich mit einem Blick vom Aussichtspunkt Perdsley. War der damals auch schon dort? - Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.

Als ich weitergehe, komme ich bald an eine Stelle, an der der Eifelsteig links bergab will. Hier ist der Weg jedoch gesperrt, weil ein Stück weiter Baumfällarbeiten stattfinden. Die Umleitung führt weiter geradeaus und so verpasse ich wohl eine schöne Wegstrecke unten an der Rur entlang, begleite dafür aber den Weg von damals noch ein Stück. Ein wenig weiter verlasse ich dann aber auch die altbekannte Wegstrecke und komme zum Ort Widdau. Durch den Ort und dann hinunter zur Straßenbrücke über die Rur führt mich die Umleitung. An der Rur vereinigen sich dann alle Wege wieder, um mich auf der anderen Uferseite hinauf zur Uhusley zu bringen. Wenig weiter steht eine dieser Sinnesliegen mit schönem Blick ins Tal und ich gönne mir eine weitere Rast.

Nachdem ich wieder aufgebrochen bin, treffe ich mit dem Weg bald auf eine Straße. Dort passiert es das erste Mal, dass ich auf dem Eifelsteig unterwegs bin und nicht weiß, wie ich weitergehen muss, denn ich kann keine Wegmarkierung entdecken. Bin ich hier nicht damals rechts die Straße hinunter in den Ort Hammer gegangen? Warum weiß ich heute nicht mehr, aber ich wende mich nach links und gehe mit der Straße bergan. Nachdem ich schon eine Weile den Berg hinaufgestiegen bin, überkommen mich aber doch Zweifel, weil ich immer noch kein Wegzeichen entdeckt habe. Also drehe ich um und gehe zurück zur letzten Markierung, von der Straße wieder ein Stück in den Weg hinein. Wieder an der Straße hole ich endlich den Wanderführer aus dem Rucksack, um nachzulesen, wie der Weg hier verlaufen soll - irgendeinen Grund muss es schließlich geben, dass ich mir dieses Buch im Vorfeld gekauft habe. So lese ich: "Für 50 Meter folgen wir der Straße nach links bergan," - das habe ich gemacht - "dann dürfen wir links auf einem steil ansteigenden Waldpfad weiterwandern." Diesen Pfad zu finden ist nicht einfach, denn das Zeichen des Eifelsteiges ist ziemlich versteckt unter tiefhängenden Ästen an einem Baum angebracht. Parallel zur Straße geht es hier sehr steil aufwärts. Dann, kurz vor dem erneuten Erreichen der Straße, die nach einer Spitzkehre oberhalb des Weges verläuft, macht der Eifelsteig einen Knick und bringt mich steil bergab wieder hinunter zur Straße. Als ich sie erreiche, ärgere ich mich, denn hätte ich bei meinem ersten Anlauf nur wenige Meter weiter durchgehalten, hätte ich an der gleichen Stelle, an der ich jetzt stehe, den Weg wiedergefunden und hätte mir den sehr steilen Auf- und Abstieg über die Böschung sparen können.

Steil und auf zum Teil losem Geröll geht es auch nach Überquerung der Straße weiter talwärts bis zum östlichen Ortsrand von Hammer. An den Campingplatz dort kann ich mich noch erinnern. Auch Stellen um den Platz herum und später im Rurtal, das hier deutlich weiter geworden ist, kommen wir bekannt vor.

Info:
  • Monschauer Heckenland
    Das Monschauer Heckenland ist einzigartig in Deutschland und wird deshalb auch unterstützt von der NRW Stiftung.
  • Rursee-Touristik Einruhr
    Tel.: 02485 317     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.rursee.de
  • Bus & Bahn
    Zwischen Monschau und Einruhr verkehren Busse des Aachener Verkehrverbundes AVV.

In Dedenborn verläuft die Strecke dann aber anders, als ich es im Kopf habe, und auch der Weg, den ich damals nach Einruhr genommen habe und der zum Schluss am Ufer des Rursees entlang führte, war ein anderer, als der, den ich nun mit dem Eifelsteig nach Einruhr nehme. Denn mit dem Eifelsteig wandere ich eine Etage höher durch den Wald, komme dafür aber zum Aussichtspunkt Wolfshügel, dessen Blick auf Einruhr mir bisher nur von Fotografien bekannt war.

Wenig später gibt es noch einen attraktiven Blick auf Einruhr, kurz bevor ich am Ufer des Rursees stehe. Die nun nahe B 266 ist es, die schließlich das Ende der heutigen Wanderung markiert. Überqueren brauche ich sie nicht mehr, denn ich habe das Auto hier direkt auf dem Seitenstreifen in einer der Parkbuchten geparkt.