1. Etappe: Kornelimünster - Roetgen (14 km)

Eine Woche nach der ersten Aachen-Tour, es ist Ende Oktober, breche ich von Kornelimünster auf. Dazu parke ich diesmal das Auto in Roetgen, auf einem Parkplatz am ehemaligen Bahnhof. Auch dort ist eine Bushaltestelle in der Nähe, von der ich nach Kornelimünster zum Napoleonsberg fahren kann.

Das große Logo des Eifelsteigs an der Haltestelle in Kornelimünster war mir natürlich schon bei meinem ersten Besuch aufgefallen, aber zum ersten Mal folge ich nun den Wegweisern in das kleine Städtchen hinein. Wirklich schön ist die malerische Häuserkulisse rund um den Marktplatz!

Los geht's in Kornelimünster

Nachdem ich mich umgeschaut und das Schild zum Start des Eifelsteigs studiert habe, finde ich, dass dieser Ort tatsächlich ein würdiger ist, um auf die rund 315 km lange Strecke zu gehen. Durch eine Gasse und über eine Holzbrücke verlasse ich den Marktplatz von Kornelimünster und beginne mit diesen ersten Schritten den Eifelsteig. Ein schöner Herbsttag mit herrlich blauem Himmel, bunte Laubbäume und manchmal auch raschelnde Blätter unter den Schuhen, sind in der Folgezeit ein schöner Rahmen für diese Wanderung.

Schon kurz nach Kornelimünster entdecke ich ein interessantes Viadukt, wenig weiter durchschreite ich sogar die hohen Bögen eines zweiten. Völlig fasziniert von diesem Bauwerk verpasse ich dann das nächste Wegzeichen und lande auf einem großen Pferdehof. Den überquere ich, werde dann angesprochen und gefragt, wohin ich wolle. Zurück unter dem Viadukt entdecke ich, wo ich hätte weitergehen müssen und umrunde das Gestüt bergan. Nach dem Anstieg befinde ich mich an einer ehemaligen Bahnstrecke, die heute allerdings als Radweg genutzt wird.

Bald erreiche ich den Ort Hahn und durchquere ihn. Danach folgt ein schönes Stück an der Inde entlang und - nach einem kurzen Anstieg - von einer Brücke ein interessanter Blick in einen alten Kalksteinbruch, der inzwischen schon wieder von der Natur zurückerobert wird.

Danach komme ich zum Freizeitgelände Walheim und kurz drauf durchquere ich Friesenrath. Am Ende des Dorfes biegt der Weg dann links ab und bringt mich hinauf zum Kitzenhaus, einem einsam gelegenen Anwesen an einer weiten Fläche, die von Wald umrandet wird. Anschließend muss ich ein Stück einer Waldautobahn folgen - sprich einem dieser schnurrgeraden, breiten, befestigten Waldwege. Am Ende dieses Anschnittes zweigt der Eifelsteig zum Glück wieder auf einem Pfad ab, der mich von knorrigen Wurzeln durchzogen in ein lauschiges, dicht bewaldetes Tal bringt, das von einem Bach gegraben worden ist. Auf der anderen Uferseite des Gewässers geht es anschließend wieder aufwärts und ich folge dem Weg in einem Bogen um den Ort Rott.

Das nächste Highlight dieser ersten, kurzen Etappe des Eifelsteiges ist das NSG Struffelt, ein Hochmoor, durch das zum Durchqueren Bohlenwege gelegt worden sind. So gelangt man trockenen Fußes durch das Moorgebiet und hat dabei auch noch eine gehörige Portion Spaß auf Grund des ungewöhnlichen Weges. Leider ist dieser Abschnitt nur ca. 600 Meter lang.

Info:
  • NSG Struffelt
    Detaillierte Infos zum Naturschutzgebiet Struffelt beim Landesamt für Natur und Umwelt Nordrhein-Westfalen oder der Biologischen Station der Städteregion Aachen e. V.
  • Roetgen-Touristik
    Tel.: 02471 4633 und 8478     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.roetgen-touristik.de
  • Bus & Bahn
    Für die Strecke Kornelimünster - Roetgen gibt es gute Verbindungen mit dem Aachener Verkehrverbund AVV.

An einem Rastplatz mit Blick auf die Staumauer Dreilägerbachtalsperre mache ich dann eine kleine Rast, um das mitgebrachte Brötchen zu essen, zu trinken und den Blick zu genießen. Hier werde ich bei der zweiten Wanderung auf dieser Etappe ein nettes Gespräch mit einem älteren Ehepaar führen, bei dem es um den schönen Platz, alte Zeiten und das Pilzesammeln gehen wird.

Sehr steil geht es an der Staumauer hinunter ins Tal. Ein Hinweisschild warnt hier vor dem Benutzen des Weges und sicher sollte man bei Nässe, Eis und Schnee darauf verzichten, hier hinunter zu steigen. Unten angekommen streift der Eifelsteig das Wasserwerk Roetgen und führt wieder in die Höhe, wo es nun durch Wald und Wiesen in Richtung Roetgen geht. Passenderweise verläuft der Eifelsteig auch direkt am alten Bahnhof von Roetgen vorbei, an dem ich ja mein Auto geparkt habe.

Auch die letzte Etappe des Eifelsteigs beginnt in Kornelimünster

Wie im Prolog bereits angedeutet, fahre ich an einem schönen Tag im nächsten Spätsommer noch einmal nach Aachen, um dort Fotos zu machen. Auch Kornelimünster lädt an diesem Tag dazu ein. Nachdem ich die Bilder gemacht habe, fahre ich jedoch zunächst weiter nach Roetgen, um dort wieder am Bahnhof zu parken und mit dem Bus zurück nach Kornelimüster zu fahren.

Ein bisschen Wehmut kommt auf, als ich erneut zu dieser Etappe aufbreche, dennoch bin ich diesmal schneller als beim ersten Mal unterwegs - oder habe ich nur den Eindruck, weil mir der Weg jetzt bekannt ist?

Natürlich will ich auch an diesem Tag noch einmal Fotos von der Strecke machen. Das Viadukt am Pferdegestüt ist eines der ersten Motive. Das nächste ist die Brücke über den Kalksteinbruch, wo ich den Blick diesmal nicht mit so vielen anderen teilen muss, weil ich an einem Wochentag dort bin. Ja, man geht ganz anders, wenn man den Weg nicht mehr so bewusst aufnehmen braucht, wie ich es beim ersten Mal auch wegen der Notizen für den Wanderführer getan habe.

Der nächste "Fototermin" findet im Moor des Struffelt statt. Hier fotografiere ich satt. Auch wenig weiter an der Talsperrenmauer will ich den Tag in der Woche nutzen, um dort noch einmal in Ruhe Fotos zu machen. Aber das gelingt nicht so ganz, denn hier an der Aussichtsplatzform mit den Bänken genießt ein älteres Ehepaar bereits die Natur. Wir kommen ins Gespräch und der Mann erzählt mir, dass er vor ein paar Tagen schon einmal mit seinen Enkeln dort gewesen ist, um Pilze zu sammeln. Den Tag fand der Mann so schön, dass er mit seiner Frau, die nicht mehr gut laufen kann, an diesem Tag dorthin gefahren ist, um mit ihr noch einmal an dieser schönen Stelle zu sein. Ein schöner Moment auch für mich, diese kurze Unterhaltung, wie ich so manche unterwegs auf dem Eifelsteig gehabt habe.

1. Etappe: Kornelimünster - Roetgen
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Häuser am Markt von Kornelimünster Viadukt bei Kornelimünster NSG Struffelt Staumauer der Dreilägerbachtalsperre
 
  Panzersperre im Wald bei Roetgen Blick vom Eifelsteig nach Roetgen  

Am Wasserwerk vorbei schaue ich diesmal, dass ich die Überbleibsel des Westwalls entdecke. Die in den Boden betonierten Zähne, die als Panzersperren dienten, sind heute ziemlich überwachsen, bieten vielen Tieren einen sicheren Unterschlupf und haben dadurch ihren Schrecken ein wenig verloren. Auch hier mache ich ein paar Fotos, weil die Betonsperren eben auch ein interessantes Motiv sein können.

Bald kommt Roetgen in Sicht und der Bahnhof ist wenig später erreicht. Tatsächlich brauche ich diesmal beinahe eine Stunde weniger für die Strecke. Als ich die Schuhe ausziehe, ist klar, dass der Eifelsteig nun wirklich hinter mir liegt - irgendwie schade, denn trotz der anfänglichen Skepsis ist mir die Strecke durch die Eifel inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Ein Blick auf die Sohlen meiner Wanderschuhe zeigt mir dann aber auch, dass es ein langer Weg bis hier her gewesen ist, denn das Profil ist an den Fersen vollkommen abgelaufen.