13. Etappe: Kloster Himmerod - Bruch (21 km)

Vor dem Start dieser Wanderung mache ich noch einen Stop in Manderscheid, denn an diesem Tag ist keine Wolke am Himmel, die Luft ist frisch und klar. Deshalb bietet es sich an, noch einmal die Fotos bei Sonnenschein zu machen, die ich bei meinem letzten Besuch nur bei verhangenem, grauem Himmel aufgenommen habe. Natürlich fotografiere ich die beiden Burgen wieder einmal - jetzt im Morgenlicht, das hatte ich so noch nicht – und außerdem das Rathaus mit den Brunnen davor.

Als ich dann am Kloster Himmerod ankomme, nutze ich auch hier zunächst die frühe Morgenstimmung und das Licht, um Fotos vom eindrucksvollen Portal der Kirche zu machen. Das Auto habe ich zuvor auf dem großen Parkplatz geparkt, wohin ich am späten Nachmittag mit dem Bus zurückkehren werde. Dazu gibt es nur eine sinnvolle Busverbindung von Bruch bis Wittlich und dafür musste ich bereits am Vortag bis 11 Uhr beim zuständigen Unternehmen angerufen haben, um die Fahrt anzumelden. Übrigens gibt es diese Verbindung nur in der Woche, nicht aber an Wochenenden.

Vom Kloster Himmerod ins Salmtal

Am Tor zum Kloster beginne ich dann mit der Wanderung. Zuhause, als ich mir die Strecke im Vorfeld angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass diese 13. Etappe zu den wenigen Strecken des Eifelsteigs gehört, die für mich komplettes Neuland bedeuten, denn ich bin zuvor noch keinen Meter auf diesem Abschnitt gewandert. Deshalb bin ich besonders neugierig auf das, was mich heute erwartet, zumal ich vom Salmtal schon viel gelesen und gehört habe, dass es sehr schön sein soll.

Kloster Himmerod
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Kirche der Abtei Himmerod Eingang zur Kirche Front der barocken Abteikirche Hinter der Abtei Himmerod: Die Fischzucht

Tatsächlich treffe ich auch schon hinter den Fischteichen, die zum Kloster gehören, auf die Salm und begleite sie flussabwärts. Dabei ist der Weg hier zu Beginn noch ein breiter Rad- und Fußweg. Das ändert sich aber, als ich mit dem Eifelsteig auf einen Pfad geleitet werde und mit Hilfe einer Brücke die Uferseite wechsele. Mit der Salm geht es abwärts, bis ich an eine Landstraße komme, mit der ich zunächst ein Stück parallel gehen muss, um sie dann zu überqueren. Auf der anderen Straßenseite geht es bergan, bis ich auf eine offene Fläche gelange. Ein Steinbruch und Großlittgen, der Ort, der mir von der letzten Wanderung noch bekannt ist, liegen nicht weit entfernt. Über Wiesen und an Feldern entlang wandere ich dann wieder bergab, muss dann acht geben, um nicht einen Abzweig zu verpassen, der durch eine Hecke abwärts führt. Mit diesem Weg gelange ich im Tal zur Großlittger Mühle an der Landstraße 60.

An der schön restaurierten Großlittger Mühle überquere ich die Straße und treffe anschließend wieder auf die Salm. An einem Reiterhof vorbei, der in früheren Zeiten sicher auch einmal als Mühle gedient hat, tauche ich nun in ein wirklich wunderbares, dicht bewachsenes Flusstal ein. Üppiges Grün umrankt das seicht dahin fließende Gewässer, wobei der Eifelsteig manchmal auf Wegen, manchmal auf Pfaden, stets aber nahe am Fluss durch das einsame Terrain führt.

An der nächsten Mühle vorbei, die einsam im Wald liegt, gibt es einen weiteren sehr schönen Streckenabschnitt, der auf einem schmalen Sims am Hang entlang über der Salm in Richtung Süden führt.

Überschreitung des 50. Breitengrades

Leider erreiche ich kurze Zeit drauf einen breiten Fahrweg, dem der Eifelsteig bis zur nächsten Landstraße folgt. An der Landstraße geht es auf einem staubigen Trampelpfad in der Schlinge einer Straßenserpentine steil abwärts ins Tal, wo ich der Straße ein kurzes Stück folgen muss, um dann in die Einfahrt zum Waldhotel Viktoria einzubiegen. Das Hotel und die dazugehörige Gastronomie werden nicht mehr betrieben, aber an der Zufahrt steht eine Tafel, die mich auf den 50. Breitengrad hinweist, den ich an dieser Stelle überschreite – so weit bin ich mit dem Eifelsteig also schon gekommen!

Wie erwähnt, das Waldhotel ist, als ich dort vorbeikomme, geschlossen und scheint auch nicht so bald wieder geöffnet zu werden. Deshalb wandere ich ohne Zwischenhalt weiter an der Salm entlang, wo ich bald eine weitere, einsam gelegene, ehemalige Mühle erreiche. Der Fluss macht hier eine große Schleife, die der Eifelsteig aber nicht mitmacht.

Einmal Zivilisation und zurück – von Landscheid wieder ins Salmtal

Schließlich steigt der Weg wieder bergan. Aus dem Tal erschallt Hundegebell und durch die Bäume ist unter mir ein Gebäude zu erkennen - auch dies sicher das Anwesen einer ehemaligen Mühle. Viel mehr nimmt aber kurz drauf ein ganz anderes Bauwerk meine Aufmerksamkeit gefangen, denn ich nähere mich mit jedem Schritt einer Brücke der A 60, die sich weit über das Tal spannt. Je weiter ich den Hang hinaufsteige, desto näher rückt das Bauwerk und schließlich befinde ich mich genau unter der weit über mir verlaufenden Fahrbahn.

Schweißtreibend geht es weiter bergauf und schließlich auf einem Feldweg parallel der Autobahn. Schön ist dies nicht, bietet dies doch einen krassen Kontrast zum schönen, naturbelassenen und stillen Salmtal von vorhin. Froh bin ist deshalb, als ich an die Auffahrt der B 50 komme und mit der Bundesstraße zum nahen Ort Landscheid abschwenken kann. Dort erreiche ich außerdem den höchsten Punkt der heutigen Wanderung.

Der Eifelsteig führt mich dann aber nicht in den Ort hinein, sondern zweigt kurz nach dem Ortseingang in eine Wohnstraße nach links ab. Anschließend bleibt er immer am Ortsrand und ermöglicht es mir so, die unterschiedlichen Gärten, die ich dabei passiere, zu begutachten.

Info:
  • Landscheid
    Der Ort Landscheid liegt etwas nach der Hälfte der Etappe, aber der Eifelsteig verläuft um die Gemeinde herum. Jedoch gibt es in Landscheid an Wochenenden die Möglichkeit in restaurierten, ehemals von Pferden gezogen Händlerwagen zu übernachten: www.landscheid.de.
  • Ortsgemeinde Bruch
    Der kleine Ort Bruch am Eifelsteig wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht die 13. Etappe dort enden und es einige Übernachtungsmöglichkeiten geben würde: www.bruch-eifel.de.
  • Bus & Bahn
    Von Bruch zum Kloster Himmerod gibt es in der Woche nur eine Verbindung am späten Nachmittag, die über Wittlich verläuft und einen Tag vor Abfahrt telefonisch angemeldet werden muss: www.vrt-info.de.

Am Ende von Landscheid gelange ich in ein Feld und kann nun wieder entspannt eine lange Zeit bergab wandern. Dabei genieße ich zwischendurch die Aussicht, als ich auf Niederkail und das Kailbachtal blicken kann, und treffe schließlich auch auf den ins Tal rinnenden, namensgebenden Bach. Der Kailbach fließt hinab zur Salm und da ich ihm folge, stoße auch ich bald wieder auf den Fluss.

Der folgende Wegabschnitt bietet dann noch einmal ein sehr schönes Stück auf einem Pfad entlang der Salm, der an moos- und farnbewachsenen Felsen durch einen dichten Busch führt. Dann steigt der Eifelsteig wieder aus dem Tal empor, der Weg wird wieder breiter und eine weite Weide erstreckt sich bald linker Hand. Das wäre eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, wenn dort nicht ein Indianerzelt, wenn auch verlassen, auf der Wiese gestanden hätte. Leider ist es zu weit entfernt, als dass ich es mir einmal näher anschauen könnte, dennoch ist der Anblick so ungewöhnlich, dass er mir im Gedächtnis bleibt.

Nach Bruch, Ziel der Etappe

Es ist noch nicht spät am Nachmittag, als ich an einen Wegweiser komme, der zu einem Aussichtspunkt zeigt, der nur wenige Meter abseits des Eifelsteigs liegt. Bis Bruch ist es nicht mehr weit, bis zur Abfahrt des Busses noch reichlich Zeit, und so entscheide ich mich, dem Hinweis zu folgen. So finde ich einen Picknicktisch, der mit Blick auf Bruch eine schöne Gelegenheit bietet, mein mitgebrachtes Brötchen zu essen, zu trinken und mich für die letzten Kilometer auszuruhen.

Im Salmtal
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Dicht bewachsenes Salmufer Die Überquerung des 50. Breitengrads Schöner Pfad im Salmtal Merkwürdiger Anblick: Indianerzelt im Tal der Salm Bruch an der Salm

Mit dem letzten Stück der heutigen Etappe umrunde ich nur noch eine Bergkuppe und treffe im Tal wieder auf die Salm. Mit dem Fluss laufe ich an den ersten Höfen und Häusern von Bruch vorbei und erreiche den kleinen Dorfplatz, wo die Wanderung für den heutigen Tag enden soll. Immer noch ist Zeit, bis der Bus kommt, deshalb überlege ich, dass ich mir den Ort anschauen und der Burg einen Besuch abstatten könnte. Also gehe ich durch das Dorf, mache noch ein paar Fotos von der Kirche, dem schön restaurierten, kleinen Mühlenhaus, das zu besichtigen ist, und natürlich von der Burg. Dann bleibt mir nur noch der Weg zurück zur Bushaltestelle, die ich zuvor schon entdeckt habe.

Interessantes nach der Wanderung

Als ich mit dem Kleinbus von Bruch nach Wittlich zum Busbahnhof fahre, komme ich mit dem Fahrer ins Gespräch. Wir sprechen über das Wandern, den Eifelsteig und so komme ich darauf, dass die Möglichkeiten für Tageswanderer, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, in dieser Gegend recht eingeschränkt sind. So habe ich für die kommende Etappe noch keine Lösung für die Fahrt zwischen Bruch und dem nächsten Etappenziel Kordel gefunden. Da es zwischen diesen Orten auch keine Verbindung gibt, fragt der nette Fahrer, wann ich denn plane, die Wanderung zu unternehmen und bietet mir an, wenn ich vorher anrufe, mich von einem Bahnhof abzuholen und mich nach Bruch zu fahren. Dieses Angebot behalte ich gerne im Hinterkopf.

Neben dem Bed & Breakfast in der Burg Bruch, das der Großvater von Fritz und Willi mir auf der vorangegangenen Etappe sehr empfohlen hat, gibt es verschiedene andere Übernachtungsmöglichkeiten im Ort. Das Problem ist dagegen ein fehlendes Restaurant oder Gasthaus, eben eine Möglichkeit, abends etwas zu essen. Als ich für den Wanderführer recherchiere, erfahre ich jedoch, dass es in einer ehemaligen, umgebauten Schreinerei das private Angebot gibt, zu Abend zu essen. Am Haus kommt man vorbei, wenn man über die Salm in den Ort gewandert kommt. Die Auswahl ist beschränkt auf drei Gerichte: Fleisch, Fisch und vegetarisch. Wie lange es dieses Lokal geben wird, wird sicher auch von der Anzahl der Gäste abhängen.