11. Etappe: Daun - Manderscheid (24 km)

Die 11. Etappe des Eifelsteigs bringt mich zum Lieserpfad. Dieser Wanderweg, der vielleicht der bekannteste der Eifel ist, stellt für mich etwas besonderes dar, denn mit ihm habe ich im Herbst 2003 begonnen, die Eifel zu entdecken. Damals stellte ich das Auto am Kurpark in Daun ab und machte mich auf den Weg bis Manderscheid. Dort suchte ich mir eine Bleibe für zwei Nächte und ging am nächsten Tag weiter bis nach Wittlich. Die damalige Wanderung ist außerdem der Ursprung von eifel-wanderungen.de - näheres kann man hier nachlesen.

Als es dann den Eifelsteig gab, habe ich mir überlegt, dass ich den Lieserpfad gut mit dieser 11. Etappe noch einmal wandern könnte, beschrieben habe ich dies dann mit Drei Maare und ein Stück Lieserpfad.

Um die Dauner Maare nach Schalkenmehren

Diesmal bin ich also wegen des Eifelsteigs in Daun. Geparkt wird deshalb auch nicht wie die letzten Male auf dem Parkplatz am Kurpark, sondern auf dem Michael-Reineke-Platz, auf den ich nach der letzten Etappe beim Warten auf den Bus aufmerksam geworden bin. Dabei habe ich Glück, denn im Gegensatz zum Nachmittag ist die Fläche jetzt am Morgen gut zugestellt und ich ergattere einen engen, letzten Platz.

Nachdem ich die Schuhe geschnürt und den Rucksack gepackt habe, mache ich mich auf, um den Eifelsteig oberhalb Dauns am Schulzentrum wiederzufinden. Da ich den Weg kenne, ich bin ihn ja am Ende der letzten Etappe schon in umgekehrter Richtung ins Tal gegangen, bereitet mir dies keine Schwierigkeiten. Am Sportplatz biege ich dann nach links ab und bin gespannt, was mich am heutigen Tag auf der Strecke erwartet.

Doch wie bereits erwähnt, ist mir nur das erste Stück des Weges nicht vertraut, aber die Strecke durch den Stadtwald und wieder hinunter zum Kurpark machen immerhin rund drei Kilometer aus. Danach durchquere ich die Parkanlage und mache mich am Gemündener Maar vorbei an den jetzt im August schweißtreibenden Aufstieg zum Dronke-Turm. Natürlich bleibe ich dabei immer mal wieder stehen und genieße, wenn es sich ergibt, den Blick auf das immer weiter unter mir zurückbleibende milchig grün-blau leuchtende Maar, auf Daun und mit jedem Höhenmeter mehr auch auf die umliegende Landschaft.

Die Hochebene zum Weinfelder Maar, auf deren Rand der Dronke-Turm errichtet worden ist, stellt dann den höchsten Punkt dieser Wanderung dar und wie auch bei meinen letzten Besuchen, nutzen auch heute viele Menschen den Tag, um die Maare zu erkunden. Mit dem Krater des Weinfelder Maars gehe hinunter zum Ufer, mache einen Abstecher zur Kapelle und umrunde den See mit dem Eifelsteig zur Hälfte. Auf der anderen Seite überquere ich die Landstraße und steige hinunter zum Schalkenmehrener Maar.

Daun und die Dauner Maare
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Im Kurpark Daun Der Dronketurm über dem Gemündener Maar Das Totenmaar (Weinfelder Maar) Schalkenmehren

Als ich den Ort Schalkenmehren durchwandere, denke ich wie schon beim letzten Mal, dass dies eigentlich ein nettes Dorf ist, um hier ein paar Tage Urlaub zu machen, denn es gibt neben Unterkünften auch eine Touristen-Information und vor allen Dingen ein kleines Lebensmittelgeschäft und Gastronomie.

Wie gesagt, ich kenne diesen Weg und halte mich deshalb auch nicht lange im Ort auf. Mit dem Aufstieg zum Kraterrand beginnt es allerdings leicht zu regnen und ich beeile mich zusätzlich ein wenig, um vorwärts zu kommen, denn bis hinauf zur Klinik Altburg verläuft der Weg durch offene Wiesen und Weiden. Dabei schaut mich die Sternenwarte Hohe List über die Bäume hinweg an und ich passiere verschiedene Wanderer, die sich auf einen länger andauernden Regen einstellen und die entsprechende Kleidung aus den Rucksäcken holen.

Mit der Umrundung des Klinikgeländes der Altburg, einer Suchtklinik, tauche ich wieder in ein Waldgebiet ein und habe an dieser Stelle den zweiten Peak dieser Tour geschafft. Von hier geht es ein längeres Stück bergab, bis ich an den einsam gelegenen Fischteich des Trittscheider Angelvereins gelange. Dort gibt es Picknicktische und -bänke und dazu sogar eine Toilette. Beides nutzte ich für eine kurze Rast, denn der Regen hat zwischenzeitlich aufgehört und die Temperaturen haben alles schon wieder gut trocknen lassen.

Noch einmal gibt es einen kurzen Anstieg, bevor ich mit dem Eifelsteig steil hinunter zur Straße und der Üdersdorfer Mühle komme. An dieser Stelle gehen mir wieder viele Gedanken an meine erste Lieserpfad-Wanderung durch den Kopf, weil das Schild zur Mühle, die Wegsuche an dieser Stelle und das sich dort immer noch befindliche Holzlager damals viele bleibende Eindrücke hinterlassen haben.

Mit dem Eifelsteig führt der Weg heute ein Stück den Lieserpfad hinauf in Richtung Daun, dann mit einer Brücke über den Fluss direkt zur Mühle und über deren Hof, wo der Biergarten des Gastronomiebetriebes lockt. Ein idealer Platz für Wanderer, die von Daun nach Manderscheid wollen, denn die Üdersdorfer Mühle liegt etwa in der Mitte der Strecke - für den Lieserpfad etwa früher, für den Eifelsteig etwas dahinter.

Mit dem Lieserpfad war ich direkt am Holzdepot entlanggegangen, der Eifelsteig bringt mich über die Zufahrt der Mühle an die andere Uferseite der Lieser. Durch das offene Wiesental wandert man dort einige Kilometer gemächlich talwärts und überquert erst in der Nähe des Tettscheider Stausees, einem etwas abseits des Weges gelegenen, einsamen Waldsee, erneut den Fluss.

Auf dem Lieserpfad nach Manderscheid

Von nun an befinde ich mich auf dem Lieserpfad und seinem schönsten Abschnitt auf dem oberen Teil. Die Wege verlaufen meist oberhalb des kleinen Flusses, der dabei immer mit munterem Rauschen vorangeht. Dabei wechseln sich breite Waldwege mit schmalen Pfaden an steilen Hängen ab und deuten schon ein wenig an, was den Wanderer im weiteren Verlauf erwartet.

Ungefähr vier Kilometer weiter stoße ich erneut auf die Lieser. Am Unterstand Blümchesauhütte gibt es eine breite Holzbrücke, mit der der Fluss überschritten werden kann. Außerdem steht an dieser Stelle eine Sinnesliege, die geradezu zu einer Rast einlädt. Zwar ist diese Liege bei meiner Ankunft belegt, doch auch hier habe ich Glück, denn bald nach meinem Eintreffen macht sich die vierköpfige Wandergruppe auf und überlässt mir den Platz. Also nehme ich die Bank in Besitz, lege meine Füße hoch, hole meine Verpflegung aus dem Rucksack und lausche anschließend dem Plätschern des an dieser Stelle relativ flachen und ruhig dahin fließenden Flusses. Dabei werde ich in meinen Betrachtungen einmal durch eine größere Frauen-Wandergruppe gestört, die sich über mir auf der Brücke sammelt und pausiert - habe ich die nicht überholt, als es im Tagesverlauf zu regnen begonnen hatte? -, ein weiteres Mal durch eine kleinere Männergruppe und bin ich am Ende überrascht, wie viele Personen an diesem Tag auf dem Lieserpfad unterwegs sind.

Im Liesertal
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Brücke über die Lieser Steintürmchen am Weg Auf dem Lieserpfad Die Rolandshütte am Lieserpfad Die Oberburg von Manderscheid

Nach einer guten halben Stunde breche ich mit ein wenig Bedauern wieder auf, rund 20 Kilometer habe ich bis hier her auf dem Wegstreckenzähler und die merke ich nun ganz schön, zumal es nach der Überquerung der Lieser zunächst einmal wieder bergan geht. Ein wenig quäle ich mich jetzt den Hang hinauf, werde aber schon bald an der Kobeslochhütte mit einem schönen Blick in das dichtbewaldete Tal der Lieser belohnt. Lange halte ich mich hier aber nicht auf und ziehe weiter, bis ich nach einem guten Kilometer die Schutzhütte an der Hahnerfläch erreiche.

Die Hahnerfläch ist eine große Wiesenfläche im Wald mit Schutzhütte und wird mit dem Eifelsteig umrundet. Im Gedächtnis ist die Weise mir vor allem deshalb geblieben, weil ich auf meiner ersten Lieserpfad-Wanderung hier gerastet und Picknick gemacht habe.

Ein Stück weiter entdecke ich in einer Wegkurve eine Ansammlung von Menschenhand erschaffener Steintürmchen - interessant sehen diese Gebilde aus, die man mancherorts in der Eifel finden kann -, dann schaut die Spitze des Turmes der Oberburg von Manderscheid aus dem üppigen Grün hervor und grüßt zu mir herüber. Kurz drauf zweigt der Eifelsteig dann vom breiten Weg ab und der Lieserpfad beginnt sich von seiner schönsten Seite zu zeigen: Ein schmaler Pfad schlängelt sich am steinigen Steilhang entlang und tief unten rauscht der Fluss. Holzstege überqueren Stellen, an denen der Hang in die Tiefe gerutscht ist und ich passiere die Rulandshütte. Auch dort bleibe ich nicht lange stehen, sondern genieße es, auf den wunderschönen Wegen in Richtung Manderscheid weiter zu wandern. Dabei öffnet sich nun immer häufiger der Wald und die näher rückende Burg von Manderscheid bietet immer neue Fotomotive.

Nach rund drei Kilometern ist dieser wirklich schöne Streckenabschnitt vorbei und der Ortsrand von Manderscheid, dem Ziel der heutigen Etappe, erreicht. Natürlich weiß ich, dass dieses letzte Stück nur ein Vorgeschmack auf das gewesen ist, was den Wanderer noch erwartet und freue mich schon an dieser Stelle auf die 12. Etappe des Eifelsteigs.

Manderscheid - wo zwei Burgen sich belauern

Der Ort Manderscheid ist nicht groß, aber ich mag ihn und er ist durchaus einen Besuch wert. Viele Wanderwege treffen sich dort und es gibt neben den ruhigen Gassen rund um die Kirche an der Hauptstraße entlang eine gute Infrastruktur für Wanderer und Besucher, die hier übernachten oder etwas essen wollen. Und obwohl die Eifel wirklich reich an Burgen ist, ist der Blick vom Ortsausgang hinab auf die beiden Burgen, die sich seit Jahrhunderten gegenüberliegen und bewachen, einzigartig.

Info:
  • Niederburg Manderscheid
    Die Niederburg wird bewirtschaftet und kann besichtigt werden. Highlight ist aber das alljährlich stattfindende mittelalterliche Burgfest Ende August auf den Wiesen an der Lieser. Link zur Niederburg: www.niederburg-manderscheid.de.
  • Manderscheid und die Ferienregion Vulkaneifel
    Tel.: 06592 951370     E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     www.gesundland-vulkaneifel.de
  • Bus & Bahn
    Manderscheid und Daun sind gut miteinander durch Busverkehr verbunden: www.vrt-info.de.

Auch ich gönne mir diese Aussicht an diesem Tag zum wiederholten Mal, bevor ich an der Hauptstraße entlang hinauf zur Dauner Straße und der dortigen Haltestelle gehe, von wo aus ich mit dem Bus zurück nach Daun fahre - einmal mehr verzaubert von der einmaligen Wanderstrecke entlang der Lieser!